Rotatorenmanschettenläsion
Kraftverlust beim Heben des Arms, Schmerzen nachts oder bei bestimmten Bewegungen? Ein Schaden an der Rotatorenmanschette muss nicht zwingend operiert werden – viele Betroffene profitieren von gezielter konservativer Therapie.
Die Rotatorenmanschette – Stabilisator des Schultergelenks
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers – ermöglicht durch einen vergleichsweise kleinen Gelenkanteil und eine starke muskuläre Führung. Diese Führung übernimmt vor allem die Rotatorenmanschette: ein Komplex aus vier Muskeln und ihren Sehnen, der den Oberarmknochen im Schultergelenk zentriert und alle Rotationsbewegungen koordiniert.
Die häufigste Schädigungsstelle ist die Supraspinatussehne – sie verläuft direkt unter dem Schulterdach und ist dort besonders anfällig für Reizungen, Degeneration und Einrisse. Man unterscheidet:
Partialruptur (Teilriss)
Die Sehne ist teilweise, aber nicht vollständig eingerissen. Je nach Lage unterscheidet man sehnenseitige (intratendinöse) und bursaseitige Teilrisse. Partialrupturen können in vielen Fällen konservativ behandelt werden.
Totalruptur (Vollständiger Riss)
Die Sehne ist auf ihrer gesamten Dicke durchtrennt. Kleinere Totalrupturen bei älteren oder wenig aktiven Patienten können gelegentlich noch konservativ angegangen werden; bei größeren Defekten oder jüngeren Patienten wird häufiger eine operative Versorgung diskutiert.
Degenerative Veränderungen
Viele Läsionen entstehen nicht durch ein einzelnes Trauma, sondern durch jahrelange Überlastung, Durchblutungsmangel und altersbedingte Sehnenverschlechterung. Solche degenerativen Risse sprechen oft gut auf konservative Maßnahmen an.
Ursachen und Risikofaktoren
Degeneration (Verschleiß)
- Altersbedingte Gewebeveränderungen der Sehne
- Chronische Minderdurchblutung der Supraspinatussehne
- Langjährige Überlastung durch Beruf oder Sport
Trauma
- Sturz auf den ausgestreckten Arm
- Schulterluxation (Verrenkung)
- Plötzliche starke Zugbelastung
Begünstigende Faktoren
- Bestehendes Schulterimpingement
- Kalkablagerungen in der Sehne
- Überkopfarbeit oder -sport (Tennis, Schwimmen, Handball)
- Rauchen (verschlechtert Sehnenernährung)
Symptome
Schmerzen
- Schmerzen beim seitlichen Heben und bei Außenrotation
- Ausstrahlende Schmerzen in den Oberarm
- Nachtschmerz, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Bei akutem Riss: plötzlicher, starker Schmerz
Kraft & Bewegung
- Kraftminderung beim Heben des Arms
- „Schwäche"-Gefühl bei Überkopfbewegungen
- Eingeschränkte Beweglichkeit im fortgeschrittenen Stadium
- Mögliches Knacken oder Reiben im Schultergelenk
Hinweis: Schmerzen ≠ Ausmaß des Schadens
Große Sehnenrisse können erstaunlich wenig Beschwerden verursachen, während kleine Läsionen sehr schmerzhaft sein können. Umgekehrt schließt Schmerzfreiheit eine Läsion nicht aus. Eine sorgfältige Diagnostik ist daher unerlässlich.
Diagnostik in unserer Praxis
Klinische Untersuchung
Gezielte Tests (Jobe-Test für Supraspinatus, Außenrotations-Widerstandstest für Infraspinatus, Belly-Press für Subscapularis) ermöglichen eine erste Einschätzung, welche Sehne betroffen ist.
Ultraschall (Sonographie)
Der Schulterultraschall ist eine schnelle, strahlungsfreie Methode zur Darstellung der Rotatorenmanschette. Sehnenveränderungen, Teilrisse und Flüssigkeitsansammlungen sind gut erkennbar.
Röntgen & weiterführende Bildgebung
Röntgenbilder zeigen knöcherne Strukturen und geben Hinweise auf Arthrose oder Kalkdepots. Für eine exakte Beurteilung der Sehnen kann im Einzelfall eine MRT-Untersuchung empfohlen werden.
Behandlung der Rotatorenmanschettenläsion
Bei der Behandlungsentscheidung spielen Ausmaß des Schadens, Alter, Aktivitätsniveau und Beschwerden eine Rolle. Wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen den individuell sinnvollen Weg.
Schmerzlinderung & Entlastung
In der akuten Phase: Schonung, ggf. vorübergehende Ruhigstellung, entzündungshemmende Maßnahmen nach ärztlicher Absprache.
Manuelle Therapie
Verbesserung der Gelenkmobilität und Entlastung der Sehnen. Gerade bei begleitendem Impingement ein wichtiger Baustein der konservativen Behandlung.
Gezielte Kräftigung
Aufbautraining für die verbliebenen Rotatorenmanschetten-Anteile und die Schulterblattmuskulatur. Ziel ist die Kompensation der Schwäche und Stabilisierung des Gelenks.
Begleitende Injektionen (optional)
Gezielte Infiltrationen können Schmerzen lindern und die Durchführung der Übungstherapie erleichtern. Wir entscheiden das gemeinsam und nach Abwägung der Vor- und Nachteile.
Manuelle Therapie
Mobilisation und Stabilisation des Schultergelenks – oft entscheidend für die Wiederherstellung der Schulterfunktion.
Mehr erfahren →Konservative Therapie
Injektionstherapie zur Schmerzlinderung – als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Übungstherapie.
Mehr erfahren →Übungsprogramm Schulter
Strukturierte Heimübungen zur Kräftigung der Rotatorenmanschette und Stabilisierung des Schultergelenks.
Zu den Übungen →Verwandte Schultererkrankungen
Schulterimpingement
Häufige Begleiterkrankung: Das Einklemmen der Sehne unter dem Schulterdach kann Läsionen begünstigen.
Zum Schulterimpingement →Kalkschulter
Kalkeinlagerungen in der Rotatorenmanschette können die Sehnenqualität langfristig beeinträchtigen.
Zur Kalkschulter →Alle Schultererkrankungen
Übersicht über alle häufigen Schultererkrankungen in unserer Praxis.
Zur Schulter-Übersicht →Häufige Fragen zur Rotatorenmanschettenläsion
Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung
Was ist die Rotatorenmanschette?
Muss ein Sehnenriss in der Schulter operiert werden?
Wie lange dauert die Rehabilitation nach einer konservativen Behandlung?
Kann man mit einem Sehnenriss Sport treiben?
Was bedeutet ein Teilriss (Partialruptur) der Rotatorenmanschette?
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