Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
Starke Schulterschmerzen durch Kalkablagerungen in der Sehne? Die Kalkschulter ist oft gut konservativ zu behandeln – bei hartnäckigen Verläufen ist die Stoßwellentherapie eine wirksame Option ohne Operation.
Was ist die Kalkschulter?
Als Kalkschulter (medizinisch: Tendinosis calcarea) bezeichnet man Kalkablagerungen innerhalb der Sehnen der Rotatorenmanschette. Betroffen ist in den meisten Fällen die Supraspinatussehne – eine der vier Sehnen, die das Schultergelenk umschließen und stabilisieren.
Die Kalkeinlagerungen entstehen durch einen gestörten Gewebestoffwechsel in der Sehne: Zellen setzen Kalziumphosphat frei, das sich über Monate bis Jahre zu größeren Kalkdepots aufbauen kann. In einer späteren Phase – der sogenannten Resorptionsphase – versucht der Körper, die Ablagerungen wieder abzubauen. Gerade diese Phase ist oft besonders schmerzhaft, da die Kalkdepots aufweichen und Entzündungsreaktionen auslösen.
Die Erkrankung verläuft häufig schubweise: Phasen mit starken Schmerzen wechseln sich mit beschwerdeärmeren Zeiten ab. Betroffen sind besonders Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, aber auch Männer und jüngere Menschen können erkranken.
Kalkschulter und Impingement
Kalkdepots können den ohnehin engen Raum unter dem Schulterdach zusätzlich einengen und so ein begleitendes Schulterimpingement verursachen oder verstärken. Beide Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.
Ursachen und Krankheitsstadien
Entstehung der Kalkablagerungen
Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem:
- Minderdurchblutung der Sehne (Hypoxie)
- Mechanische Überlastung und Mikroverletzungen
- Genetische Veranlagung
- Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen)
Typischer Krankheitsverlauf
- Formierungsphase: Kalk baut sich auf, kaum Beschwerden
- Ruhephase: Kalk ist stabil, wechselnde Schmerzen
- Resorptionsphase: Kalk weicht auf, oft sehr starke Schmerzen
- Remodellierungsphase: Kalk wird abgebaut, Beschwerden nehmen ab
Symptome der Kalkschulter
Typische Beschwerden
- Plötzlich einsetzende, starke Schulterschmerzen (besonders in der Resorptionsphase)
- Schmerzen beim Heben des Arms und bei Überkopfbewegungen
- Ausstrahlende Schmerzen in Oberarm oder Nacken
- Nachtschmerz, teils sehr intensiv
Verlauf
- Oft plötzlicher Schmerzbeginn ohne erkennbares Ereignis
- Schubhafter Verlauf: Phasen starker Schmerzen und Ruhephasen
- Bei lang bestehendem Kalk: chronische Schulterschmerzen
- Mögliche Bewegungseinschränkung bei ausgeprägtem Befund
Diagnostik in unserer Praxis
Digitales Röntgen
Kalkdepots in der Schulter sind im Röntgenbild in der Regel gut erkennbar. Wir beurteilen Lage, Größe und Dichte der Ablagerungen – wichtige Hinweise für die Behandlungsplanung.
Ultraschall (Sonographie)
Im Ultraschall können wir die Kalkdepots dynamisch beurteilen und gleichzeitig prüfen, ob die Rotatorenmanschette Schäden aufweist. Die Untersuchung ist strahlenfrei und in der Praxis sofort verfügbar.
Klinische Untersuchung
Gezielte Tests (Neer, Hawkins-Kennedy, Jobe) geben Aufschluss über das Ausmaß des Befunds. Wir klären, ob begleitende Probleme wie ein Impingement oder eine Sehnenläsion vorliegen.
Behandlung der Kalkschulter
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Beschwerdebild und den individuellen Bedürfnissen des Patienten.
Konservative Basistherapie
In akuten Phasen: Schonung, Kühlung, ggf. entzündungshemmende Medikamente nach ärztlicher Absprache. Physiotherapie zum Erhalt der Schulterbeweglichkeit.
Infiltrationstherapie
Gezielte Injektionen (z.B. Kortison, PRP) können in bestimmten Situationen zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Wir wägen Nutzen und Risiken gemeinsam mit Ihnen ab.
Stoßwellentherapie (ESWT)
Bei persistierenden Beschwerden ist die fokussierte Stoßwellentherapie eine Option. Sie kann Kalkdepots zerkleinern und den körpereigenen Resorptionsprozess unterstützen – ohne Operation.
Operative Therapie
Nur wenn alle konservativen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend helfen, kann eine arthroskopische Entfernung der Kalkdepots erwogen werden.
Stoßwellentherapie
Fokussierte Stoßwellen können Kalkdepots zerkleinern und den Heilungsprozess aktivieren. Bei geeignetem Befund eine wirksame Option ohne Narkose und ohne Operation.
Zur Stoßwellentherapie →Injektionstherapie
Gezielte Injektionen zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung – als Ergänzung zur Physiotherapie und Übungstherapie.
Zur konservativen Therapie →HEIT · PEMF
Hochenergie-Induktionstherapie (HEIT / emFieldPro) kann begleitend zur Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung im Schulterbereich eingesetzt werden.
Zur HEIT-Therapie →Begleitende Übungen
Auch bei der Kalkschulter sind begleitende Übungen sinnvoll – zur Erhaltung der Schulterbeweglichkeit und zur Stärkung der Schultermuskulatur. In akuten Schmerzphasen richten wir das Programm an Ihre aktuelle Belastbarkeit an.
Verwandte Schultererkrankungen
Schulterimpingement
Kalkdepots können das Schulterimpingement verstärken oder auslösen. Beide Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.
Zum Schulterimpingement →Rotatorenmanschettenläsion
Langfristige Kalkablagerungen können die Sehnenqualität der Rotatorenmanschette beeinträchtigen.
Zur Rotatorenmanschette →Alle Schultererkrankungen
Übersicht über alle häufigen Schultererkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten in unserer Praxis.
Zur Schulter-Übersicht →Häufige Fragen zur Kalkschulter
Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung
Geht eine Kalkschulter von selbst weg?
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Welche Schmerzmittel helfen bei der Kalkschulter?
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