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Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Starke Schulterschmerzen durch Kalkablagerungen in der Sehne? Die Kalkschulter ist oft gut konservativ zu behandeln – bei hartnäckigen Verläufen ist die fokussierte Stoßwellentherapie eine gut untersuchte Option ohne Operation.

Definition

Die Kalkschulter (Tendinosis calcarea) ist eine Kalkablagerung in den Sehnen der Rotatorenmanschette des Schultergelenks. Sie verursacht schubhafte Schulterschmerzen, besonders in der Resorptionsphase, betrifft vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren und kann in der Orthopädischen Praxis Beckum stadienabhängig konservativ behandelt werden – mit Schonung, Pendelübungen, gezielter Injektionstherapie und der fokussierten Stoßwellentherapie (ESWT). Eine arthroskopische Operation ist nur selten notwendig.

Betroffen ist in den meisten Fällen die Supraspinatussehne – eine der vier Sehnen, die das Schultergelenk umschließen und stabilisieren. Die Kalkeinlagerungen entstehen durch einen gestörten Gewebestoffwechsel in der Sehne: Zellen setzen Kalziumphosphat frei, das sich über Monate bis Jahre zu größeren Kalkdepots aufbauen kann. In einer späteren Phase – der sogenannten Resorptionsphase – versucht der Körper, die Ablagerungen wieder abzubauen. Gerade diese Phase ist oft besonders schmerzhaft, da die Kalkdepots aufweichen und Entzündungsreaktionen auslösen.

Die Erkrankung verläuft häufig schubweise: Phasen mit starken Schmerzen wechseln sich mit beschwerdeärmeren Zeiten ab. Betroffen sind besonders Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, aber auch Männer und jüngere Menschen können erkranken.

Verlauf und Prognose sind individuell sehr unterschiedlich: Die Kalkschulter verläuft schubweise und löst sich in vielen Fällen über Monate bis Jahre von selbst auf. Mit gezielter Behandlung – insbesondere Stoßwelle und begleitender Physiotherapie – lassen sich die Schmerzen in vielen Fällen lindern. Eine Operation wird nur in seltenen Ausnahmefällen erforderlich.

Kalkschulter und Impingement

Kalkdepots können den ohnehin engen Raum unter dem Schulterdach zusätzlich einengen und so ein begleitendes Schulterimpingement verursachen oder verstärken. Beide Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Ursachen und Krankheitsstadien

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Entstehung der Kalkablagerungen

Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem:

  • Minderdurchblutung der Sehne (Hypoxie)
  • Mechanische Überlastung und Mikroverletzungen
  • Genetische Veranlagung
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen)
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Typischer Krankheitsverlauf

  • Formierungsphase: Kalk baut sich auf, kaum Beschwerden
  • Ruhephase: Kalk ist stabil, wechselnde Schmerzen
  • Resorptionsphase: Kalk weicht auf, oft sehr starke Schmerzen
  • Remodellierungsphase: Kalk wird abgebaut, Beschwerden nehmen ab

Symptome der Kalkschulter

Typische Beschwerden

  • Plötzlich einsetzende, starke Schulterschmerzen (besonders in der Resorptionsphase)
  • Schmerzen beim Heben des Arms und bei Überkopfbewegungen
  • Ausstrahlende Schmerzen in Oberarm oder Nacken
  • Nachtschmerz, teils sehr intensiv

Verlauf

  • Oft plötzlicher Schmerzbeginn ohne erkennbares Ereignis
  • Schubhafter Verlauf: Phasen starker Schmerzen und Ruhephasen
  • Bei lang bestehendem Kalk: chronische Schulterschmerzen
  • Mögliche Bewegungseinschränkung bei ausgeprägtem Befund
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Wann sollten Sie sofort zum Arzt?

Bei folgenden Warnzeichen ist eine sofortige ärztliche Vorstellung notwendig:

  • Rötung, Schwellung und Überwärmung der Schulter, besonders mit Fieber
  • Plötzlicher Kraftverlust oder herabhängender Arm nach einem Sturz
  • Lähmung oder Taubheit im Arm
  • Schulter- oder Armschmerz zusammen mit Brustenge, Atemnot oder Kaltschweißigkeit

Liegt eines dieser Warnzeichen vor, warten Sie bitte nicht auf einen regulären Termin, sondern stellen Sie sich sofort ärztlich vor – im Notfall Notruf 112. Wohin Sie sich wenden können, finden Sie in unserer Notfall-Information.

Zeitnah ärztlich abklären lassen sollten Sie plötzlich einsetzende, sehr starke Schulterschmerzen mit Bewegungssperre. Nutzen Sie dafür unsere Online-Tools: Buchen Sie online einen Termin oder stellen Sie uns eine Anfrage.

Diagnostik in unserer Praxis

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Klinische Untersuchung

Gezielte Tests (Neer, Hawkins-Kennedy, Jobe) geben Aufschluss über das Ausmaß des Befunds. Wir klären, ob begleitende Probleme wie ein Impingement oder eine Sehnenläsion vorliegen.

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Ultraschall (Sonographie)

Im Ultraschall können wir die Kalkdepots dynamisch beurteilen und gleichzeitig prüfen, ob die Rotatorenmanschette Schäden aufweist. Die Untersuchung ist strahlenfrei und in der Praxis sofort verfügbar.

Mehr zur Ultraschalldiagnostik →

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Digitales Röntgen

Kalkdepots in der Schulter sind im Röntgenbild in der Regel gut erkennbar. Wir beurteilen Lage, Größe und Dichte der Ablagerungen – wichtige Hinweise für die Behandlungsplanung.

Mehr zum digitalen Röntgen →

Behandlung der Kalkschulter

Die Behandlung der Kalkschulter richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und dem aktuellen Beschwerdebild — Ziel ist die schnelle Schmerzlinderung, die Unterstützung der körpereigenen Kalkresorption und der langfristige Funktionserhalt der Schulter.

In akuten Schmerz- und Reizphasen stehen Schonung, Kühlung und ggf. eine kurzfristige entzündungshemmende Medikation im Vordergrund. Im weiteren Verlauf ist die fokussierte Stoßwellentherapie (ESWT) eine gut untersuchte Option: Sie kann die Kalkdepots gezielt zerkleinern und die körpereigene Resorption fördern; in Übersichtsarbeiten besserten sich Schmerzen und Schulterfunktion im Mittel deutlich. Ergänzend sind Injektionstherapie (Kortison), HEIT zur Durchblutungsförderung und Manuelle Therapie zur Mobilisation des Schultergürtels möglich.

In vielen Fällen löst sich der Kalk langfristig von selbst auf. Eine arthroskopische Operation zur Kalkentfernung wird nur dann erforderlich, wenn die konservativen Optionen über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend helfen — dies ist selten der Fall.

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Wann ist eine Operation notwendig?

Eine arthroskopische Entfernung der Kalkdepots wird nur dann in Erwägung gezogen, wenn alle konservativen Maßnahmen über mindestens 6 Monate konsequent ausgeschöpft sind und die Lebensqualität dauerhaft erheblich eingeschränkt ist – z. B. durch anhaltende starke Schmerzen, ausgeprägten Schlafmangel oder eine deutliche Funktionseinschränkung der Schulter. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen – ohne Zeitdruck. Wir kooperieren mit spezialisierten Kliniken und bereiten Sie auf einen möglichen Eingriff vor.

Eigentherapie bei Kalkschulter

Bei der Kalkschulter sind belastende Kräftigungsübungen in der akuten Reizphase kontraproduktiv — sie können den Reizzustand zusätzlich verstärken und Schmerzen verschlechtern. Verzichten Sie in entzündlichen Phasen auf Krafttraining und Überkopfbewegungen.

Empfehlenswert sind dagegen lockere Pendelübungen (Codman-Pendel): Beugen Sie den Oberkörper leicht nach vorne, stützen Sie sich mit der gesunden Hand ab und lassen Sie den betroffenen Arm entspannt nach unten hängen. Lassen Sie ihn anschließend – allein durch die Schwerkraft – sanft vor und zurück sowie in kleinen Kreisen pendeln. Wichtig: Keine aktive Muskelarbeit, keine ruckartigen Bewegungen. Diese passive Mobilisation entlastet das Gelenk, fördert die Durchblutung und kann Schmerzen lindern.

Ergänzend kann eine entzündungshemmende Ernährung reaktive Beschwerden mildern und den körpereigenen Resorptionsprozess unterstützen.

Häufige Fragen zur Kalkschulter

Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung

Wie lange dauert eine Kalkschulter?
Das ist sehr unterschiedlich. Die besonders schmerzhafte Resorptionsphase dauert meist einige Tage bis wenige Wochen. Bis sich ein Kalkdepot vollständig auflöst, können Monate bis Jahre vergehen – oft verläuft die Erkrankung in Schüben. Bei vielen Betroffenen klingen die Beschwerden auch ohne Operation dauerhaft ab.
Geht eine Kalkschulter von selbst weg?
In vielen Fällen lösen sich Kalkdepots im Laufe der Zeit von selbst auf – dieser Prozess kann Monate bis Jahre dauern. Wenn die Beschwerden erheblich sind oder über lange Zeit bestehen, ist eine gezielte Behandlung sinnvoll, um den Heilungsprozess zu unterstützen und anhaltende Schmerzen zu vermeiden.
Ist Bewegung bei einer Kalkschulter gut?
In der akuten Schmerzphase sollte die Schulter geschont werden: kein Krafttraining und keine Überkopfbewegungen, aber lockere Pendelübungen sind meist gut verträglich. Sobald die Schmerzen nachlassen, helfen sanfte Bewegungs- und später Kräftigungsübungen, die Beweglichkeit zu erhalten. Völlige Ruhigstellung über längere Zeit sollte vermieden werden.
Was bedeutet Tendinosis calcarea der Supraspinatussehne?
Tendinosis calcarea ist der Fachbegriff für die Kalkschulter: Kalk lagert sich in einer Sehne der Rotatorenmanschette ab. Am häufigsten betroffen ist die Supraspinatussehne, die oben über den Oberarmkopf zieht und beim seitlichen Anheben des Arms hilft. Tendinitis calcarea bezeichnet meist die schmerzhafte, entzündliche Phase.
Hilft Stoßwellentherapie bei der Kalkschulter?
Die fokussierte Stoßwellentherapie (ESWT) ist bei der Kalkschulter eine gut untersuchte Behandlungsoption. Sie kann Kalkdepots zerkleinern und den körpereigenen Abbau unterstützen. Übersichtsarbeiten randomisierter Studien zeigen im Mittel eine deutliche Schmerzlinderung und eine bessere Schulterfunktion, am deutlichsten bei hochenergetischer fokussierter Stoßwelle. Nicht jeder spricht gleich gut an – wir besprechen mit Ihnen, ob die Behandlung für Ihren Befund geeignet ist.
Kann eine Kalkschulter wiederkommen?
Ja, das ist möglich. Nach der Auflösung eines Kalkdepots kann sich in derselben oder in der anderen Schulter erneut Kalk bilden. Das ist aber nicht die Regel. Eine gute Schultermuskulatur und das Vermeiden dauerhafter Überkopfbelastung können das Risiko für erneute Beschwerden senken.
Muss die Kalkschulter operiert werden?
Eine Operation ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn konservative Behandlungsmaßnahmen über einen längeren Zeitraum nicht zu einer ausreichenden Besserung geführt haben und die Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Die meisten Betroffenen kommen ohne Operation aus.
Ist die Kalkschulter eine Kassenleistung?
Die Diagnostik (Röntgen, Ultraschall) und die Basisbehandlung (z.B. Physiotherapie) werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Stoßwellentherapie ist bei Kalkschulter in der Regel eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Wir informieren Sie vorab transparent über anfallende Kosten.
Welche Schmerzmittel helfen bei der Kalkschulter?
Wir empfehlen keine eigenständige Selbstmedikation ohne ärztliche Rücksprache. Im Rahmen der ärztlichen Beratung kann bei Bedarf eine vorübergehende medikamentöse Schmerztherapie (z.B. nicht-steroidale Antirheumatika) sinnvoll sein.
Wann sollten Sie mit einer Kalkschulter zum Arzt?
Sofort – im Notfall über die 112 – bei geröteter, geschwollener, überwärmter Schulter mit Fieber, herabhängendem Arm nach einem Sturz, Lähmung im Arm oder Schulterschmerz mit Brustenge oder Atemnot. Zeitnah bei plötzlich sehr starken Schmerzen mit Bewegungssperre. Bei länger bestehenden Beschwerden sichern wir in der Orthopädischen Praxis Beckum per Ultraschall die Diagnose.

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Ob Terminbuchung, Rückfragen zu Behandlungen oder eine erste Einschätzung – wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wählen Sie den Weg, der für Sie am besten passt.

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