Femoroacetabuläres Impingement (FAI)
Beim femoroacetabulären Impingement (FAI) klemmen sich Weichteile zwischen Hüftkopf und Pfannenrand ein – verursacht durch knöcherne Formvarianten. Leistenschmerzen bei Hüftbeugung und -rotation sind typisch. Die konservative Behandlung steht zunächst im Vordergrund.
Was ist das femoroacetabuläre Impingement?
Cam-Impingement (Nocken-Typ)
Beim Cam-Typ ist der Hüftkopf-Hals-Übergang nicht glatt rund, sondern hat eine knöcherne Auftreibung. Bei der Beugung des Hüftgelenks schlägt dieser Nocken gegen den Pfannenrand und schädigt dort den Knorpel und das Labrum (Gelenklippe). Typisch bei jungen, aktiven Männern und Sportlern – häufig durch intensives Training in der Wachstumsphase entstanden.
Pincer-Impingement (Überdachungs-Typ)
Beim Pincer-Typ überwächst der Pfannenrand den Hüftkopf zu weit (Überdachung) oder ist fehlgeneigt (z. B. Coxa profunda, Acetabulum retroversion). Bei der Beugung klemmt das Labrum zwischen Pfannenrand und Schenkelhals. Häufiger bei Frauen mittleren Alters. In der Praxis sind Mischformen beider Typen sehr häufig.
Diagnose
Der FADIR-Test (Flexion, Adduktion, Innenrotation) provoziert den typischen Leistenschmerz und ist meist positiv. Das digitale Röntgen zeigt knöcherne Formveränderungen (Alpha-Winkel beim Cam-Typ, Kreuzzeichen beim Pincer-Typ). Eine Ultraschalluntersuchung kann Labrumveränderungen und Ergüsse zeigen. Bei komplexen Befunden ist ein MRT zur Labrum-/Knorpeldiagnostik sinnvoll.
Konservative Behandlung des FAI
Konservative Therapie ist der erste Schritt – viele Patienten profitieren deutlich, bevor operative Optionen erwogen werden.
Konservative Therapie
Belastungsanpassung, entzündungshemmende Medikation nach ärztlicher Absprache, intraartikuläre Infiltration (Kortison oder Hyaluron) zur Schmerzlinderung und diagnostischen Abklärung.
Zur konservativen Therapie →Manuelle Therapie
Mobilisation des Hüftgelenks und der Lendenwirbelsäule – kann bei FAI die Beweglichkeit verbessern und muskuläre Kompensationsmuster lösen, die den Schmerz verstärken.
Zur Manuellen Therapie →Wann ist eine Hüftarthroskopie sinnvoll?
Wenn konservative Behandlung über mehrere Monate (in der Regel 3–6 Monate) nicht ausreicht, ein relevanter Knorpelschaden nachweisbar ist oder die Beschwerden die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen, kann eine arthroskopische Korrektur der knöchernen Formvariante und ggf. Labrum-Rekonstruktion erwogen werden. Wir beraten Sie vollständig und ohne Operationsdruck – und kooperieren bei Bedarf mit spezialisierten Kliniken.
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Mehr erfahren →Bursitis trochanterica
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Übersicht aller Hüftbeschwerden in unserer Praxis.
Zur Übersicht →Häufige Fragen zum femoroacetabulären Impingement
Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung
Was ist der Unterschied zwischen Cam- und Pincer-Impingement?
Welche Symptome hat ein FAI?
Muss ein FAI operiert werden?
Führt FAI zwangsläufig zu Hüftarthrose?
Kann ich mit FAI Sport treiben?
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