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Knick-Senk-Fuß – Fußfehlstellung & Behandlung

Beim Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) ist das Längsgewölbe des Fußes abgeflacht und der Rückfuß knickt nach innen. Individuelle Einlagen, gezielte Kräftigung und Schuhberatung sind die wichtigsten Maßnahmen.

Knick-Senk-Fuß – Ursachen & Beschwerden

Was ist der Knick-Senk-Fuß?

Der Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) ist eine Kombination aus abgeflachtem Längswölbung (Senkfuß) und nach innen gefallenem Rückfuß (Knickfuß). Das Fußgewölbe ist beim Stand abgeflacht, die Ferse kippt nach außen. Beim flexiblen Knick-Senk-Fuß baut sich das Gewölbe auf Zehenstand wieder auf – beim rigiden Plattfuß nicht. Die Fehlstellung erhöht die Belastung auf die Tibialis-posterior-Sehne, die Achillessehne und die inneren Fußstrukturen.

Ursachen

Bindegewebsschwäche, Übergewicht, mangelnde Fußmuskelkräftigung durch überwiegendes Tragen von Schuhen, ungeeignetes Schuhwerk (zu wenig Stabilität). Im Erwachsenenalter kann ein zunehmender Knick-Senk-Fuß auf eine Insuffizienz der Tibialis-posterior-Sehne (wichtigste aktive Gewölbestütze) hinweisen – diese sollte frühzeitig abgeklärt werden. Auch Rheuma, Polyneuropathie und neurologische Erkrankungen können einen Plattfuß verursachen.

Diagnose

Klinische Inspektion von Fußstatik, Rückfußachse und Zehenstand-Test. Fußdruckmessung (Pedobarographie) zur objektiven Belastungsanalyse und als Grundlage für individuelle Einlagen. Digitales Röntgen im Stehen bei ausgeprägter Fehlstellung zur Beurteilung der Winkel und knöchernen Strukturen.

Knick-Senk-Fuß bei Kindern

Bei Kindern ist ein Knick-Senk-Fuß bis zum Schuleintritt (ca. 6.–7. Lebensjahr) in vielen Fällen physiologisch – das Fußgewölbe entwickelt sich noch. Erst danach oder bei Beschwerden ist eine Behandlung sinnvoll. Unsere Praxis mit Kinderorthopädie-Schwerpunkt berät Sie gerne. Zum Knick-Senk-Fuß bei Kindern →

Häufige Fragen zum Knick-Senk-Fuß

Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung

Ist ein Knick-Senk-Fuß immer behandlungsbedürftig?
Nicht zwingend. Viele Menschen haben einen leichten Knick-Senk-Fuß ohne Beschwerden – dieser bedarf keiner Behandlung. Behandlungsbedarf besteht, wenn Schmerzen auftreten (Fußgewölbe, Achillessehne, Knie, Hüfte), die Fehlstellung zunimmt oder eine erhebliche Beeinträchtigung beim Gehen oder Sport vorliegt. Bei Kindern ist ein Knick-Senk-Fuß bis zum Schulalter oft physiologisch.
Helfen Einlagen wirklich beim Knick-Senk-Fuß?
Individuelle, auf Basis einer Fußdruckmessung gefertigte Einlagen können die Fehlbelastung korrigieren, Schmerzen lindern und Folgebeschwerden an Knie, Hüfte und LWS reduzieren. Sie ersetzen jedoch nicht die Kräftigung der Fußmuskulatur – Einlagen und Eigenübungen ergänzen sich. Konfektionierte Standardeinlagen sind in der Regel weniger effektiv als individuelle Versorgung.
Welche Beschwerden kann ein Knick-Senk-Fuß verursachen?
Schmerzen an der Innenseite des Fußes (Tibialis-posterior-Sehne), Fußgewölbeschmerz nach längerem Stehen oder Gehen, Achillessehnenbeschwerden (erhöhte Zugbelastung durch Valgusfehlstellung), Knieschmerzen (Patellasyndrom durch erhöhten Knievalgus) und Beschwerden in der Hüfte oder LWS. Die Fehlstellung kann die gesamte Statik der unteren Extremität beeinflussen.
Was ist der Unterschied zwischen Knick-Senk-Fuß und Plattfuß?
Der Knick-Senk-Fuß kombiniert eine Abflachung des Längsgewölbes (Senkfuß) mit einer Einwärtskippung des Rückfußes (Knickfuß). Der Plattfuß bezeichnet eine ausgeprägte Abflachung des Längsgewölbes. Der flexible Knick-Senk-Fuß (Gewölbe entfaltet sich beim Zehenstand) ist häufiger und oft gut behandelbar; der rigide Plattfuß (kein Aufbau beim Zehenstand) ist seltener und kann operativer Therapie bedürfen.
Ab wann sollte ich wegen eines Knick-Senk-Fußes zum Orthopäden?
Bitte vorstellen bei: Schmerzen im Fuß, Knie, Hüfte oder Rücken, die mit der Fußfehlstellung zusammenhängen könnten, bei zunehmendem Knick-Senk-Fuß im Erwachsenenalter (kann auf Tibialis-posterior-Sehnendysfunktion hinweisen), sowie bei Kindern mit Beschwerden oder auffälliger Fehlstellung über das 6.–7. Lebensjahr hinaus.

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