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Knick-Senk-Fuß bei Erwachsenen

Beim Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) ist das Längsgewölbe abgeflacht und der Rückfuß knickt nach innen. Im Erwachsenenalter steckt oft eine Schwäche der Tibialis-posterior-Sehne dahinter. Individuelle Einlagen, gezielte Fußkräftigung und Schuhberatung stehen im Vordergrund.

Was ist ein Knick-Senk-Fuß?

Der Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) ist eine Kombination aus abgeflachtem Längsgewölbe (Senkfuß) und nach innen gekipptem Rückfuß (Knickfuß). Beim Erwachsenen steckt dahinter häufig eine erworbene Schwäche der Tibialis-posterior-Sehne – der wichtigsten aktiven Gewölbestütze. In der Orthopädischen Praxis Beckum kann der Knick-Senk-Fuß meist konservativ – mit individuellen Einlagen, gezielter Fußkräftigung und Schuhberatung – behandelt werden; eine Operation ist nur bei fixierter Fehlstellung nötig.

Man unterscheidet den flexiblen Knick-Senk-Fuß, bei dem sich das Gewölbe im Zehenstand wieder aufbaut, vom rigiden (fixierten) Plattfuß, bei dem das nicht gelingt. Die Fehlstellung erhöht die Belastung auf die Tibialis-posterior-Sehne, die Achillessehne und die inneren Fußstrukturen und kann über die veränderte Statik auch Knie, Hüfte und Rücken beeinflussen.

Verlauf & Prognose: Wird der flexible Knick-Senk-Fuß frühzeitig mit Einlagen und Kräftigung behandelt, lassen sich Beschwerden meist gut kontrollieren. Bleibt eine fortschreitende Tibialis-posterior-Schwäche unbehandelt, kann die Fehlstellung zunehmen und mit der Zeit versteifen – deshalb ist eine frühe Abklärung sinnvoll.

Knick-Senk-Fuß bei Kindern

Bei Kindern ist ein Knick-Senk-Fuß bis zum Schuleintritt (ca. 6.–7. Lebensjahr) in vielen Fällen physiologisch – das Fußgewölbe entwickelt sich noch. Erst danach oder bei Beschwerden ist eine Behandlung sinnvoll. Unsere Praxis mit Kinderorthopädie-Schwerpunkt berät Sie gerne. Zum Knick-Senk-Fuß bei Kindern →

Ursachen beim Erwachsenen

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Tibialis-posterior-Schwäche

  • Leitursache des erworbenen Knick-Senk-Fußes
  • Nachlassende aktive Gewölbestütze
  • Sehne kann degenerieren oder (selten) reißen
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Risikofaktoren

  • Höheres Lebensalter (oft ab 40)
  • Übergewicht, Bindegewebsschwäche
  • Frauen etwas häufiger betroffen
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Systemische Ursachen

  • Rheumatoide Arthritis
  • Diabetes / Polyneuropathie
  • Frühere Verletzungen des Fußes

Symptome

Typische Beschwerden

  • Schmerzen am Fußinnenrand (entlang der Tibialis-posterior-Sehne)
  • Fußgewölbeschmerz nach längerem Stehen oder Gehen
  • Rasche Ermüdung, Schwellung am Innenknöchel
  • Sichtbar eingesunkenes Längsgewölbe

Zeichen der Fehlstellung

  • Nach außen gekippte Ferse (Rückfuß-Valgus)
  • „Too many toes" – von hinten sind außen mehr Zehen sichtbar
  • Erschwerter Zehenstand auf dem betroffenen Bein
  • Begleitbeschwerden an Achillessehne, Knie oder Rücken
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Wann sollten Sie zeitnah zum Arzt?

Eine baldige Vorstellung ist ratsam bei:

  • Rasch zunehmender Abflachung / Fehlstellung des Fußes
  • Plötzlichem Schmerz und Schwäche am Fußinnenrand (mögliche Sehnenruptur)
  • Rötung, Überwärmung oder offener Druckstelle – besonders bei Diabetes
  • Taubheitsgefühl oder rascher, schmerzloser Fußverformung (Warnzeichen Charcot-Fuß bei Diabetes)

Im Notfall: Notruf 112 oder direkt zur Notfall-Information. Bei weniger bedrohlichen Beschwerden: Online-Termin buchen.

Diagnostik in unserer Praxis

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Klinische Untersuchung

Beurteilung von Fußstatik und Rückfußachse, „Too-many-toes"-Zeichen und der Zehenstand-Test (Single-Heel-Rise): Baut sich das Gewölbe im Einbein-Zehenstand auf, ist der Fuß flexibel – ein wichtiger Hinweis auf die Tibialis-posterior-Funktion.

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Fußdruckmessung

Objektive Belastungsanalyse (Pedobarographie) – Grundlage für passgenaue individuelle Einlagen.

Mehr zur Fußdruckmessung →

🩻

Digitales Röntgen im Stehen

Bei ausgeprägter Fehlstellung zur Beurteilung der Winkel und knöchernen Strukturen unter Belastung.

Mehr zum digitalen Röntgen →

Behandlung des Knick-Senk-Fußes

Individuelle Einlagen und aktive Fußkräftigung sind die beiden wichtigsten Säulen der konservativen Behandlung.

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Wann ist eine Operation nötig?

In den allermeisten Fällen nicht. Solange der Fuß flexibel ist, stehen Einlagen, Fußkräftigung und Schuhberatung im Vordergrund. Eine operative Korrektur wird erst erwogen, wenn die Fehlstellung fixiert (rigide) ist oder anhaltende Schmerzen und Funktionsstörungen konservativ nicht ausreichend beherrschbar sind. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen und in Kooperation mit spezialisierten Fußchirurgen.

Eigentherapie bei Knick-Senk-Fuß

Aktive Fußübungen sind neben den Einlagen die wichtigste Selbsthilfe. Wirksam sind die „Kurzer-Fuß"-Übung (das Längsgewölbe aktiv anheben, ohne die Zehen zu krallen), Zehenstand bzw. Fersenheben zur Kräftigung der Tibialis-posterior- und Wadenmuskulatur, das Dehnen der Wade (eine verkürzte Wade begünstigt die Fehlstellung) sowie Balanceübungen im Einbeinstand. Das komplette Programm mit Anleitung zum Ausdrucken finden Sie auf unserer Seite Fußübungen für Erwachsene. Regelmäßig und schmerzfrei üben – lieber täglich kurz als selten lang. Ergänzend hilft geeignetes, stabiles Schuhwerk; barfuß gehen auf natürlichem Untergrund kräftigt die Fußmuskulatur zusätzlich.

Häufige Fragen zum Knick-Senk-Fuß

Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung

Ist ein Knick-Senk-Fuß immer behandlungsbedürftig?
Nicht zwingend. Viele Menschen haben einen leichten Knick-Senk-Fuß ohne Beschwerden – dieser bedarf keiner Behandlung. Behandlungsbedarf besteht, wenn Schmerzen auftreten (Fußgewölbe, Achillessehne, Knie, Hüfte), die Fehlstellung zunimmt oder eine erhebliche Beeinträchtigung beim Gehen oder Sport vorliegt. Bei Kindern ist ein Knick-Senk-Fuß bis zum Schulalter oft physiologisch.
Helfen Einlagen wirklich beim Knick-Senk-Fuß?
Individuelle, auf Basis einer Fußdruckmessung gefertigte Einlagen können die Fehlbelastung korrigieren, Schmerzen lindern und Folgebeschwerden an Knie, Hüfte und LWS reduzieren. Sie ersetzen jedoch nicht die Kräftigung der Fußmuskulatur – Einlagen und Eigenübungen ergänzen sich. Konfektionierte Standardeinlagen sind in der Regel weniger effektiv als individuelle Versorgung.
Welche Beschwerden kann ein Knick-Senk-Fuß verursachen?
Schmerzen an der Innenseite des Fußes (Tibialis-posterior-Sehne), Fußgewölbeschmerz nach längerem Stehen oder Gehen, Achillessehnenbeschwerden (erhöhte Zugbelastung durch Valgusfehlstellung), Knieschmerzen (Patellasyndrom durch erhöhten Knievalgus) und Beschwerden in der Hüfte oder LWS. Die Fehlstellung kann die gesamte Statik der unteren Extremität beeinflussen.
Was ist der Unterschied zwischen Knick-Senk-Fuß und Plattfuß?
Der Knick-Senk-Fuß kombiniert eine Abflachung des Längsgewölbes (Senkfuß) mit einer Einwärtskippung des Rückfußes (Knickfuß). Der Plattfuß bezeichnet eine ausgeprägte Abflachung des Längsgewölbes. Der flexible Knick-Senk-Fuß (Gewölbe entfaltet sich beim Zehenstand) ist häufiger und oft gut behandelbar; der rigide Plattfuß (kein Aufbau beim Zehenstand) ist seltener und kann operativer Therapie bedürfen.
Welche Übungen helfen beim Knick-Senk-Fuß?
Sinnvoll sind Übungen, die das Längsgewölbe aktiv aufbauen und die gewölbestützende Muskulatur kräftigen: die „Kurzer-Fuß"-Übung (das Fußgewölbe anheben, ohne die Zehen zu krallen), Zehenstand bzw. Fersenheben zur Kräftigung der Tibialis-posterior- und Wadenmuskulatur, das Dehnen der Wade sowie Balanceübungen im Einbeinstand. Die Übungen sollten regelmäßig und schmerzfrei erfolgen und ergänzen die Einlagenversorgung. Eine individuell angeleitete Auswahl stimmen wir in der Praxis mit Ihnen ab.
Wann ist beim Knick-Senk-Fuß eine Operation nötig?
In den allermeisten Fällen nicht. Solange der Fuß flexibel ist, stehen Einlagen, Fußkräftigung und Schuhberatung im Vordergrund. Eine operative Korrektur wird erst erwogen, wenn die Fehlstellung fixiert (rigide) ist oder anhaltende Schmerzen und Funktionsstörungen konservativ nicht ausreichend beherrschbar sind. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam und in Kooperation mit spezialisierten Fußchirurgen.
Wann sollten Sie wegen eines Knick-Senk-Fußes zum Arzt?
Bitte vorstellen bei: Schmerzen im Fuß, Knie, Hüfte oder Rücken, die mit der Fußfehlstellung zusammenhängen könnten, bei zunehmendem Knick-Senk-Fuß im Erwachsenenalter (kann auf eine Tibialis-posterior-Sehnendysfunktion hinweisen), sowie bei Kindern mit Beschwerden oder auffälliger Fehlstellung über das 6.–7. Lebensjahr hinaus.

Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns an!

Ob Terminbuchung, Rückfragen zu Behandlungen oder eine erste Einschätzung – wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wählen Sie den Weg, der für Sie am besten passt.

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