Kindlicher Knick-Senk-Fuß – Ursachen, Verlauf nach Altersgruppen und Behandlung
Der Knick-Senk-Fuß (auch als flexibler Plattfuß oder medizinisch Pes planovalgus bezeichnet) ist bei Kindern sehr häufig und meist harmlos. Das Fußgewölbe ist abgeflacht, und die Ferse kann leicht nach außen kippen. In den meisten Fällen ist der Fuß flexibel und verursacht keine Schmerzen oder Einschränkungen. Das Fußgewölbe entwickelt sich oft von selbst im Laufe des Wachstums, besonders in den ersten Lebensjahren.
Im Grunde werden nahezu alle Kinder mit einem flachen Fuß geboren. Ein sichtbares Fettpolster unter der Fußsohle – das sogenannte Spitzy-Fettpolster – verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Der scheinbare Plattfuß bei Säuglingen und Kleinkindern ist also keine Fehlstellung, sondern eine ganz normale Entwicklungsstufe. Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt sich das Fußlängsgewölbe allmählich auszubilden.
Wichtig: Bevor ein Knick-Senk-Fuß als physiologisch – also als normale Entwicklungsvariante – eingestuft werden kann, sollte eine kinderorthopädische Untersuchung erfolgen. Dabei müssen andere Ursachen wie angeborene Verwachsungen der Fußknochen (tarsale Koalitionen), neuromuskuläre Erkrankungen oder ein steifer (kontrakter) Knick-Senk-Fuß ausgeschlossen werden.
Wie sich das Fußgewölbe im Laufe des Wachstums entwickelt
Alle Säuglinge kommen mit einem flachen Fuß und einer natürlichen Knickfußhaltung auf die Welt. Das Fettpolster unter der Sohle lässt den Fuß zusätzlich platt erscheinen. Ein Knick-Senk-Fuß ist in diesem Alter vollkommen normal und kein Grund zur Sorge.
Das Fußlängsgewölbe bildet sich zunehmend aus. Der Knick-Senk-Fuß ist in diesem Alter nahezu immer physiologisch – etwa 97 % aller Kleinkinder zeigen diese Fußform. Die natürliche Bandlockerheit nimmt ab und die Muskulatur kräftigt sich. Barfußlaufen unterstützt die Entwicklung.
Das Fußgewölbe sollte sich nun erkennbar ausbilden. Bildet sich das Gewölbe mit etwa 6 bis 7 Jahren noch nicht auf, ist eine ärztliche Kontrolle empfehlenswert. Die Beinachsen verändern sich und das Längsgewölbe richtet sich bis zum Alter von 10 Jahren kontinuierlich auf.
Nur bei einem kleinen Anteil der Kinder verbleibt eine Fußfehlstellung. Ohne Beschwerden ist der flexible Knick-Senk-Fuß auch jetzt nicht als krankhaft zu werten. Bei Schmerzen oder zunehmender Steifigkeit können weiterführende Maßnahmen sinnvoll sein.
Wie der Knick-Senk-Fuß entsteht und erkannt wird
Der Knick-Senk-Fuß entsteht durch eine natürliche Lockerheit der Bänder und Gelenke im Kindesalter. Im Laufe der Entwicklung wird das Bindegewebe straffer und die Muskulatur kräftiger, sodass sich das Fußgewölbe meist spontan ausbildet.
Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchung gestellt. Wir beurteilen das Fußgewölbe im Stehen, Gehen und Liegen und prüfen mit funktionellen Tests, ob der Fuß flexibel ist. Entscheidend ist der Ausschluss anderer Ursachen, bevor ein Knick-Senk-Fuß als normale Entwicklungsvariante eingestuft wird.
Die meisten Kinder benötigen keine Therapie
Die meisten Kinder mit einem Knick-Senk-Fuß haben keine Beschwerden und benötigen keine Therapie. Empfohlen wird lediglich die Beobachtung und regelmäßige ärztliche Kontrolle. Eine Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn Schmerzen, Beschwerden beim Gehen oder sportliche Einschränkungen auftreten. Auch wenn das Fußgewölbe sich nach dem 6. Lebensjahr nicht erkennbar ausbildet oder der Fuß sich im Zehenstand nicht aufrichtet, sollte eine weiterführende Untersuchung erfolgen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem flexiblen Knick-Senk-Fuß, bei dem sich das Fußgewölbe im Zehenstand aufrichtet, und dem kontrakten (steifen) Knick-Senk-Fuß, bei dem die Aufrichtung ausbleibt. Ein steifer Knick-Senk-Fuß ist als krankhaft zu werten und bedarf einer genaueren Abklärung.
Auch wenn keine Beschwerden vorliegen, sollte zunächst eine kinderorthopädische Untersuchung erfolgen, um andere Ursachen der Fehlstellung auszuschließen. Für die Verlaufsbeobachtung empfehlen wir jährliche Kontrolluntersuchungen. Bei Kindern, die mit Einlagen versorgt werden, sind Kontrollen etwa alle 6 Monate sinnvoll, um den Therapieerfolg zu beurteilen und die Einlagen gegebenenfalls anzupassen. Ergänzende Fußübungen für zu Hause können die Therapie wirkungsvoll unterstützen.
Natürliche Unterstützung für die kindliche Fußentwicklung
Barfußlaufen auf natürlichem Untergrund wie Wiese, Sand oder Waldboden gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen zur Unterstützung der kindlichen Fußentwicklung. Es stimuliert die Fußmuskulatur und fördert die natürliche Ausbildung des Fußgewölbes. Studien zeigen, dass regelmäßiges Tragen von Schuhen bei Kindern keinen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Fußgewölbes hat. Wenn Schuhe getragen werden, sollte auf passendes und flexibles Schuhwerk geachtet werden.
Ermutigen Sie Ihr Kind daher, so oft wie möglich barfuß zu laufen – sei es im Garten, auf dem Spielplatz oder zu Hause. Auch spielerische Fußgymnastik wie Greifübungen mit den Zehen, Zehenspitzenstand oder das Laufen auf verschiedenen Untergründen kann die Fußmuskulatur kräftigen und die Entwicklung des Fußgewölbes unterstützen.
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Gute Aussichten für Ihr Kind
Ein Knick-Senk-Fuß ist bei Kindern meist normal und bildet sich oft von selbst zurück. Voraussetzung ist jedoch, dass ein Kinderorthopäde andere Ursachen der Fehlstellung ausgeschlossen hat. Das Fußgewölbe entwickelt sich im Laufe des Wachstums, und eine Behandlung ist nur bei Beschwerden erforderlich. Für die Verlaufsbeobachtung empfehlen wir jährliche Kontrolluntersuchungen – bei Kindern unter Einlagentherapie etwa alle 6 Monate. Wir in der Orthopädischen Praxis Beckum begleiten Sie und Ihr Kind gerne durch die verschiedenen Entwicklungsphasen – von der Erstvorstellung über regelmäßige Kontrolluntersuchungen bis hin zur individuellen Therapieempfehlung.
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Der Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) ist eine häufige und meist harmlose Fußfehlstellung bei Kindern. Das Fußgewölbe ist abgeflacht und die Ferse kann leicht nach außen kippen. In den meisten Fällen ist der Fuß flexibel und verursacht keine Schmerzen oder Einschränkungen. Die Fehlstellung stellt in der Regel eine normale Entwicklungsstufe dar.
Ja, in den meisten Fällen bildet sich das Fußgewölbe im Laufe des Wachstums von selbst aus. Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt sich das Fußlängsgewölbe zu entwickeln. Bis zum Alter von etwa 6 Jahren ist der Knick-Senk-Fuß nahezu immer physiologisch. Das Fußgewölbe richtet sich bis zum Alter von etwa 10 Jahren kontinuierlich auf. Nur bei einem kleinen Anteil der Kinder verbleibt die Fehlstellung darüber hinaus.
Eine Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn Schmerzen, Beschwerden beim Gehen oder sportliche Einschränkungen auftreten. Die meisten Kinder mit einem Knick-Senk-Fuß benötigen keine Therapie. Wichtig ist jedoch, dass zunächst eine kinderorthopädische Untersuchung stattfindet, um andere Ursachen der Fehlstellung auszuschließen. Danach empfehlen wir jährliche Kontrolluntersuchungen. Bei Kindern mit Einlagenversorgung sind Kontrollen etwa alle 6 Monate sinnvoll.
Einlagen (Orthesen) werden nur bei Beschwerden zur kurzfristigen Schmerzlinderung empfohlen. Studien zeigen, dass Einlagen den natürlichen Verlauf eines flexiblen Knick-Senk-Fußes nicht grundlegend verändern. Bei beschwerdefreien Kindern sind Einlagen in der Regel nicht notwendig. Wird eine Einlagenversorgung verordnet, empfehlen wir Kontrolluntersuchungen etwa alle 6 Monate, um den Verlauf zu beurteilen und die Einlagen anzupassen.
Ja, Barfußlaufen auf natürlichem Untergrund wie Wiese, Sand oder Waldboden stimuliert die Fußmuskulatur und fördert die natürliche Entwicklung des Fußgewölbes. Es gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen zur Unterstützung der Fußentwicklung. Regelmäßiges Tragen von Schuhen hat laut Studien keinen positiven Einfluss auf die Ausbildung des Fußgewölbes.
Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchung gestellt. Der Arzt beurteilt das Fußgewölbe im Stehen und prüft mit funktionellen Tests wie dem Zehenspitzenstand, ob sich der Fuß aktiv aufrichtet. Besonders wichtig ist der Ausschluss anderer Ursachen wie angeborener Knochenverbindungen (tarsale Koalitionen) oder neuromuskulärer Erkrankungen. Erst wenn diese Ursachen ausgeschlossen sind, kann der Knick-Senk-Fuß als normale Entwicklungsvariante eingestuft werden. Bildgebende Verfahren wie Röntgen sind beim schmerzfreien flexiblen Knick-Senk-Fuß in der Regel nicht notwendig.
Eine ärztliche Vorstellung ist empfehlenswert bei Schmerzen, einem steifen Fuß der sich nicht im Zehenstand aufrichtet, Auffälligkeiten beim Gehen, Einschränkungen beim Sport, oder wenn das Fußgewölbe sich nach dem 6. Lebensjahr nicht erkennbar ausbildet. Grundsätzlich sollte ein Knick-Senk-Fuß erst dann als normale Entwicklungsvariante eingestuft werden, wenn ein Kinderorthopäde andere Ursachen ausgeschlossen hat. In unserer kinderorthopädischen Sprechstunde in Beckum beraten wir Familien aus der gesamten Region – auch aus Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm und Soest.
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