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Übungen für die Rotatorenmanschette
8 Übungen zur gezielten Kräftigung der Schultersehnen – vom isometrischen Einstieg bis zur Steigerung für Überkopfsportler, einfach erklärt und zum Ausdrucken
Wie trainiert man die Rotatorenmanschette? Mit gezielten Rotations- und Hebeübungen gegen leichten Widerstand – langsam ausgeführt, jeden zweiten Tag, über mindestens zwölf Wochen. Die Rotatorenmanschette ist der wichtigste aktive Stabilisator der Schulter; ihre Kräftigung ist der zentrale Baustein der konservativen Behandlung von Sehnenverschleiß und -schwäche – kein anderes Therapieelement wirkt vergleichbar nachhaltig auf Funktion und Schmerz.
Das Programm ist als Aufbau angelegt: vom isometrischen Einstieg (auch bei gereizter Sehne machbar) über die gezielte Kräftigung der einzelnen Sehnenanteile bis zur 90/90-Steigerung für Überkopfsportler. Es unterscheidet sich bewusst von unserem Impingement-Programm – welche Seite für Sie passt, klärt das FAQ unten. Hintergründe zu Verschleiß und Rissen der Sehnen: Rotatorenmanschettenläsion.
Erst abklären, dann üben
Vor Beginn sollte der Zustand der Sehnen ärztlich geklärt sein – die Übungen müssen an den Befund angepasst werden: Zu hohe Belastung kann eine bestehende Läsion verschlechtern, zu wenig bringt keine Kräftigung. Bei plötzlichem Kraftverlust nach Sturz oder Ruck bitte zuerst in die Sprechstunde (Verdacht auf frischen Sehnenriss). Nach einer Schulteroperation gilt ausschließlich das Schema Ihres Operateurs. Führen Sie alle Übungen nur schmerzfrei durch; bei Verschlechterung kontaktieren Sie unsere Praxis in Beckum.
Aufbauprogramm für die Rotatorenmanschette
8 Übungen – Kräftigung jeden zweiten Tag, langsam und leicht beginnen, immer schmerzfrei
Isometrische Außen- und Innenrotation am Türrahmen
- Im Türrahmen stehen, der Ellenbogen liegt am Körper an, 90° gebeugt
- Den Handrücken von innen gegen den Rahmen drücken (Außenrotation) – die Schulter bewegt sich nicht
- 5–10 Sekunden mit etwa 50 % Kraft halten, langsam lösen
- Dann die Handfläche von außen gegen den Rahmen drücken (Innenrotation), ebenso halten
Isometrische Anspannung kräftigt ohne Bewegung – der ideale Einstieg, auch wenn die Sehne noch gereizt ist, und oft unmittelbar schmerzlindernd.
Außenrotation in Seitenlage mit Kurzhantel
- Auf die nicht betroffene Seite legen, den Kopf abstützen
- Der obere Ellenbogen liegt an der Taille an, 90° gebeugt, eine leichte Hantel (0,5–2 kg) in der Hand
- Den Unterarm langsam nach oben drehen, bis er etwa waagerecht steht
- Betont langsam in 3 Sekunden absenken – ein zusammengerolltes Handtuch unter dem Ellenbogen verbessert die Führung
Isoliert die Außenrotatoren (Infraspinatus, Teres minor) in der Position mit der höchsten gemessenen Muskelaktivität – die klassische Aufbauübung der Rehabilitationsprotokolle.
Full Can – Armheben in Schulterblattebene
- Aufrechter Stand, eine leichte Hantel in der Hand, der Daumen zeigt nach oben (wie beim Halten einer vollen Dose)
- Den Arm schräg vor dem Körper (ca. 30° vor der Seitlinie) bis maximal Schulterhöhe anheben
- Kurz halten, langsam absenken
- Die Schulter bleibt dabei tief, der Oberkörper aufrecht
Trainiert gezielt die Supraspinatussehne – die „Daumen hoch"-Position (Full Can) belastet sie günstiger als das früher übliche Heben mit gesenktem Daumen.
Diagonalzug mit Theraband (PNF-Muster)
- Das Theraband unter dem gegenseitigen Fuß fixieren
- Das Band mit der betroffenen Hand an der gegenüberliegenden Hüfte greifen, der Daumen zeigt zum Körper
- Den Arm diagonal nach oben-außen ziehen – dabei nach außen drehen, der Daumen zeigt am Ende nach hinten-oben
- Langsam auf der gleichen Diagonale zurückführen
Kombiniert Hebung und Außenrotation zu einer funktionellen Alltagsbewegung – so lernt die Manschette, im Zusammenspiel zu arbeiten statt nur isoliert.
T- und W-Heben in Bauchlage
- Bauchlage, die Stirn auf einem gefalteten Handtuch ablegen
- T: Die Arme seitlich ausstrecken (Daumen nach oben), beide Arme abheben, die Schulterblätter zusammenziehen, 2 Sekunden halten
- W: Die Ellenbogen anwinkeln (W-Form), Arme abheben und die Ellenbogen Richtung Gesäß ziehen, 2 Sekunden halten
- Jeweils langsam absenken
Kräftigt die hintere Rotatorenmanschette und die Schulterblatt-Stabilisatoren gegen die Schwerkraft – die stabile Schulterblatt-Basis, auf der die Manschette arbeitet.
Wand-Liegestütz mit „Plus" (Schulterblatt-Schub)
- Etwa einen Schritt vor einer Wand stehen, die Hände schulterbreit an der Wand
- Einen langsamen Wand-Liegestütz ausführen
- Am Ende der Streckung das „Plus": die Schulterblätter aktiv auseinanderschieben, der Brustkorb weicht leicht von der Wand
- Kontrolliert zurück und wiederholen
Das „Plus" aktiviert gezielt den Serratus anterior, der das Schulterblatt an den Brustkorb koppelt – ohne diese Basis kann die Manschette nicht effektiv arbeiten.
Außenrotation 90/90 mit Theraband (Steigerung)
- Das Theraband auf Schulterhöhe befestigen, mit dem Gesicht zum Ankerpunkt stehen
- Den Oberarm seitlich auf Schulterhöhe anheben (90° Abduktion), der Ellenbogen 90° gebeugt
- Den Unterarm gegen den Widerstand nach hinten-oben drehen (wie in Wurfposition)
- Betont langsam in 3 Sekunden zurückführen
Kräftigt die Manschette in der Überkopf-Funktionsstellung – unverzichtbar für Wurf-, Schlag- und Schwimmsportler, aber erst, wenn Übung 2–5 sauber und beschwerdefrei gelingen.
Sleeper Stretch (Dehnung in Seitenlage)
- Auf die betroffene Seite legen, der untere Oberarm zeigt im rechten Winkel vom Körper weg, der Ellenbogen ist 90° gebeugt
- Mit der oberen Hand den Unterarm der unteren Seite sanft Richtung Boden drücken (Innenrotation)
- Nur bis zur deutlichen Dehnung an der Schulterrückseite – kein Schmerz
- 30 Sekunden halten, langsam lösen
Dehnt die hintere Kapsel und die Außenrotatoren – ein Innenrotations-Defizit ist besonders bei Überkopfsportlern häufig und begünstigt Sehnenprobleme.
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Tipps für den Sehnenaufbau
So wird aus dem Programm eine belastbare Schulter
So klappt es im Alltag
- Jeden zweiten Tag: Sehnen brauchen die Pause – tägliches Kräftigen bremst den Aufbau statt ihn zu beschleunigen.
- Leicht und langsam: 0,5–1 kg reichen zum Start; die langsame, bremsende Phase ist der Wirkfaktor.
- Reihenfolge einhalten: Erst Isometrie und Basisübungen (1–5), dann die Steigerungen (6–7) – nicht umgekehrt.
- Zwölf Wochen Horizont: Sehnengewebe passt sich langsamer an als Muskeln – dranbleiben, auch wenn es unspektakulär wirkt.
- Dauerhaft vorbeugen: Nach dem Aufbau genügen zwei Einheiten pro Woche – besonders für Überkopfsportler lohnend.
- Ernährung: Eine entzündungshemmende, eiweißreiche Kost kann die Sehnenheilung unterstützen – Tipps auf unserer Seite Entzündungshemmende Ernährung.
Übungen befundangepasst – das ist entscheidend
Ob Sehnenschwäche, Teilriss oder kompletter Riss: Die richtige Belastungsdosis hängt vom Befund ab – zu viel kann eine bestehende Läsion verschlechtern, zu wenig kräftigt nicht. Per Ultraschall klären wir den Zustand Ihrer Sehnen und passen das Programm entsprechend an. Alles zu Diagnostik und Behandlungsoptionen: Rotatorenmanschettenläsion. Bei Engpass-Beschwerden beim Armheben starten Sie mit den Impingement-Übungen.
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Wie oft sollte ich die Rotatorenmanschette trainieren?
Mit wie viel Gewicht oder welcher Bandstärke soll ich trainieren?
Darf ich diese Übungen nach einer Rotatorenmanschetten-OP machen?
Wann sollte ich wegen meiner Schulter einen Orthopäden aufsuchen?
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