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Patellasyndrom (Läuferknie)

Schmerzen hinter oder rund um die Kniescheibe beim Treppensteigen, beim Sport oder nach langem Sitzen? Das patellofemorale Schmerzsyndrom ist häufig – und lässt sich mit gezielter Therapie gut behandeln.

Was ist das patellofemorale Schmerzsyndrom?

Das patellofemorale Schmerzsyndrom (PFSS) – umgangssprachlich auch „Läuferknie" oder „Kniescheibenknorpelproblem" genannt – bezeichnet Schmerzen im Bereich der Kniescheibe (Patella) und ihres Gleitlagers am Oberschenkelknochen (Femur). Die Kniescheibe ist das größte Sesambein des Körpers und dient als Umlenkrolle für den mächtigen Oberschenkelstrecker (Quadrizeps). Damit sie reibungsarm gleiten kann, muss sie exakt in ihrer Führungsrinne (Trochlea) laufen.

Wenn die Kniescheibe durch muskuläre Dysbalancen, Fehlstellungen oder Überlastung aus ihrer idealen Bahn geführt wird, entsteht ein erhöhter Druck auf den retropatellaren Knorpel – und damit Schmerz. Betroffen sind häufig sportlich aktive junge Menschen, aber auch Personen, die viel Treppensteigen oder langem Sitzen ausgesetzt sind.

Das Kino-Zeichen (Movie Sign)

Typisch für das Patellasyndrom ist der Schmerz nach längerem Sitzen mit gebeugtem Knie – z.B. im Kino, Auto oder am Schreibtisch. Beim Aufstehen entsteht ein intensiver Schmerz hinter der Kniescheibe, der sich nach einigen Schritten oft bessert. Dieses „Movie Sign" ist ein klassisches Symptom des PFSS.

Ursachen und Risikofaktoren

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Muskuläre Dysbalancen

  • Schwäche des inneren Quadrizepsanteils (VMO)
  • Schwäche der Hüftabduktoren und Außenrotatoren
  • Verkürzte Oberschenkelstrecker und Iliotibialband
  • Schwäche der Rumpfstabilisatoren
🦶

Anatomische & biomechanische Faktoren

  • Knick-Senkfuß (führt zu Einwärtsdrehung des Knies)
  • Erhöhter Q-Winkel (weibliches Becken)
  • Patella alta (hoch stehende Kniescheibe)
  • X-Bein-Stellung
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Belastungsfaktoren

  • Abrupte Trainingssteigerung
  • Übermäßiges Treppensteigen oder Berglaufen
  • Falsches Schuhwerk
  • Langes Sitzen mit stark gebeugtem Knie

Symptome des Patellasydroms

Typische Beschwerden

  • Schmerzen hinter oder rund um die Kniescheibe
  • Schmerzzunahme beim Treppensteigen (besonders bergab)
  • Schmerzen beim tiefen Kniebeugen oder Hocken
  • Schmerz nach längerem Sitzen (Movie Sign)
  • Druckschmerz an der Kniescheibe

Begleitsymptome

  • Gefühl von Schwäche oder Nachgeben im Knie
  • Knacken oder Knistern im Kniebereich
  • Leichte Schwellung möglich, aber nicht typisch
  • Beidseitiges Auftreten möglich

Diagnostik in unserer Praxis

🩺

Klinische Untersuchung

Patellagleittest, Zohlen-Test, Beurteilung der Beinachse, Hüftkraft, Fußstellung und Flexibilitätsprüfung. Analyse des Gangbilds und der Belastungsachsen.

🩻

Digitales Röntgen

Axiale Aufnahme der Kniescheibe zur Beurteilung des Gleitlagers, der Kniescheibenstellung (Tilt, Lateralisation) und zum Ausschluss von Knorpelveränderungen oder Ossifikationen.

Mehr zum digitalen Röntgen →

🔊

Ultraschall

Zur Beurteilung der Patellasehne, des Quadrizepssehnenansatzes und zum Ausschluss von Bursitis oder Erguss.

Mehr zur Ultraschalldiagnostik →

Behandlung des Patellasydroms

Die Behandlung zielt auf die Beseitigung der auslösenden Faktoren: Korrektur muskulärer Dysbalancen, Verbesserung der Kniescheibenführung und Schmerzlinderung.

1

Belastungsanpassung

Vorübergehende Reduktion schmerzhafter Aktivitäten (tiefe Kniebeugen, Bergabgehen, intensive Sprungbelastungen). Nicht vollständige Schonung, da Bewegung wichtig ist.

2

Manuelle Therapie

Mobilisation der Kniescheibe, Dehnung verkürzter Strukturen (Iliotibialband, Oberschenkelstrecker), Behandlung der Hüftbeweglichkeit und -kraft.

3

HEIT · Physikalische Therapie

Hochenergie-Induktionstherapie (HEIT) und Elektrotherapie zur Schmerzlinderung und Muskelaktivierung rund um die Kniescheibe.

4

Gezieltes Training

Kräftigung des VMO (innerer Quadrizepsanteil), der Hüftabduktoren und Außenrotatoren. Langfristig entscheidend für eine stabile Kniescheibenführung.

Übungen bei Patella-Beschwerden

Gezielte Kräftigung des VMO (innerer Quadrizeps) und Stabilisierung der Kniescheibe – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Häufige Fragen zum Patellasyndrom

Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung

Was ist der Unterschied zwischen Patellasyndrom und Kniescheibenarthrose?
Das Patellasyndrom (PFSS) ist ein funktionelles Problem: Die Kniescheibe läuft nicht optimal in ihrer Gleitrinne, was zu Schmerzen ohne strukturelle Knorpelschädigung führen kann. Es tritt häufig bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen auf. Die Kniescheibenarthrose (Retropatellararthrose) ist dagegen eine strukturelle Knorpeldegeneration hinter der Kniescheibe, die eher ältere Patienten betrifft.
Warum schmerzt das Patellasyndrom besonders beim langen Sitzen?
Beim Sitzen mit gebeugtem Knie liegt die Kniescheibe unter Druck im Gleitlager. Besteht ein Ungleichgewicht der Kniescheibenführung oder eine erhöhte Druckbelastung des retropatellarern Knorpels, entsteht der typische Schmerz nach längerem Sitzen – der sogenannte „movie sign" oder „theater sign".
Können Einlagen das Patellasyndrom bessern?
Individuell angepasste Einlagen können bei bestehender Fußfehlstellung (z.B. Knick-Senkfuß) die Beinachse verbessern und die Kniescheibenführung positiv beeinflussen. Sie sind meist ein Baustein im Gesamtkonzept, wirken aber nur in Kombination mit gezielter Kräftigung und Mobilisation langfristig.
Wie lange dauert es, bis das Patellasyndrom abheilt?
Bei konsequentem Behandlungsprogramm berichten viele Patienten innerhalb von 6–12 Wochen über eine deutliche Besserung. Entscheidend ist die regelmäßige Durchführung der empfohlenen Übungen. Bei komplexen Fällen oder wenn auslösende Faktoren wie Fehlstellungen oder Trainingsfehler nicht korrigiert werden, kann die Behandlung länger dauern.

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