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Kniearthrose (Gonarthrose)

Belastungsschmerz, Anlaufschmerz, Schwellung – Kniearthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Mit einem abgestuften konservativen Therapiekonzept lässt sich der Verlauf in vielen Fällen langfristig günstig beeinflussen.

Was ist eine Kniearthrose (Gonarthrose)?

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und wird im Alltag enorm beansprucht. Die Gelenkflächen von Oberschenkelknochen (Femur), Schienbein (Tibia) und Kniescheibe (Patella) sind mit einem Knorpel überzogen, der Druck abfedert und eine reibungsarme Bewegung ermöglicht. Bei der Gonarthrose baut sich dieser Knorpel ab – die Knochen geraten zunehmend in direkten Kontakt, was zu Schmerzen, Entzündung und Bewegungseinschränkung führen kann.

Kniearthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland. Betroffen sind vor allem Menschen ab dem 50. Lebensjahr, aber auch jüngere Personen nach Kniegelenksverletzungen oder aufgrund anatomischer Fehlstellungen.

Man unterscheidet die primäre Gonarthrose (altersbedingte Abnutzung ohne erkennbare Vorerkrankung) von der sekundären Gonarthrose (als Folge von Verletzungen, Fehlstellungen, entzündlichen Erkrankungen oder Operationen).

Mediale vs. laterale Gonarthrose

Oft ist nur ein Teil des Kniegelenks betroffen: Die mediale Gonarthrose (innenseitiger Knorpelverschleiß) ist häufiger und geht oft mit einem O-Bein einher. Die laterale Gonarthrose betrifft die Außenseite und ist häufig mit einem X-Bein assoziiert. Eine Retropatellararthrose betrifft den Knorpel hinter der Kniescheibe.

Ursachen und Risikofaktoren

⚖️

Mechanische Faktoren

  • Übergewicht (erhöhte Gelenkbelastung)
  • Beinachsenfehlstellung (O-Bein / X-Bein)
  • Frühere Kniegelenkverletzungen (Meniskus, Kreuzband)
  • Operationen am Kniegelenk
🧬

Biologische Faktoren

  • Genetische Veranlagung
  • Zunehmendes Lebensalter
  • Weibliches Geschlecht (besonders nach der Menopause)
  • Entzündliche Grunderkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
🏗️

Belastungsfaktoren

  • Knieende berufliche Tätigkeiten
  • Schwere körperliche Arbeit
  • Intensive Belastungssportarten über viele Jahre
  • Mangelnde körperliche Aktivität und Muskelatrophie

Symptome der Kniearthrose

Schmerzen

  • Belastungsschmerz beim Gehen, Treppensteigen, Aufstehen
  • Anlaufschmerz nach Ruhepausen
  • Wetterfühligkeit: zunehmende Beschwerden bei Kälte und Feuchtigkeit
  • In fortgeschrittenen Stadien auch Ruheschmerz und Nachtschmerz

Weitere Symptome

  • Schwellung und Wärme des Kniegelenks (bei Reizzustand)
  • Einschränkung der Beugung und Streckung
  • Knacken und Reiben im Gelenk (Krepitation)
  • Muskelschwäche und Instabilitätsgefühl
  • Druckschmerz am Gelenkspalt

Diagnostik in unserer Praxis

Eine genaue Einschätzung von Ausmaß und Stadium der Arthrose ist Grundlage für die Therapieplanung.

🩻

Digitales Röntgen

Standarduntersuchung bei Gonarthrose. Im Stehröntgen des Kniegelenks beurteilen wir Gelenkspaltbreite, Osteophyten, Achsenstellung und Schweregrad der Arthrose (Kellgren-Lawrence-Klassifikation).

Mehr zum digitalen Röntgen →

🔊

Ultraschall (Sonographie)

Beurteilung von Gelenkerguss, Bursae, Weichteilstrukturen und Baker-Zyste. Gezielte Injektionen können unter Ultraschallkontrolle präzise durchgeführt werden.

Mehr zur Ultraschalldiagnostik →

🩺

Klinische Untersuchung

Messung der Bewegungsausmaße, Stabilitätsprüfung, Gelenkspaltdruckschmerz, Meniskustests und Beurteilung der Beinachse. Gibt wichtige Hinweise auf Beteiligung weiterer Strukturen.

Behandlung der Kniearthrose

Ziel der konservativen Behandlung ist die Schmerzreduktion, der Funktionserhalt und die Verlangsamung des Gelenkverschleißes. Wir setzen auf ein individuell abgestuftes Therapiekonzept.

1

Schmerzlinderung & Entstauung

Bei Reizzustand: Kühlung, Entlastung, ggf. kurzfristige entzündungshemmende Medikation nach ärztlicher Absprache. Punktion bei ausgeprägtem Gelenkerguss.

2

Injektionstherapie

Hyaluronsäure verbessert die Gelenkschmierung. Kortison oder PRP (Eigenbluttherapie) bei Entzündungszeichen. Gezielte Injektion direkt in das Kniegelenk.

3

Physikalische Therapie & HEIT

Elektrotherapie und Hochenergie-Induktionstherapie (HEIT) zur Schmerzlinderung, Muskelaktivierung und Verbesserung der Gelenkdurchblutung.

4

Muskelkräftigung & Bewegungstherapie

Kräftigung der knieumgebenden Muskulatur (besonders Quadrizeps und ischiokrurale Gruppe). Langfristig die wichtigste Maßnahme zur Entlastung des Gelenks.

Übungen bei Knieschmerzen

Gezielte Kräftigung, Dehnung und Stabilisierung des Kniegelenks – ergänzend zur ärztlichen Behandlung.

Häufige Fragen zur Kniearthrose

Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung

Was ist der Unterschied zwischen Kniearthrose und normalem Knieverschleiß?
Knorpelabnutzung im Knie ist ein normaler Alterungsprozess. Von Kniearthrose (Gonarthrose) spricht man, wenn der Knorpelverschleiß ein Ausmaß erreicht, das zu anhaltenden Beschwerden wie Schmerzen, Schwellung oder Bewegungseinschränkung führt. Radiologisch zeigen sich dann typische Zeichen wie Gelenkspaltverschmälerung, Randausziehungen (Osteophyten) und subchondrale Sklerose.
Hilft Hyaluronsäure bei Kniearthrose?
Intraartikuläre Hyaluronsäure-Injektionen können bei leichter bis mittelschwerer Kniearthrose zur Verbesserung der Gelenkschmierung und zur Schmerzlinderung beitragen. Die Wirksamkeit variiert individuell. Wir besprechen gemeinsam, ob diese Therapieoption für Ihren Befund geeignet ist.
Kann ich mit Kniearthrose noch Sport treiben?
Ja – schonende, gelenkfreundliche Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind in vielen Fällen gut möglich und können zur Beschwerdelinderung beitragen. Stoßartige Sportarten und intensive Kniebeugungen sollten angepasst werden. Wir beraten Sie individuell, welche Aktivitäten für Ihren Befund sinnvoll sind.
Wann ist ein künstliches Kniegelenk notwendig?
Eine Knieprothese (endoprothetischer Ersatz) wird in der Regel erst erwogen, wenn die Arthrose weit fortgeschritten ist, konservative Maßnahmen keine ausreichende Beschwerdelinderung mehr bringen und die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist. Wir informieren Sie offen über alle Optionen und Zeitpunkte.
Verlangsamt Behandlung den Knorpelabbau?
Konservative Maßnahmen können den Verlauf der Kniearthrose günstig beeinflussen – sie heilen die Arthrose nicht, können aber Beschwerden lindern, die Funktion erhalten und die Lebensqualität verbessern. Ob und in welchem Ausmaß der Knorpelabbau verlangsamt wird, lässt sich individuell nicht sicher vorhersagen.

Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns an!

Ob Terminbuchung, Rückfragen zu Behandlungen oder eine erste Einschätzung – wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wählen Sie den Weg, der für Sie am besten passt.

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