Orthopädische Vorsorgeuntersuchung für Kinder
Fehlstellungen von Wirbelsäule, Beinen und Füßen früh erkennen – schonend und rein klinisch (10–14 Jahre)
Was ist eine kinderorthopädische Vorsorgeuntersuchung?
Die orthopädische Vorsorgeuntersuchung erkennt Fehlstellungen von Wirbelsäule, Beinen und Füßen früh – schonend und rein klinisch. Augen, Ohren, Zähne und Stoffwechsel haben in den Kinder- und Jugenduntersuchungen längst einen festen Platz; der Bewegungsapparat als Fundament der Beweglichkeit kommt dort aber kaum vor. Genau diese Lücke schließen wir.
Besonders sinnvoll ist das Screening im Alter von 10 bis 14 Jahren: In diesen Wachstumsschüben können sich Fehlstellungen wie eine Skoliose rasch entwickeln – früh erkannt, lassen sie sich meist gut und schonend behandeln.
Als Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen bieten wir Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland eine gründliche, kindgerechte orthopädische Vorsorge – mit klaren Empfehlungen für den nächsten Schritt.
Was sagt die Wissenschaft?
Aktuelle Erkenntnisse aus dem Projekt OrthoKids und internationalen Auswertungen
Kinder zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr durchlaufen entscheidende Wachstumsphasen ihres muskuloskelettalen Systems. In der Regelversorgung ist für diese Altersgruppe bislang keine spezifische orthopädische Vorsorge vorgesehen – viele Fehlstellungen der Wirbelsäule, Beine und Füße bleiben daher bei den üblichen Untersuchungen unentdeckt.
OrthoKids – Ergebnisse aus der Praxis
Im vom Innovationsfonds geförderten Projekt OrthoKids untersuchten rund 300 orthopädische Praxen knapp 12.000 Kinder (10–14 Jahre). Bei gezieltem Screening wurden deutlich mehr Befunde entdeckt als in der Regelversorgung: Skoliose bei rund 6 % der Kinder – fast sechsmal so viele wie in der Vergleichsgruppe aus Kassendaten (1,1 %). Bei Beinachsenabweichungen und Knick-Senkfuß waren die Unterschiede noch ausgeprägter. Prof. Thomas Wirth (Olgahospital Stuttgart): „Je früher eine Skoliose diagnostiziert wird, desto größer ist die Chance auf eine erfolgreiche konservative Therapie und auf die Vermeidung langfristiger Folgen oder Operationen."
Auch internationale Daten stützen den Nutzen der Früherkennung: Eine Metaanalyse aus 2025 (34 Studien, rund 2,8 Millionen Schülerinnen und Schüler) zeigte, dass früh erkannte Skoliosen im Schnitt deutlich milder ausgeprägt sind und seltener eine Versteifungsoperation nötig machen.
Aus ärztlicher Sicht ist der Nutzen für das einzelne Kind damit klar. Wir untersuchen rein klinisch und ohne Strahlenbelastung – ein Röntgen nur, wenn ein Befund es wirklich erfordert. Die noch offene Frage einer bundesweiten Einführung als Regelleistung betrifft vor allem organisatorische und gesundheitsökonomische Aspekte (laufendes Verfahren beim Gemeinsamen Bundesausschuss).
Quelle u. a.: Deutsches Ärzteblatt, 11/2025 – „Orthopädische Vorsorgeuntersuchung für Kinder sinnvoll".
Was wird untersucht?
Die wichtigsten Bereiche im Überblick
Wirbelsäule
- Inspektion der Wirbelsäule und Körperhaltung im Stand
- Vorbeugetest nach Adams (Skoliose-Ausschluss)
- Messung des Rippenbuckels (ggf. Skoliometer)
- Beurteilung von Schulter- und Beckenstand
Beinachsen
- Beurteilung der Beinachsen (O-/X-Beine) im Stand
- Beobachtung des Gangbilds
- Bei Bedarf Beinlängenmessung
- Einordnung: Was ist im Wachstum normal?
Füße
- Beurteilung der Fußstellung (Knick-Senkfuß)
- Längs- und Quergewölbe, Fersenstand
- Ganganalyse
- Empfehlung zu Übungen und Schuhwerk
Hüfte
- Beurteilung von Beweglichkeit und Gangbild
- Der Hüftultraschall zur Früherkennung der Hüftdysplasie erfolgt bereits bei der U3
- Bei Beschwerden gezielte weiterführende Abklärung
Zusätzlich: Wir beraten zu den Auswirkungen von Übergewicht auf den wachsenden Bewegungsapparat und zu Sportarten, die ihn besonders belasten – damit Ihr Kind aktiv und gesund bleibt.
So läuft die Vorsorgeuntersuchung ab
Gründlich, kindgerecht und ohne Strahlenbelastung
Anamnese & Gespräch
Fragen zu Beschwerden, Sport, Wachstum und familiärer Vorbelastung – gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind.
Klinische Untersuchung
Systematische Beurteilung von Wirbelsäule, Beinachsen und Füßen (u. a. Adams-Test) – rein klinisch, ohne Röntgen.
Ergebnis & Empfehlung
Wir besprechen den Befund verständlich, geben klare Empfehlungen und erstellen einen Bericht für den Kinder- oder Hausarzt.
Die orthopädische Vorsorge ersetzt die U- und J-Untersuchungen nicht – sie ergänzt sie um die spezialisierte orthopädische Perspektive. Ein Röntgen ist nur nötig, wenn ein auffälliger Befund es wirklich erfordert.
Warum Früherkennung so wertvoll ist
Frühe Diagnose erweitert die Behandlungsmöglichkeiten
Vorteile der Früherkennung
- Wachstumsphasen lassen sich therapeutisch nutzen – der Einfluss auf Knochen und Gelenke ist im Kindesalter am größten
- Früh erkannte Skoliosen können oft konservativ begleitet werden
- Schonende Maßnahmen können Operationen in vielen Fällen vermeiden
- Eltern erhalten Sicherheit und konkrete Handlungsempfehlungen
Was bei einem Befund passiert
- Gezielte Verlaufskontrolle – viele Beinachsen korrigieren sich im Wachstum von selbst
- Konservative Maßnahmen (Eigenübungen, Physiotherapie, Einlagen)
- Bei ausgeprägten Befunden weiterführende Diagnostik
- Nicht jede Fehlstellung braucht eine Behandlung – oft genügt Beobachtung
Detailinformationen zu einzelnen Befunden
Weiterführende Informationen zu den häufigsten kinderorthopädischen Themen
Skoliose
Seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule – früh erkannt meist gut konservativ behandelbar.
Mehr erfahren →O-Beine & X-Beine
Beinachsen im Wachstum – wann normal, wann kontrollbedürftig.
Mehr erfahren →Knick-Senkfuß
Häufige Fußform im Kindesalter – wann sie harmlos ist und wann behandelt wird.
Mehr erfahren →Beinlängendifferenz
Unterschiedlich lange Beine – ab wann relevant und wie wir sie begleiten.
Mehr erfahren →Hüftultraschall (U3)
Früherkennung der Hüftdysplasie beim Säugling – fester Bestandteil der U3.
Mehr erfahren →Alle Kinderortho-Themen
Übersicht unserer kinderorthopädischen Sprechstunde für Säuglinge, Kinder und Jugendliche.
Zur Übersicht →Ihre Kinderorthopäden für die Vorsorge
Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Britta Bröking untersuchen den Bewegungsapparat Ihres Kindes gründlich und kindgerecht, ordnen Befunde fachkundig ein und geben klare Empfehlungen für den nächsten Schritt – wo nötig mit Anbindung an spezialisierte Zentren.

Dr. med. Jan Niklas Bröking
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
- Zusatzbezeichnung Kinderorthopädie
- Fußchirurgie – Departmentleiter St. Elisabeth-Hospital Beckum
- Manuelle Medizin / Chirotherapie
- Zertifikat Fußballmedizin (DFB)
Häufige Fragen zur orthopädischen Vorsorgeuntersuchung
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Was ist eine orthopädische Vorsorgeuntersuchung für Kinder?
Ab welchem Alter ist sie besonders sinnvoll?
Was wird untersucht?
Wird dabei geröntgt?
Ersetzt sie die U- und J-Untersuchungen beim Kinderarzt?
Ist so ein Screening wirklich sinnvoll?
Was passiert, wenn eine Fehlstellung gefunden wird?
Für welche Kinder ist die Vorsorge besonders empfehlenswert?
Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns an!
Ob Terminbuchung, Rückfragen zu Behandlungen oder eine erste Einschätzung – wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wählen Sie den Weg, der für Sie am besten passt.
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