Beinachsenfehlstellungen im Kindesalter – normale Entwicklung erkennen, behandlungsbedürftige Ursachen ausschließen
O-Beine (medizinisch: Genu varum) und X-Beine (Genu valgum) bezeichnen Abweichungen in der Ausrichtung der Beinachse. Bei O-Beinen berühren sich die Knöchel, aber nicht die Knie, wenn das Kind steht. Bei X-Beinen ist es umgekehrt: Die Knie berühren sich, aber die Knöchel nicht.
Das Wichtigste vorweg: Beinachsenveränderungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern mit ihren Kindern in der orthopädischen Sprechstunde vorstellig werden. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um normale Entwicklungsphasen, die sich von selbst zurückbilden. Nur selten steckt eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinter. Um dies sicher beurteilen zu können, empfehlen wir eine kinderorthopädische Mitbeurteilung.
🏥 Als Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen beraten wir Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland zur Beurteilung von Beinachsenfehlstellungen bei Kindern – damit Sie sicher sein können, dass sich die Beine Ihres Kindes normal entwickeln.
Die Beinachse durchläuft im Kindesalter eine vorhersehbare Entwicklung
Viele Eltern sind besorgt, wenn die Beine ihres Kindes nicht gerade aussehen. Dabei ist es wichtig zu wissen: Die Beinachse verändert sich im Laufe der Kindheit ganz natürlich. Erst ab dem 7. bis 8. Lebensjahr entspricht sie den Werten von Erwachsenen. Eine kinderorthopädische Untersuchung kann dabei helfen, die normale Entwicklung von einer behandlungsbedürftigen Fehlstellung sicher zu unterscheiden.
O-Beine sind normal. Neugeborene kommen typischerweise mit O-Beinen zur Welt. Dies hängt mit der Position im Mutterleib zusammen und ist völlig normal. Der Abstand zwischen den Knien beträgt in dieser Phase durchschnittlich etwa 3 cm.
Beine werden gerade. Etwa wenn das Kind sicher zu laufen beginnt, richten sich die Beine in eine gerade, neutrale Position aus. Die O-Bein-Stellung bildet sich zurück.
X-Beine entwickeln sich. Die Beine gehen vorübergehend in eine X-Bein-Stellung über. Um das 3. Lebensjahr herum ist diese Phase am deutlichsten sichtbar. Auch dies ist ein normaler Entwicklungsschritt.
Beinachse pendelt sich ein. Die X-Beine bilden sich allmählich zurück. Bis zum 7. bis 8. Lebensjahr erreicht die Beinachse ihre endgültige Ausrichtung, die den Werten von Erwachsenen entspricht.
Warnsignale, die auf eine behandlungsbedürftige Fehlstellung hinweisen können
Auch wenn die meisten Beinachsenveränderungen harmlos sind, gibt es Warnsignale, bei denen eine kinderorthopädische Abklärung sinnvoll ist. Eine frühzeitige Beurteilung hilft, seltene, aber behandlungsbedürftige Ursachen auszuschließen und Ihnen als Eltern Sicherheit zu geben.
Unser Rat: Im Zweifel empfehlen wir lieber eine Vorstellung in der kinderorthopädischen Sprechstunde zu viel als zu wenig. So können wir sicherstellen, dass es sich bei der Beinstellung Ihres Kindes um eine normale Entwicklungsphase handelt – oder bei Bedarf rechtzeitig handeln.
Physiologisch oder pathologisch – die Unterscheidung ist entscheidend
Neben der normalen Entwicklungsphase können verschiedene Erkrankungen O-Beine verursachen.
Auch X-Beine können neben der normalen Entwicklung verschiedene Ursachen haben.
Gut zu wissen – Vitamin D und Beinachsen: Neuere Studien zeigen, dass selbst scheinbar normale O-Beine bei Kleinkindern mit einem Vitamin-D-Mangel und Störungen des Knochenstoffwechsels zusammenhängen können, auch wenn keine typischen Röntgenzeichen einer Rachitis vorliegen. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung ist daher wichtig für die gesunde Knochenentwicklung Ihres Kindes.
Die Blount-Krankheit ist eine Wachstumsstörung der inneren Wachstumsfuge am oberen Schienbein. Die Innenseite wächst langsamer als die Außenseite, was zu zunehmenden O-Beinen führt. Die Erkrankung tritt in zwei Formen auf: als infantile Form bei Kleinkindern und als adoleszente Form bei Jugendlichen. Frühes Laufen und Übergewicht gelten als Risikofaktoren. Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, da die Behandlungsergebnisse bei rechtzeitigem Therapiebeginn deutlich besser sind.
Gründliche Untersuchung für eine sichere Beurteilung
Ausführliches Gespräch über die Entwicklung Ihres Kindes, den Zeitpunkt der Auffälligkeit, mögliche Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten und die Familiengeschichte.
Messung der Beinachsen (Abstände zwischen Knien und Knöcheln), Ganganalyse, Prüfung der Gelenkbeweglichkeit und Beurteilung der gesamten Körperhaltung.
Bei Auffälligkeiten: Röntgenaufnahmen der gesamten Beinachse im Stehen und ggf. Laboruntersuchungen (z. B. Vitamin-D-Spiegel, Kalzium, Phosphat), um behandlungsbedürftige Ursachen auszuschließen.
Wichtig: Bei Kindern unter 7 Jahren müssen die Messwerte immer im Zusammenhang mit dem Alter beurteilt werden. Wir verwenden altersgerechte Normwerte, um die Beinachse Ihres Kindes zuverlässig einzuschätzen – nicht die Werte von Erwachsenen.
Von der Beobachtung bis zur modernen Wachstumslenkung
In den meisten Fällen: Beinachsenveränderungen im Rahmen der normalen Entwicklung benötigen keine Behandlung. Die Fehlstellung bildet sich von selbst zurück. Regelmäßige kinderorthopädische Kontrollen dienen der Verlaufsdokumentation und geben Ihnen als Eltern Sicherheit.
Wird eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung festgestellt, richtet sich die Therapie nach der Ursache. Bei einem Vitamin-D-Mangel kann beispielsweise eine gezielte Supplementierung erfolgen. Bei Übergewicht als begünstigenden Faktor bei X-Beinen kann eine Beratung zu Ernährung und Bewegung hilfreich sein.
Moderne Verfahren – schonend und wirksam
Unsere Kinderorthopäden Dr. med. Jan Niklas Bröking und Dr. med. Britta Bröking verfügen über klinische und operative Erfahrung in der Beinachskorrektur aus ihrer Tätigkeit in der Kinderorthopädie des Universitätsklinikums Münster (UKM) – einem der führenden Zentren auf diesem Gebiet. Durch diese fundierte Expertise beurteilen wir die Beinachse Ihres Kindes zuverlässig, erkennen behandlungsbedürftige Abweichungen frühzeitig und vermitteln Sie bei Bedarf gezielt an spezialisierte Zentren.
Wenn eine Beinachsenfehlstellung nicht zur normalen Entwicklung gehört und sich nicht von selbst korrigiert, stehen heute moderne operative Verfahren zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Wachstumslenkung – einem schonenden Eingriff, der das natürliche Wachstum des Kindes nutzt.
Die Wachstumslenkung ist das bevorzugte Verfahren zur Korrektur von Beinachsenfehlstellungen bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen. Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll:
Korrekturosteotomie – nur in Ausnahmefällen: In seltenen, schweren Fällen – etwa bei der Blount-Krankheit oder wenn die Wachstumsfugen bereits geschlossen sind – kann eine Korrekturosteotomie erforderlich werden. Dabei wird der Knochen durchtrennt und in korrekter Position fixiert. Diese aufwendigeren Eingriffe werden an spezialisierten kinderorthopädischen Zentren durchgeführt. Wir beraten Sie und vermitteln gezielt an erfahrene Behandler in der Region.
In den allermeisten Fällen sehr gute Aussichten
Die große Mehrheit der Beinachsenveränderungen im Kindesalter bildet sich im Rahmen der normalen Entwicklung vollständig und ohne bleibende Folgen zurück. Diese Kinder entwickeln eine normale Beinachse, haben keine Einschränkungen und kein erhöhtes Risiko für spätere Gelenkprobleme. Bei den seltenen behandlungsbedürftigen Fehlstellungen sind die Ergebnisse bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie ebenfalls gut – insbesondere wenn frühzeitig gehandelt wird. Eine regelmäßige kinderorthopädische Kontrolle bis zum Abschluss des Wachstums kann dabei helfen, den Verlauf sicher zu beurteilen.
Ihr Ansprechpartner im Herzen von Westfalen
Beinachsenveränderungen bei Kindern sind einer der häufigsten Vorstellungsgründe in unserer kinderorthopädischen Sprechstunde. In der Orthopädischen Praxis Beckum bieten wir Ihnen eine gründliche Untersuchung und fundierte Beurteilung der Beinachsen Ihres Kindes. Wir nehmen uns die Zeit, Ihnen die Befunde verständlich zu erläutern und gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen.
Bei behandlungsbedürftigen Fehlstellungen begleiten wir Sie als Familie durch den gesamten Prozess und vermitteln Sie bei Bedarf gezielt an spezialisierte kinderorthopädische Zentren für weiterführende Therapiemaßnahmen wie die Wachstumslenkung.
Für Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest, Ennigerloh, Wadersloh und dem gesamten Westfalen sind wir Ihr erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um Beinachsenfehlstellungen bei Kindern.
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
O-Beine (Genu varum) und X-Beine (Genu valgum) sind Abweichungen in der Beinachse. Bei O-Beinen berühren sich die Knöchel, aber nicht die Knie, wenn das Kind steht. Bei X-Beinen berühren sich die Knie, aber nicht die Knöchel. In den allermeisten Fällen handelt es sich um normale Entwicklungsphasen, die sich von selbst zurückbilden. Um eine behandlungsbedürftige Ursache auszuschließen, empfehlen wir eine kinderorthopädische Beurteilung.
Die Beinachse durchläuft während der Kindheit eine vorhersehbare Entwicklung. Neugeborene kommen typischerweise mit O-Beinen zur Welt. Ab etwa 18 Monaten richten sich die Beine gerade aus, und bis zum Alter von etwa 3 Jahren entwickeln sich vorübergehend X-Beine. Bis zum 7. bis 8. Lebensjahr pendelt sich die Beinachse auf den endgültigen Wert ein. Ein kinderorthopädischer Blick kann dabei helfen, die normale Entwicklung sicher von einer Fehlstellung zu unterscheiden.
Eine kinderorthopädische Vorstellung ist empfehlenswert bei: Asymmetrie (eine Seite deutlich anders als die andere), Schmerzen, Hinken, Fortbestehen von O-Beinen über das 2. Lebensjahr hinaus, sehr ausgeprägten X-Beinen nach dem 8. Lebensjahr, familiärer Belastung mit Skeletterkrankungen oder begleitenden Entwicklungsverzögerungen. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel vorstellen als zu wenig.
Die Diagnostik umfasst eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung mit Messung der Beinachsen. Dabei messen wir die Abstände zwischen Knien und Knöcheln und beurteilen die Werte anhand altersgerechter Normwerte. Bei Auffälligkeiten können Röntgenaufnahmen der gesamten Beinachse im Stehen sowie Laboruntersuchungen (z. B. Vitamin-D-Spiegel) ergänzt werden, um behandlungsbedürftige Ursachen auszuschließen.
Bei normalen Entwicklungsvarianten gibt es keine wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von speziellen Schuhen, Einlagen, Schienen oder Krankengymnastik zur Korrektur der Beinachsen. Diese Maßnahmen können die natürliche Entwicklung nicht beschleunigen. Die Beinachse korrigiert sich im Rahmen des normalen Wachstums von selbst. Nur bei behandlungsbedürftigen Grunderkrankungen sind gezielte therapeutische Maßnahmen sinnvoll.
Die Wachstumslenkung ist ein modernes, minimal-invasives Verfahren zur Korrektur von Beinachsenfehlstellungen bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen. Dabei werden kleine Metallplatten an der Wachstumsfuge platziert, die das Wachstum auf einer Seite vorübergehend bremsen, sodass die andere Seite aufholen kann. Das Verfahren nutzt das natürliche Wachstum des Kindes zur Korrektur und zeigt bei rechtzeitigem Einsatz gute Ergebnisse. Nach erfolgreicher Korrektur werden die Platten wieder entfernt.
Ja, neuere Studien zeigen, dass selbst scheinbar normale O-Beine bei Kleinkindern mit einem Vitamin-D-Mangel und Störungen des Knochenstoffwechsels zusammenhängen können, auch wenn keine typischen Röntgenzeichen einer Rachitis vorliegen. Bei der kinderorthopädischen Untersuchung kann ein Vitamin-D-Mangel als mögliche Ursache berücksichtigt und bei Verdacht laborchemisch abgeklärt werden.
In der Orthopädischen Praxis Beckum beraten wir Sie ausführlich zur Diagnostik von Beinachsenfehlstellungen bei Kindern. Unsere Kinderorthopäden Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Britta Bröking verfügen über klinische und operative Erfahrung in der Beinachskorrektur aus ihrer Tätigkeit am Universitätsklinikum Münster. Bei behandlungsbedürftigen Befunden vermitteln wir Sie gezielt an spezialisierte Zentren. Für Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Westfalen sind wir Ihr Ansprechpartner.
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