Früherkennung, Behandlung mit Spreizhose und langfristige Nachsorge – Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen
Die Hüftdysplasie (auch entwicklungsbedingte Hüftdysplasie oder DDH genannt) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die bereits bei Neugeborenen auftreten kann. Dabei ist die Hüftpfanne zu flach ausgebildet, sodass der Hüftkopf nicht stabil in der Pfanne sitzt. Die Erkrankung umfasst ein breites Spektrum – von einer leichten Hüftreifungsverzögerung über eine teilweise Fehlstellung bis hin zur vollständigen Ausrenkung des Hüftgelenks.
Mit einer Häufigkeit von etwa 4 bis 23 betroffenen Kindern pro 1.000 Neugeborenen gehört die Hüftdysplasie zu den häufigsten angeborenen Skeletterkrankungen. In Deutschland werden alle Säuglinge im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung per Hüftultraschall untersucht, um eine Hüftdysplasie frühzeitig zu erkennen. Denn je früher die Diagnose gestellt wird, desto einfacher und erfolgreicher ist die Behandlung.
Wann ist besondere Aufmerksamkeit geboten?
Bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Hüftdysplasie. Bei Vorliegen dieser Risikofaktoren empfehlen wir eine frühzeitige Ultraschalluntersuchung.
Nicht jeder Risikofaktor bedeutet, dass Ihr Kind eine Hüftdysplasie entwickelt. Gleichzeitig kann eine Hüftdysplasie auch ohne erkennbare Risikofaktoren auftreten.
Früherkennung ist der Schlüssel zum Behandlungserfolg
Die Diagnostik der Hüftdysplasie stützt sich auf die klinische Untersuchung und den Hüftultraschall. Bei Neugeborenen prüft der Arzt die Stabilität der Hüftgelenke mit speziellen Untersuchungsgriffen. Asymmetrische Hautfalten an Oberschenkeln oder Gesäß, eine eingeschränkte Abspreizbarkeit der Hüfte oder unterschiedliche Beinlängen können auf eine Hüftdysplasie hinweisen.
Der Hüftultraschall ist die wichtigste bildgebende Methode bei Säuglingen unter 4 Monaten. Er macht das noch knorpelige Hüftgelenk sichtbar – ganz ohne Strahlenbelastung. In Deutschland wird diese Untersuchung im Rahmen der U3 bei allen Kindern durchgeführt. Bei Vorliegen von Risikofaktoren sollte der Ultraschall bereits in der ersten Lebenswoche erfolgen.
Dr. med. Jan Niklas Bröking war Dozent für Hüftsonographie nach Prof. Graf an der Universität Münster und führt den Hüftultraschall in unserer Praxis selbst durch. Mehr Informationen zum Ablauf und zur Bedeutung der Untersuchung finden Sie auf unserer Seite zum Hüftultraschall bei der U3.
Je früher die Therapie beginnt, desto besser die Ergebnisse
Bei leichten Befunden und normaler klinischer Untersuchung kann zunächst abgewartet werden. Viele leichte Hüftreifungsverzögerungen bilden sich in den ersten Lebenswochen von selbst zurück. Regelmäßige Ultraschallkontrollen überwachen die Entwicklung.
Bei bestätigter Hüftdysplasie ist die Spreizhose für Säuglinge unter 6 Monaten die Behandlung der ersten Wahl. Sie hält die Hüftgelenke in einer gebeugten und abgespreizten Position, sodass sich die Hüftpfanne normal entwickeln kann.
Bei später Diagnose oder wenn die Schienenbehandlung nicht ausreicht, können weiterführende Maßnahmen nötig sein.
Sollte bei Ihrem Kind eine operative Therapie notwendig werden, arbeiten wir eng mit spezialisierten kinderorthopädischen Zentren in Deutschland zusammen. Wir koordinieren die Überweisung, begleiten die Vor- und Nachbehandlung und sorgen so für eine durchgehende Betreuung – von der Erstdiagnose über den Eingriff bis zur langfristigen Nachsorge.
Langfristige Begleitung für eine gesunde Hüftentwicklung
Nach erfolgreicher Behandlung der Hüftdysplasie ist eine langfristige Nachsorge wichtig, um die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks zu überwachen. In unserer kinderorthopädischen Sprechstunde begleiten wir Ihr Kind über die entscheidenden Wachstumsphasen hinweg mit einem strukturierten Nachsorgeprogramm.
Wenn Ihr Kind die ersten Schritte macht, überprüfen wir die Hüftfunktion und Gangentwicklung. Eventuelle Auffälligkeiten lassen sich in diesem Stadium früh erkennen.
Im Alter von etwa 2 Jahren beurteilen wir anhand einer Röntgenaufnahme die knöcherne Entwicklung des Hüftgelenks. Zu diesem Zeitpunkt ist die Verknöcherung so weit fortgeschritten, dass das Röntgenbild aussagekräftig ist.
Eine weitere Kontrolle im Vorschulalter dient dazu, die fortschreitende Entwicklung der Hüftpfanne zu beurteilen und eine mögliche Restdysplasie auszuschließen.
Gegen Ende des Wachstumsalters erfolgt eine abschließende Kontrolle. Damit können wir die langfristig gesunde Entwicklung des Hüftgelenks bestätigen und die Nachsorge in der Regel abschließen.
Gute Aussichten bei frühzeitiger Behandlung
Wird die Hüftdysplasie vor dem 3. Lebensmonat erkannt, zeigen Studien eine Erfolgsrate der Schienenbehandlung von über 90 %. Langzeitstudien mit über 20 Jahren Nachbeobachtung belegen, dass nach Behandlung mit einer Spreizhose nur sehr wenige Kinder eine leichte Restdysplasie aufweisen – ohne Einschränkungen im Alltag oder beim Sport. Das unterstreicht, wie wichtig die Teilnahme an der U3-Vorsorgeuntersuchung mit Hüftultraschall ist.
Bei später Diagnose kann eine aufwändige Behandlung mit Gipsruhigstellung oder Operationen notwendig werden. Unbehandelt kann eine Hüftdysplasie zu frühzeitigem Gelenkverschleiß führen, der bereits im jungen Erwachsenenalter einen Hüftgelenkersatz erforderlich machen kann. Nehmen Sie daher alle Vorsorgeuntersuchungen wahr – besonders wenn Risikofaktoren wie Beckenendlage oder familiäre Vorbelastung vorliegen.
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Eine Hüftdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der die Hüftpfanne zu flach ausgebildet ist und den Hüftkopf nicht ausreichend umfasst. Sie tritt bei etwa 4 bis 23 von 1.000 Neugeborenen auf und gehört zu den häufigsten angeborenen Skeletterkrankungen. Das Spektrum reicht von leichter Unreife bis zur vollständigen Ausrenkung des Hüftgelenks.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind Beckenendlage während der Schwangerschaft, weibliches Geschlecht, familiäre Vorbelastung (wenn Eltern oder Geschwister betroffen waren) und Erstgeburt. Auch zu wenig Fruchtwasser und traditionelles enges Wickeln mit gestreckten Beinen können das Risiko erhöhen.
Bei frühzeitiger Erkennung wird die Hüftdysplasie in der Regel mit einer Spreizhose oder Spreizschiene behandelt. Diese hält die Hüftgelenke in einer gebeugten und abgespreizten Position, sodass sich die Hüftpfanne normal entwickeln kann. Die Spreizhose wird etwa 23 Stunden täglich getragen, meist über einen Zeitraum von mindestens 6 bis 8 Wochen, teilweise auch mehrere Monate. Studien zeigen bei Diagnose vor dem 3. Lebensmonat eine Erfolgsrate von über 90 %.
Die Tragedauer beträgt in der Regel mindestens 6 bis 8 Wochen, teilweise auch mehrere Monate. Die Spreizhose sollte etwa 23 Stunden täglich getragen werden – sie wird nur zum Baden und Wickeln abgenommen. Regelmäßige Ultraschallkontrollen alle 4 bis 6 Wochen überprüfen den Behandlungserfolg. Ihr behandelnder Arzt informiert Sie über die individuell empfohlene Tragedauer.
Nach erfolgreicher Spreizhosenbehandlung empfehlen wir klinische Kontrollen mit Laufbeginn sowie Röntgenkontrollen um den 2. und 5. Geburtstag und mit etwa 10 bis 12 Jahren. Dieses strukturierte Nachsorgeprogramm dient der langfristigen Überwachung der gesunden Hüftentwicklung.
Ja, bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung hat die Hüftdysplasie eine sehr gute Prognose. Langzeitstudien zeigen, dass nach Behandlung mit Spreizhose nur sehr wenige Kinder eine leichte Restdysplasie aufweisen und keine relevanten Einschränkungen im Alltag oder beim Sport bestehen.
In der Orthopädischen Praxis Beckum ist Dr. med. Jan Niklas Bröking als Kinderorthopäde und ehemaliger Dozent für Hüftsonographie nach Prof. Graf an der Universität Münster auf die Diagnostik und Behandlung der Hüftdysplasie spezialisiert. Unsere Praxis liegt zentral im Herzen von Westfalen und ist für Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm und Soest gut erreichbar.
Ob Erstdiagnose, Zweitmeinung oder Nachsorge nach Spreizhosenbehandlung – vereinbaren Sie jetzt einen Termin in unserer kinderorthopädischen Sprechstunde.