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Hüftdysplasie bei Säuglingen

Früherkennung, Behandlung mit Spreizhose und langfristige Nachsorge – Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen

Was ist Hüftdysplasie?

Die Hüftdysplasie (auch entwicklungsbedingte Hüftdysplasie oder DDH genannt) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die bereits bei Neugeborenen auftreten kann. Dabei ist die Hüftpfanne zu flach ausgebildet, sodass der Hüftkopf nicht stabil in der Pfanne sitzt. Die Erkrankung umfasst ein breites Spektrum – von einer leichten Hüftreifungsverzögerung über eine teilweise Fehlstellung bis hin zur vollständigen Ausrenkung des Hüftgelenks.

Mit einer Häufigkeit von etwa 4 bis 23 betroffenen Kindern pro 1.000 Neugeborenen gehört die Hüftdysplasie zu den häufigsten angeborenen Skeletterkrankungen. In Deutschland werden alle Säuglinge im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung per Hüftultraschall untersucht, um eine Hüftdysplasie frühzeitig zu erkennen. Denn je früher die Diagnose gestellt wird, desto einfacher und erfolgreicher ist die Behandlung.

Risikofaktoren für Hüftdysplasie

Wann ist besondere Aufmerksamkeit geboten?

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Wichtige Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Hüftdysplasie. Bei Vorliegen dieser Risikofaktoren empfehlen wir eine frühzeitige Ultraschalluntersuchung.

  • Beckenendlage – der bedeutendste Risikofaktor
  • Weibliches Geschlecht – Mädchen sind etwa viermal häufiger betroffen
  • Familiäre Vorbelastung – wenn Eltern oder Geschwister betroffen waren
  • Erstgeborene Kinder – leicht erhöhtes Risiko
  • Oligohydramnion – zu wenig Fruchtwasser in der Schwangerschaft
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Gut zu wissen

Nicht jeder Risikofaktor bedeutet, dass Ihr Kind eine Hüftdysplasie entwickelt. Gleichzeitig kann eine Hüftdysplasie auch ohne erkennbare Risikofaktoren auftreten.

  • Etwa 75 % der Fälle betreffen Mädchen
  • Traditionelles enges Wickeln mit gestreckten Beinen kann das Risiko erhöhen
  • Begleitende Fußfehlstellungen wie ein Klumpfuß können ein Hinweis sein
  • Daher ist das universelle Hüftscreening für alle Säuglinge so wichtig

Diagnostik der Hüftdysplasie

Früherkennung ist der Schlüssel zum Behandlungserfolg

Die Diagnostik der Hüftdysplasie stützt sich auf die klinische Untersuchung und den Hüftultraschall. Bei Neugeborenen prüft der Arzt die Stabilität der Hüftgelenke mit speziellen Untersuchungsgriffen. Asymmetrische Hautfalten an Oberschenkeln oder Gesäß, eine eingeschränkte Abspreizbarkeit der Hüfte oder unterschiedliche Beinlängen können auf eine Hüftdysplasie hinweisen.

Der Hüftultraschall ist die wichtigste bildgebende Methode bei Säuglingen unter 4 Monaten. Er macht das noch knorpelige Hüftgelenk sichtbar – ganz ohne Strahlenbelastung. In Deutschland wird diese Untersuchung im Rahmen der U3 bei allen Kindern durchgeführt. Bei Vorliegen von Risikofaktoren sollte der Ultraschall bereits in der ersten Lebenswoche erfolgen.

🎓 Unsere Expertise

Dr. med. Jan Niklas Bröking war Dozent für Hüftsonographie nach Prof. Graf an der Universität Münster und führt den Hüftultraschall in unserer Praxis selbst durch. Mehr Informationen zum Ablauf und zur Bedeutung der Untersuchung finden Sie auf unserer Seite zum Hüftultraschall bei der U3.

Behandlung der Hüftdysplasie

Je früher die Therapie beginnt, desto besser die Ergebnisse

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Beobachtung

Bei leichten Befunden und normaler klinischer Untersuchung kann zunächst abgewartet werden. Viele leichte Hüftreifungsverzögerungen bilden sich in den ersten Lebenswochen von selbst zurück. Regelmäßige Ultraschallkontrollen überwachen die Entwicklung.

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Spreizhose / Spreizschiene

Bei bestätigter Hüftdysplasie ist die Spreizhose für Säuglinge unter 6 Monaten die Behandlung der ersten Wahl. Sie hält die Hüftgelenke in einer gebeugten und abgespreizten Position, sodass sich die Hüftpfanne normal entwickeln kann.

  • Tragedauer: ca. 23 Stunden täglich
  • Behandlungszeitraum: mindestens 6–8 Wochen, teilweise auch mehrere Monate
  • Regelmäßige Ultraschallkontrollen alle 4–6 Wochen
  • Laut Fachliteratur Erfolgsrate über 90 % bei früher Diagnose
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Weiterführende Therapie

Bei später Diagnose oder wenn die Schienenbehandlung nicht ausreicht, können weiterführende Maßnahmen nötig sein.

  • Geschlossene Reposition – Einrenkung der Hüfte unter Narkose mit anschließender Gipsbehandlung (bei Säuglingen über 6 Monate)
  • Offene Reposition – operative Einrenkung, wenn eine geschlossene Reposition nicht gelingt
  • Beckenosteotomie – operative Korrektur der Hüftpfanne bei älteren Kindern und Jugendlichen

🤝 Enge Kooperation mit spezialisierten Zentren

Sollte bei Ihrem Kind eine operative Therapie notwendig werden, arbeiten wir eng mit spezialisierten kinderorthopädischen Zentren in Deutschland zusammen. Wir koordinieren die Überweisung, begleiten die Vor- und Nachbehandlung und sorgen so für eine durchgehende Betreuung – von der Erstdiagnose über den Eingriff bis zur langfristigen Nachsorge.

Nachsorge nach Spreizhosenbehandlung

Langfristige Begleitung für eine gesunde Hüftentwicklung

Nach erfolgreicher Behandlung der Hüftdysplasie ist eine langfristige Nachsorge wichtig, um die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks zu überwachen. In unserer kinderorthopädischen Sprechstunde begleiten wir Ihr Kind über die entscheidenden Wachstumsphasen hinweg mit einem strukturierten Nachsorgeprogramm.

👣 Klinische Kontrolle bei Laufbeginn

Wenn Ihr Kind die ersten Schritte macht, überprüfen wir die Hüftfunktion und Gangentwicklung. Eventuelle Auffälligkeiten lassen sich in diesem Stadium früh erkennen.

🎂 Röntgenkontrolle um den 2. Geburtstag

Im Alter von etwa 2 Jahren beurteilen wir anhand einer Röntgenaufnahme die knöcherne Entwicklung des Hüftgelenks. Zu diesem Zeitpunkt ist die Verknöcherung so weit fortgeschritten, dass das Röntgenbild aussagekräftig ist.

🎂 Röntgenkontrolle um den 5. Geburtstag

Eine weitere Kontrolle im Vorschulalter dient dazu, die fortschreitende Entwicklung der Hüftpfanne zu beurteilen und eine mögliche Restdysplasie auszuschließen.

📋 Röntgenkontrolle mit ca. 10–12 Jahren

Gegen Ende des Wachstumsalters erfolgt eine abschließende Kontrolle. Damit können wir die langfristig gesunde Entwicklung des Hüftgelenks bestätigen und die Nachsorge in der Regel abschließen.

Prognose der Hüftdysplasie

Gute Aussichten bei frühzeitiger Behandlung

✅ Positive Prognose bei früher Diagnose

Wird die Hüftdysplasie vor dem 3. Lebensmonat erkannt, zeigen Studien eine Erfolgsrate der Schienenbehandlung von über 90 %. Langzeitstudien mit über 20 Jahren Nachbeobachtung belegen, dass nach Behandlung mit einer Spreizhose nur sehr wenige Kinder eine leichte Restdysplasie aufweisen – ohne Einschränkungen im Alltag oder beim Sport. Das unterstreicht, wie wichtig die Teilnahme an der U3-Vorsorgeuntersuchung mit Hüftultraschall ist.

⚠️ Warum Früherkennung so wichtig ist

Bei später Diagnose kann eine aufwändige Behandlung mit Gipsruhigstellung oder Operationen notwendig werden. Unbehandelt kann eine Hüftdysplasie zu frühzeitigem Gelenkverschleiß führen, der bereits im jungen Erwachsenenalter einen Hüftgelenkersatz erforderlich machen kann. Nehmen Sie daher alle Vorsorgeuntersuchungen wahr – besonders wenn Risikofaktoren wie Beckenendlage oder familiäre Vorbelastung vorliegen.

Häufige Fragen zur Hüftdysplasie

Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern

Was ist eine Hüftdysplasie beim Baby?

Eine Hüftdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der die Hüftpfanne zu flach ausgebildet ist und den Hüftkopf nicht ausreichend umfasst. Sie tritt bei etwa 4 bis 23 von 1.000 Neugeborenen auf und gehört zu den häufigsten angeborenen Skeletterkrankungen. Das Spektrum reicht von leichter Unreife bis zur vollständigen Ausrenkung des Hüftgelenks.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Hüftdysplasie?

Die wichtigsten Risikofaktoren sind Beckenendlage während der Schwangerschaft, weibliches Geschlecht, familiäre Vorbelastung (wenn Eltern oder Geschwister betroffen waren) und Erstgeburt. Auch zu wenig Fruchtwasser und traditionelles enges Wickeln mit gestreckten Beinen können das Risiko erhöhen.

Wie wird eine Hüftdysplasie behandelt?

Bei frühzeitiger Erkennung wird die Hüftdysplasie in der Regel mit einer Spreizhose oder Spreizschiene behandelt. Diese hält die Hüftgelenke in einer gebeugten und abgespreizten Position, sodass sich die Hüftpfanne normal entwickeln kann. Die Spreizhose wird etwa 23 Stunden täglich getragen, meist über einen Zeitraum von mindestens 6 bis 8 Wochen, teilweise auch mehrere Monate. Studien zeigen bei Diagnose vor dem 3. Lebensmonat eine Erfolgsrate von über 90 %.

Wie lange muss mein Baby die Spreizhose tragen?

Die Tragedauer beträgt in der Regel mindestens 6 bis 8 Wochen, teilweise auch mehrere Monate. Die Spreizhose sollte etwa 23 Stunden täglich getragen werden – sie wird nur zum Baden und Wickeln abgenommen. Regelmäßige Ultraschallkontrollen alle 4 bis 6 Wochen überprüfen den Behandlungserfolg. Ihr behandelnder Arzt informiert Sie über die individuell empfohlene Tragedauer.

Welche Nachsorge ist nach einer Spreizhosenbehandlung nötig?

Nach erfolgreicher Spreizhosenbehandlung empfehlen wir klinische Kontrollen mit Laufbeginn sowie Röntgenkontrollen um den 2. und 5. Geburtstag und mit etwa 10 bis 12 Jahren. Dieses strukturierte Nachsorgeprogramm dient der langfristigen Überwachung der gesunden Hüftentwicklung.

Ist eine Hüftdysplasie heilbar?

Ja, bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung hat die Hüftdysplasie eine sehr gute Prognose. Langzeitstudien zeigen, dass nach Behandlung mit Spreizhose nur sehr wenige Kinder eine leichte Restdysplasie aufweisen und keine relevanten Einschränkungen im Alltag oder beim Sport bestehen.

Wo finde ich einen Spezialisten für Hüftdysplasie in der Region Beckum?

In der Orthopädischen Praxis Beckum ist Dr. med. Jan Niklas Bröking als Kinderorthopäde und ehemaliger Dozent für Hüftsonographie nach Prof. Graf an der Universität Münster auf die Diagnostik und Behandlung der Hüftdysplasie spezialisiert. Unsere Praxis liegt zentral im Herzen von Westfalen und ist für Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm und Soest gut erreichbar.

Hüftdysplasie bei Ihrem Kind?

Ob Erstdiagnose, Zweitmeinung oder Nachsorge nach Spreizhosenbehandlung – vereinbaren Sie jetzt einen Termin in unserer kinderorthopädischen Sprechstunde.