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Golferellenbogen (Epicondylitis medialis)

Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens beim Greifen oder Beugen des Handgelenks? Der Golferellenbogen ist eine Überlastung der Beugemuskeln am inneren Ellenbogen. Am wirksamsten sind gezielte Übungen; die meisten Verläufe heilen ohne Operation aus.

Was ist ein Golferellenbogen?

Der Golferellenbogen (Epicondylitis medialis) ist eine Überlastungsreaktion am Sehnenansatz der Beuge- und Drehmuskeln an der Innenseite des Ellenbogens. Typisch ist ein belastungsabhängiger Schmerz beim Beugen des Handgelenks, beim Greifen und beim Drehen des Unterarms. In der Orthopädischen Praxis Beckum kann er fast immer konservativ behandelt werden – am wirksamsten mit einem gezielten Kräftigungsprogramm; eine Operation ist nur selten nötig.

Am inneren Ellenbogenknochen (Epicondylus medialis) entspringen die Muskeln, die Hand und Finger beugen und den Unterarm einwärts drehen (Flexoren-Pronatoren-Gruppe). Durch wiederholte Belastung entstehen am Sehnenansatz feine Mikroschäden, die nicht ausreichend ausheilen – es kommt zu einer schmerzhaften Umbaustörung des Sehnengewebes (Tendinopathie), weniger zu einer klassischen Entzündung.

Verlauf & Prognose: Der Golferellenbogen ist überwiegend selbstlimitierend und bessert sich mit konsequenter Übungstherapie über Wochen bis Monate. Bleibt die auslösende Belastung bestehen, kann er hartnäckig werden – deshalb sind Belastungsanpassung und aktives Training entscheidend.

Golferellenbogen oder Tennisellenbogen?

Der Ort entscheidet: Beim Golferellenbogen schmerzt die Innenseite des Ellenbogens (Beuge- und Drehmuskeln), beim Tennisellenbogen die Außenseite (Streckmuskeln). Der Tennisellenbogen ist deutlich häufiger. Und wie beim Tennis muss man auch für den Golferellenbogen nicht Golf spielen – häufige Auslöser sind Belastungen in Beruf und Alltag. Mehr dazu auf unserer Seite zum Tennisellenbogen.

Ursachen & Risikofaktoren

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Beruf & Alltag

  • Wiederholtes Beugen des Handgelenks und Greifen
  • Schraub- und Drehbewegungen, Heben und Tragen
  • Handwerkliche und industrielle Tätigkeiten
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Sport & Überlastung

  • Golf, Wurfsportarten (Werferellenbogen), Schlägersport
  • Krafttraining mit Zug-/Greifbelastung
  • Zu schnelle Steigerung von Umfang oder Intensität
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Weitere Faktoren

  • Alter vor allem zwischen 40 und 60 Jahren
  • Rauchen und Übergewicht
  • Frühere, nicht vollständig ausgeheilte Beschwerden

Symptome

Typische Beschwerden

  • Schmerz an der Innenseite des Ellenbogens
  • Ausstrahlung in den Unterarm entlang der Beugemuskeln
  • Schmerz beim Zugreifen, Heben und Händeschütteln
  • Druckschmerz direkt über dem inneren Ellenbogenknochen

Wann es sich verstärkt

  • Bei Beugung des Handgelenks gegen Widerstand
  • Beim Einwärtsdrehen des Unterarms (Pronation)
  • Kraftverlust im Griff durch Schmerz
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Wann sollten Sie sofort zum Arzt?

Bei folgenden Warnzeichen ist eine sofortige ärztliche Vorstellung notwendig:

  • Rötung, Überwärmung oder Schwellung mit Fieber
  • Starke Schmerzen mit Funktionsverlust nach einem Unfall

Liegt eines dieser Warnzeichen vor, warten Sie bitte nicht auf einen regulären Termin, sondern stellen Sie sich sofort ärztlich vor – im Notfall Notruf 112. Wohin Sie sich wenden können, finden Sie in unserer Notfall-Information.

Zeitnah ärztlich abklären lassen sollten Sie Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust im Ring- und Kleinfinger sowie nächtliche Ruheschmerzen ohne Belastungsbezug. Nutzen Sie dafür unsere Online-Tools: Buchen Sie online einen Termin oder stellen Sie uns eine Anfrage.

Diagnostik in unserer Praxis

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Klinische Untersuchung

Der Druckschmerz über dem inneren Ellenbogenknochen und gezielte Provokationstests (Beugung und Einwärtsdrehung gegen Widerstand) sichern in vielen Fällen die Diagnose. Zusätzlich prüfen wir mit dem Tinel-Test den Ellennerv, da er am inneren Ellenbogen mitgereizt sein kann.

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Ultraschall

Stellt Veränderungen des Sehnenansatzes (Verdickung, vermehrte Durchblutung, kleine Einrisse) dar – strahlungsfrei und dynamisch beurteilbar.

Mehr zur Ultraschalldiagnostik →

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Abgrenzung & Röntgen

Wir grenzen andere Ursachen von Innen-Ellenbogenschmerzen ab – vor allem eine Reizung des Ellennervs (Sulcus-ulnaris-Syndrom), eine Verletzung des inneren Seitenbands (bei Werfern) oder eine Nervenreizung aus der Halswirbelsäule. Ein Röntgen dient bei Bedarf dem Ausschluss knöcherner Ursachen.

Behandlung des Golferellenbogens

An erster Stelle steht ein gezieltes Übungsprogramm mit Belastungsanpassung. Ergänzend kommt die Stoßwellentherapie infrage. Von einer Kortisonspritze raten wir eher ab; Operationen sind selten nötig.

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Wann ist eine Operation nötig?

Nur selten. Die allermeisten Verläufe heilen mit konsequenter Übungstherapie und Belastungsanpassung aus. Eine Operation (in der Regel offen) kommt erst infrage, wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie über mindestens sechs Monate bestehen bleiben und ein struktureller Befund vorliegt. Weil sich viele Beschwerden von selbst bessern und ein Eingriff Risiken birgt, stellen wir die Indikation streng. Ist zusätzlich der Ellennerv gereizt, wird dieser bei der Operation mitberücksichtigt. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen.

Eigentherapie beim Golferellenbogen

Die Eigenübungen sind der entscheidende Baustein. Im Mittelpunkt steht das exzentrische Krafttraining der Unterarmbeuger (die Muskulatur bremst die Bewegung langsam ab), ergänzt durch Dehnung. Ebenso wichtig ist die Belastungsanpassung: auslösende Tätigkeiten vorübergehend reduzieren, Pausen einbauen und Bewegungen ergonomisch gestalten (Greifen, Drehen, Hebetechnik). Üben Sie schmerzarm und regelmäßig – ein leichtes, tolerierbares Ziehen ist erlaubt, scharfer Schmerz nicht. Bei Kribbeln in Ring- und Kleinfinger passen Sie die Übungen an und lassen die Beschwerden ärztlich abklären.

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Übungsprogramm für zuhause

Exzentrische Kräftigung, Dehnung und sanfte Nervenmobilisation für den Unterarm mit bebilderter Anleitung – strukturiertes Heimprogramm, von Niklas Bröking empfohlen.

Zu den Golferarm-Übungen →
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Alltag & Ergonomie

Griffe verdicken, schweres Heben und Dauergreifen dosieren, Dreh- und Schraubbewegungen anpassen, regelmäßige Pausen einlegen. Eine Unterarm-Spange kann die Sehne bei belastenden Tätigkeiten entlasten.

Häufige Fragen zum Golferellenbogen

Antworten für Patienten in Beckum und Umgebung

Was ist ein Golferellenbogen?
Der Golferellenbogen (Epicondylitis medialis, auch Epicondylitis humeri ulnaris) ist eine Überlastungsreaktion am Ursprung der Hand- und Fingerbeuger sowie der Pronationsmuskeln an der Innenseite des Ellenbogens (Epicondylus medialis). Es handelt sich weniger um eine klassische Entzündung als um eine schmerzhafte Umbaustörung des Sehnengewebes (Tendinopathie). Er ist deutlich seltener als sein äußeres Gegenstück, der Tennisellenbogen.
Golferellenbogen oder Tennisellenbogen – was ist der Unterschied?
Der Ort entscheidet: Beim Golferellenbogen schmerzt die Innenseite des Ellenbogens (Beuge- und Drehmuskeln), beim Tennisellenbogen die Außenseite (Streckmuskeln). Der Tennisellenbogen ist deutlich häufiger. Beide entstehen durch Überlastung und werden ähnlich behandelt – im Mittelpunkt steht jeweils ein gezieltes Übungsprogramm. Mehr dazu auf unserer Seite zum Tennisellenbogen.
Welche Übungen helfen beim Golferellenbogen?
Im Mittelpunkt steht ein gezieltes, langsam gesteigertes Kraftprogramm für die Unterarmbeuger – insbesondere exzentrische Übungen (die Muskulatur bremst die Bewegung kontrolliert ab), ergänzt durch Dehnung, Belastungsanpassung und – bei begleitender Nervenreizung – eine sanfte Mobilisation des Ellennervs. Wichtig sind Regelmäßigkeit und Geduld über mehrere Wochen. Das komplette Programm mit Anleitung finden Sie in unseren Golferarm-Übungen.
Hilft die Stoßwellentherapie beim Golferellenbogen?
Die Stoßwellentherapie ist bei Sehnenansatz-Beschwerden am Ellenbogen eine gut untersuchte Option, die Schmerzen lindern und die Heilung anregen kann. Beim Golferellenbogen setzen wir sie ergänzend zum Übungsprogramm ein, wenn die Beschwerden anhalten. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir individuell. Mehr dazu auf unserer Seite Stoßwellentherapie.
Sind eine Kortisonspritze oder eine Bandage sinnvoll?
Eine Kortisonspritze kann die Schmerzen kurzfristig lindern, verschlechtert aber die Langzeitergebnisse und erhöht die Rückfallrate – wir setzen sie daher sehr zurückhaltend ein. Eine Epicondylitis-Spange (Unterarmbandage) kann zur Entlastung im Alltag erwogen werden; sie ersetzt aber nicht das Kräftigungsprogramm. Entscheidend bleibt die aktive Übungstherapie.
Wie lange dauert es – und wann ist eine Operation nötig?
Der Golferellenbogen ist in den allermeisten Fällen selbstlimitierend und heilt mit konsequenter Übungstherapie und Belastungsanpassung über Wochen bis Monate aus. Eine Operation ist nur selten nötig – erst wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie über mindestens sechs Monate bestehen bleiben und ein struktureller Befund vorliegt. Besteht zusätzlich eine Reizung des Ellennervs, wird diese bei einem Eingriff mitberücksichtigt.

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Ob Terminbuchung, Rückfragen zu Behandlungen oder eine erste Einschätzung – wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wählen Sie den Weg, der für Sie am besten passt.

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