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Übungen bei Tennisarm (Tennisellenbogen)
8 Übungen bei Epicondylitis lateralis: Unterarmstrecker dehnen, exzentrisch kräftigen, Sehnenansatz entlasten – einfach erklärt und zum Ausdrucken
Helfen Übungen beim Tennisarm? Ja – die Dehnung der Unterarmstrecker und vor allem das langsame exzentrische Krafttraining sind die am besten belegte Behandlung und der Kortison-Spritze langfristig überlegen. Der gereizte Sehnenansatz wird durch dosierte Belastung wieder aufgebaut – reine Schonung verzögert die Heilung eher.
Das Programm ist entsprechend aufgebaut: Mobilisation und Dehnung als Basis, ein isometrischer Einstieg für schmerzhafte Phasen, das exzentrische Krafttraining als wissenschaftlich geprüftes Kernelement und funktionelle Übungen für den Alltag. Genauso wichtig: die auslösende Belastung finden und anpassen – vom Mausarm am Schreibtisch bis zum Schlägergriff.
Erst abklären, dann üben
Vor Beginn sollte die Diagnose ärztlich gesichert sein – hinter Ellenbogenschmerzen können auch Gelenkprobleme, eine Nervenreizung oder eine Ausstrahlung aus der Halswirbelsäule stecken. Diese Übungen ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Führen Sie die Übungen schmerzarm durch: Ein leichtes, erträgliches Ziehen am Sehnenansatz ist beim exzentrischen Training erlaubt und sogar erwünscht – stechender Schmerz, Kribbeln oder Taubheit sind Abbruchzeichen. Bei Verschlechterung kontaktieren Sie unsere Sprechstunde in Beckum.
⚡ Wenn Übungen allein nicht reichen: Stoßwellentherapie
Die Übungen bleiben die Basis. Beim chronischen, hartnäckigen Tennisarm hat sich die Stoßwellentherapie als Ergänzung bewährt – sie regt die Heilung am Sehnenansatz an. Von schnellen Kortison-Spritzen raten wir dagegen meist ab: kurzfristig wirksam, langfristig nachweislich schlechtere Heilung. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir in der Sprechstunde.
Übungsprogramm bei Tennisarm
8 Übungen – exzentrisches Training täglich, Dehnung und Massage mehrmals täglich, immer schmerzarm
Handgelenk-Kreisen (Warm-up)
- Den Unterarm locker ausstrecken
- Die Hand langsam und groß kreisen – erst in die eine, dann in die andere Richtung
- 30 Sekunden pro Richtung, ganz ohne Widerstand
Mobilisiert Handgelenk und Unterarm und verbessert die Durchblutung – die ideale Vorbereitung auf Dehnung und Kräftigung.
Dehnung der Unterarmstrecker
- Den betroffenen Arm nach vorne ausstrecken, der Ellenbogen bleibt gestreckt
- Der Handrücken zeigt nach oben, die Hand hängt locker
- Mit der anderen Hand die Finger sanft Richtung Körper/nach unten ziehen
- Dehnung an der Außenseite des Unterarms spüren, 30 Sekunden halten
Dehnt genau die Muskulatur, deren Sehnenansatz beim Tennisarm gereizt ist – die wichtigste Basisübung, ideal auch am Arbeitsplatz.
Isometrisches Handgelenkstrecken (Einstieg)
- Den Unterarm auf einen Tisch legen, die Handfläche zeigt nach unten
- Die andere Hand auf den Handrücken legen
- Die Hand nach oben drücken wollen, während die andere Hand dagegenhält – es entsteht keine Bewegung
- 10 Sekunden mit mittlerer Kraft halten, langsam lösen
Anspannung ohne Bewegung belastet die Sehne dosiert und wirkt oft unmittelbar schmerzlindernd – der Einstieg, wenn das exzentrische Training noch zu schmerzhaft ist.
Exzentrisches Handgelenkstrecken mit Gewicht (Kernübung)
- Den Unterarm auf einen Tisch legen, die Hand mit einem leichten Gewicht (0,5–1 kg) hängt über die Kante, der Handrücken zeigt nach oben
- Mit der gesunden Hand das Gewicht in die obere Position heben
- Das Gewicht mit der betroffenen Hand betont langsam in 3–4 Sekunden absenken
- Wieder mit der gesunden Hand hochheben – nur die Absenkbewegung trainieren
Das exzentrische (bremsende) Training regt den Umbau des gereizten Sehnengewebes an – die in Studien am besten belegte Übung beim Tennisarm.
Exzentrische Unterarm-Drehung mit Hammer
- Den Unterarm auf einen Tisch legen, einen Hammer (oder schweren Kochlöffel) am Griffende halten, der Daumen zeigt nach oben
- Den Hammer langsam nach außen drehen, bis der Kopf zur Seite zeigt (Supination)
- Betont langsam in 3 Sekunden gegen das Gewicht zurückdrehen
- Je weiter außen der Griff gehalten wird, desto schwerer die Übung
Trainiert die Drehmuskulatur des Unterarms exzentrisch – eine wertvolle Ergänzung zur Kernübung, da viele Alltagsbelastungen Drehbewegungen sind.
Griffkraft-Training mit Knete oder weichem Ball
- Therapieknete oder einen weichen Ball in die Hand nehmen
- Langsam und kräftig zusammendrücken, kurz halten
- Langsam wieder öffnen und die Finger dabei ganz strecken
- Auch einzelne Finger gegen die Knete arbeiten lassen
Baut die beim Tennisarm oft messbar reduzierte Griffkraft wieder auf und fördert die Durchblutung des Unterarms.
Handtuch-Auswringen (funktionelle Steigerung)
- Ein zusammengerolltes Handtuch mit beiden Händen vor dem Körper greifen
- Das Handtuch langsam auswringen – eine Hand dreht vor, die andere zurück
- Die Endposition 2 Sekunden halten, langsam zurück
- Dann die Drehrichtung wechseln
Kombiniert Griffkraft und Unterarmrotation zu einer alltagsnahen Bewegung – die Brücke vom Training zurück zur vollen Belastbarkeit.
Querfriktion (Selbstmassage)
- Die empfindlichste Stelle am äußeren Ellenbogen mit dem Daumen der anderen Hand aufsuchen
- Mit mittlerem Druck quer zum Sehnenverlauf hin- und herreiben
- 2–3 Minuten – ein „Wohlfühlschmerz" ist in Ordnung
- Anschließend den Unterarm locker ausschütteln
Regt die Durchblutung des schlecht versorgten Sehnenansatzes an und kann Schmerzen kurzfristig lindern – gute Ergänzung, ersetzt aber das Training nicht.
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Tipps für den Behandlungserfolg
So heilt der Sehnenansatz – und bleibt belastbar
So klappt es im Alltag
- Auslöser anpassen: Maus und Tastatur ergonomisch einstellen, Griffe verdicken, beim Sport Schlägergriff und Technik prüfen – sonst kommt der Schmerz zurück.
- Exzentrik ist der Kern: Übung 4 täglich – das erträgliche Ziehen dabei gehört zur Wirkung.
- Nicht komplett schonen: Die Sehne braucht dosierte Belastung zum Heilen – nur Schmerzspitzen und Dauerbelastung vermeiden.
- Spange oder Tape können bei belastenden Tätigkeiten entlasten – als Ergänzung, nicht als Ersatz fürs Training.
- Kälte akut, Wärme chronisch: Frischer Reizschmerz → kühlen; chronischer Verlauf → Wärme vor dem Üben.
- Geduld: 6–12 Wochen konsequentes Training sind der realistische Horizont – dranbleiben lohnt sich.
Wenn die Beschwerden bleiben
Lassen die Schmerzen trotz sechs bis acht Wochen konsequenten Übens nicht nach, sollte die Diagnose überprüft werden – auch Nervenreizungen oder Gelenkprobleme können Ellenbogenschmerzen verursachen. Beim chronischen Tennisarm ergänzt die Stoßwellentherapie das Training sinnvoll. Schmerzt die Innenseite des Ellenbogens, finden Sie das passende Programm bei den Golferarm-Übungen.
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Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Epicondylitis lateralis und den Übungen
Was ist ein Tennisarm und wie entsteht er?
Wie lange dauert ein Tennisarm?
Wie oft soll ich die Tennisarm-Übungen durchführen?
Was ist der Unterschied zwischen Tennisarm und Golferellenbogen?
Hilft eine Bandage oder Epicondylitis-Spange beim Tennisarm?
Tennisarm: kühlen oder wärmen?
Welche weiteren Behandlungen helfen beim Tennisarm?
Wann sollte ich wegen des Tennisarms einen Orthopäden aufsuchen?
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