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Fersenschmerzen bei Kindern – Morbus Sever

Apophysitis calcanei: Reizung der Wachstumsfuge am Fersenbein – Ursachen, Diagnose und Behandlung

Fersenschmerzen bei Kindern – meist Morbus Sever

Fersenschmerzen bei Kindern sind meist ein Morbus Sever (Apophysitis calcanei) – eine harmlose Reizung der Wachstumsfuge am Fersenbein. Sie entsteht durch den wiederholten Zug der Waden­muskulatur und Achillessehne auf die noch offene Wachstumsfuge, typischerweise bei sportlich aktiven Kindern (etwa 8–15 Jahre). Morbus Sever heilt folgenlos aus, sobald die Wachstumsfuge schließt.

Auch wenn die Erkrankung harmlos ist: Die Beschwerden können erheblich sein und die Sportfähigkeit wie auch den Alltag deutlich einschränken. Betroffen sind vor allem Kinder in Wachstumsphasen und in Lauf- und Sprungsportarten; der Häufigkeitsgipfel liegt um das 10.–12. Lebensjahr. Sehr oft sind beide Fersen betroffen. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Schmerzen in der Regel gut lindern.

Als Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen begleiten wir Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland bei Fersenschmerzen im Kindes- und Jugendalter – von der Diagnose über die Behandlung bis zur Rückkehr in den Sport.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum die Wachstumsfuge am Fersenbein überlastet wird

Am hinteren Fersenbein setzt die Achillessehne an – direkt an der Wachstumsfuge (Apophyse), die während des Wachstums noch weich und empfindlich ist. Wiederholte Zug- und Stoßbelastung, vor allem beim Laufen und Springen, reizt diese Wachstumsfuge. Eine verkürzte oder verspannte Wadenmuskulatur mit eingeschränkter Beweglichkeit des Sprunggelenks verstärkt den Zug und gilt als wichtiger Faktor.

Begünstigende Faktoren

  • Lauf- und Sprungsport (z. B. Fußball, Basketball, Leichtathletik)
  • Wachstumsschübe – die Wachstumsfuge ist besonders empfindlich
  • Verkürzte Wade / eingeschränkte Sprunggelenks­beweglichkeit
  • Harte Böden, ungeeignetes oder abgelaufenes Schuhwerk
  • Höheres Körpergewicht, rasche Steigerung der Trainingsmenge
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Gut zu wissen für Eltern

  • Es ist kein Fersensporn – der kommt bei Kindern nicht vor
  • Die Erkrankung ist selbstlimitierend und hinterlässt keine Schäden
  • Sie ist kein Zeichen einer ernsten Grunderkrankung
  • Mit passender Behandlung bessern sich die Beschwerden meist gut

Anzeichen und Beschwerden

Worauf Eltern achten sollten

Typische Anzeichen

  • Fersenschmerz bei Belastung – beim und nach dem Sport
  • Schmerz beim ersten Auftreten morgens oder nach Ruhe
  • Druckschmerz beim seitlichen Zusammendrücken der Ferse
  • Hinken oder Gehen auf den Zehenspitzen zur Entlastung
  • Häufig beidseitig, oft unterschiedlich stark

Verlauf der Beschwerden

  • Verstärkung nach sportlicher Belastung
  • Besserung unter Schonung – Wiederkehr bei erneuter Überlastung
  • Keine Rötung, Schwellung oder Fieber (dann an andere Ursachen denken)
  • Beschwerden können Training und Alltag deutlich einschränken
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Wann sollten Sie Ihr Kind untersuchen lassen?

Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Fersenschmerzen Ihres Kindes (etwa 8–15 Jahre) ist eine kinderorthopädische Abklärung sinnvoll:

  • Fersenschmerzen nach dem Sport oder beim morgendlichen Auftreten
  • Hinken oder Zehenspitzengang zur Entlastung der Ferse
  • Notwendige Sportpausen wegen der Schmerzen
  • Rötung, Schwellung, Fieber oder nächtlicher Schmerz – dann rasch abklären, um andere Ursachen auszuschließen

Buchen Sie dazu gern online einen Termin oder rufen Sie uns an.

Diagnostik in unserer Praxis

Wie wir Fersenschmerzen abklären

Morbus Sever ist eine klinische Diagnose: Die typische Vorgeschichte und die körperliche Untersuchung reichen in aller Regel aus. Bildgebung dient nicht dem Nachweis von Morbus Sever, sondern dem Ausschluss anderer, seltenerer Ursachen.

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Klinische Untersuchung

Anamnese zu Sport und Verlauf, Prüfung der Wadendehnbarkeit und Sprunggelenks­beweglichkeit sowie der Fersen-Kompressionstest (seitliches Zusammendrücken der Ferse) sichern die Diagnose.

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Fußdruckmessung

Die Fußdruckmessung (Pedografie) zeigt Überlastungszonen an der Ferse und eine begleitende Fehlstellung wie einen Knick-Senkfuß. Das hilft, die Belastung einzuschätzen und Einlagen oder Fersenpuffer gezielt anzupassen.

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Röntgen nur bei Bedarf

Zur Diagnose von Morbus Sever nicht erforderlich. Wir setzen es gezielt ein, um andere Ursachen (z. B. Ermüdungsbruch, Knochenzyste, sehr selten ein Tumor) auszuschließen.

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Warum kindliche Fersenschmerzen fachärztlich gehören

Fersenschmerzen bei Kindern sind kein Fersensporn und meist ein harmloser Morbus Sever – aber nicht immer. Die fachärztliche Abklärung sichert die Diagnose und schließt seltene, ernstere Ursachen aus. Genauso wichtig ist die Begleitung über diese Erstdiagnostik hinaus: die Behandlung zu steuern, die Belastung anzupassen und den Weg zurück in den Sport zu begleiten – damit aus einer harmlosen, aber schmerzhaften Reizung keine langen Trainingsausfälle werden. Termin vereinbaren →

Behandlung von Morbus Sever

Konservativ – und in aller Regel sehr wirksam

Morbus Sever wird ausschließlich konservativ behandelt – eine Operation ist nie erforderlich. Im Vordergrund stehen drei gut kombinierbare Bausteine, die zu Hause umsetzbar sind: eine kluge Belastungssteuerung (Load-Management), regelmäßige Eigenübungen zur Dehnung der Wade und ein Fersenpolster bzw. eine Einlage zur Entlastung der Ferse. Die meisten Kinder werden damit rasch beschwerdearm; eine Rückkehr in den vollen Sport ist oft innerhalb einiger Wochen bis rund zwei Monate möglich.

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Eigenübungen & Load-Management

  • Load-Management: Belastung schmerzabhängig steuern – kein komplettes Sportverbot
  • Regelmäßige Eigenübungen zu Hause: Dehnung von Wade und Achillessehne
  • Ergänzend leichte Kräftigung der Fußheber
  • Schrittweise Rückkehr zum Sport, sobald schmerzarm

Physiotherapie ist dafür meist nicht nötig – bei Bedarf setzen wir sie gezielt und kurz zur Anleitung der Eigenübungen ein, die Ihr Kind danach selbstständig weiterführt. Anleitungen: Übungen für Wade & Achillessehne →

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Entlastung & Schmerzlinderung

  • Weiche Fersenpolster / Fersenkissen als einfache Basis-Entlastung
  • Einlagen vor allem bei Fehlstellung (z. B. Knick-Senkfuß) – dann besonders wirksam
  • Kühlen der Ferse nach Belastung
  • Kurzfristig Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen) in der akuten Phase; Tapen kann ergänzen

Was nicht nötig ist

  • Keine Operation – Morbus Sever heilt konservativ aus
  • Kein Gips – nur selten ist überhaupt eine Ruhigstellung nötig; meist genügen Belastungssteuerung und Entlastung
  • Stoßwellentherapie ist bei Kindern kein Standard – sie käme allenfalls in hartnäckigen Ausnahmefällen infrage und ist an der noch offenen Wachstumsfuge nicht ausreichend untersucht; Laser ist nicht belegt

Welche Kombination am besten passt, richtet sich nach Beschwerden, Verspannung der Wade, Fußform und sportlicher Belastung – wir stimmen sie individuell mit Ihnen ab und passen sie im Verlauf an.

Prognose und Verlauf

Gute Aussichten für Ihr Kind

Die Aussichten sind sehr gut: Morbus Sever hinterlässt keine bleibenden Schäden und heilt folgenlos aus, sobald die Wachstumsfuge am Fersenbein schließt. Die akuten Beschwerden bessern sich unter konsequenter Behandlung meist innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten. Bis zum Verschluss der Wachstumsfuge können die Schmerzen bei erneuter Überlastung jedoch wiederkehren – deshalb bleiben eine kluge Belastungssteuerung und die Begleitung durch den Kinderorthopäden auch im weiteren Verlauf wichtig.

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Was den Verlauf günstig hält

  • Frühe Diagnose und konsequente Behandlung
  • Regelmäßige Wadendehnung
  • Angepasste, aber erhaltene Bewegung
  • Gut sitzendes Schuhwerk mit Fersenpolster
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Warum Beschwerden wiederkehren können

  • Rasche Steigerung der Trainingsmenge
  • Zu frühe Rückkehr zur vollen Belastung
  • Anhaltend verkürzte Wadenmuskulatur
  • Solange die Wachstumsfuge noch offen ist

Ihre Kinderorthopäden bei Fersenschmerzen

Als kinderorthopädisch erfahrene Fachärzte klären Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Britta Bröking die Ursache der Fersenschmerzen, schließen andere Erkrankungen aus und begleiten Ihr Kind über die Behandlung bis zur Rückkehr in den Sport. Dr. Jan Niklas Bröking ist zudem sportmedizinisch erfahren.

Dr. med. Jan Niklas Bröking

Dr. med. Jan Niklas Bröking

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

  • Zusatzbezeichnung Kinderorthopädie
  • Fußchirurgie – Departmentleiter St. Elisabeth-Hospital Beckum
  • Manuelle Medizin / Chirotherapie
  • Zertifikat Fußballmedizin (DFB)
Dr. Jan Niklas Bröking ist Ihr Facharzt für Kinderorthopädie und Fußchirurgie in Beckum – mit langjähriger Erfahrung aus dem Universitätsklinikum Münster.
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Dr. med. Britta Bröking

Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

  • Manuelle Medizin / Chirotherapie
  • Akupunktur
Dr. Britta Bröking ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit fundierter kinderorthopädischer Erfahrung aus dem Universitätsklinikum Münster.

Häufige Fragen zu Fersenschmerzen bei Kindern (Morbus Sever)

Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern

Was ist Morbus Sever (Apophysitis calcanei)?
Morbus Sever – medizinisch Apophysitis calcanei – ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen, meist zwischen 8 und 15 Jahren. Es handelt sich um eine harmlose Reizung der Wachstumsfuge am Fersenbein, ausgelöst durch den wiederholten Zug der Wadenmuskulatur und Achillessehne – vor allem bei sportlich aktiven Kindern. Die Beschwerden können jedoch erheblich sein und Sport wie Alltag deutlich einschränken.
Welche Symptome hat die Sever-Krankheit?
Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen an der Ferse – vor allem beim und nach dem Sport, beim Laufen und Springen oder morgens beim ersten Auftreten. Häufig besteht ein Druckschmerz beim seitlichen Zusammendrücken der Ferse. Manche Kinder hinken oder gehen auf den Zehenspitzen, um die Ferse zu entlasten. Die Beschwerden treten oft an beiden Fersen auf.
Ist das ein Fersensporn?
Nein. Ein Fersensporn ist eine Erkrankung des Erwachsenenalters. Bei Kindern und Jugendlichen mit Fersenschmerzen liegt fast immer ein Morbus Sever vor – eine Reizung der Wachstumsfuge, nicht ein knöcherner Sporn. Die Wachstumsfuge am Fersenbein gibt es nur, solange das Skelett noch wächst; nach ihrem Verschluss kann ein Morbus Sever nicht mehr entstehen.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose stellen wir klinisch – aus der typischen Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung (u. a. Druck- bzw. Kompressionstest der Ferse). Ein Röntgenbild ist zur Diagnose meist nicht nötig; es dient nur dazu, andere, seltenere Ursachen von Fersenschmerzen auszuschließen. Gerade dieser Ausschluss ist ein wichtiger Grund, kindliche Fersenschmerzen fachärztlich abklären zu lassen.
Welche Übungen und Dehnungen helfen?
Im Mittelpunkt stehen einfache Eigenübungen für zu Hause: vor allem die Dehnung der Wadenmuskulatur und Achillessehne, denn eine verkürzte Wade ist ein zentraler Faktor, ergänzt um eine leichte Kräftigung der Fußheber. Zusammen mit angepasster Belastung (Load-Management) und einem Fersenpolster bilden sie die Basisbehandlung. Eine regelmäßige Physiotherapie ist dafür meist nicht nötig – bei Bedarf nutzen wir sie kurz zur Anleitung, danach führt Ihr Kind die Übungen selbstständig weiter. Passende Anleitungen finden Sie auf unserer Seite mit Übungen für Wade und Achillessehne; wichtig ist, im schmerzarmen Bereich zu üben.
Helfen Fersenpolster, Einlagen oder Tapen?
Ja, häufig. Weiche Fersenpolster oder Fersenkissen und – bei Bedarf – Einlagen entlasten die Wachstumsfuge und lindern die Beschwerden; sie gehören zu den wirksamsten Maßnahmen. Auch Tapen kann kurzfristig unterstützen. Welche Kombination sinnvoll ist, richtet sich nach Beschwerden, Fußform und sportlicher Belastung.
Muss mein Kind mit dem Sport pausieren?
Ein komplettes Sportverbot ist in der Regel nicht nötig. Sinnvoll ist eine schmerzabhängige Anpassung der Belastung – also Umfang und Intensität so weit zurücknehmen, dass der Sport möglichst schmerzarm bleibt. Sobald die Beschwerden nachlassen, kann die Belastung schrittweise wieder gesteigert werden; oft ist eine Rückkehr zum vollen Sport innerhalb einiger Wochen bis rund zwei Monate möglich.
Wie lange dauert Morbus Sever?
Die akuten Beschwerden bessern sich unter konsequenter Behandlung meist innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten. Bis die Wachstumsfuge am Fersenbein vollständig geschlossen ist, können die Schmerzen bei erneuter Überlastung jedoch wiederkehren. Endgültig verschwindet Morbus Sever mit dem Verschluss der Wachstumsfuge – dann heilt er folgenlos aus.
Wann sollten Sie bei Fersenschmerzen Ihres Kindes zum Arzt?
Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Fersenschmerzen Ihres Kindes (etwa 8–15 Jahre) – besonders nach dem Sport, beim morgendlichen Auftreten oder wenn Ihr Kind hinkt bzw. Sportpausen einlegen muss – sollte eine kinderorthopädische Abklärung erfolgen. In der Orthopädischen Praxis Beckum sichern wir die Diagnose, schließen andere Ursachen aus und begleiten die Behandlung bis zur Rückkehr in den Sport.

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