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Übungen für die Lendenwirbelsäule (LWS)
8 Übungen für den unteren Rücken: entlasten, mobilisieren, dehnen und stabilisieren – leitlinienkonform, einfach erklärt und zum Ausdrucken
Welche Übungen helfen bei LWS-Schmerzen? Mobilisation, Dehnung und vor allem die Kräftigung der tiefen Rumpfmuskulatur – regelmäßige Bewegung ist laut Leitlinie die wirksamste Behandlung des unspezifischen Kreuzschmerzes. Schonung und Bettruhe verzögern die Besserung dagegen nachweislich.
Das Programm deckt alle vier Bausteine ab: Entlastung für akute Phasen (Stufenlagerung), Mobilisation der oft steifen Lendenwirbelsäule, Dehnung und die Stabilisation durch die tiefe Rumpfmuskulatur – das eigentliche „Muskelkorsett" des unteren Rückens. Was hinter den Beschwerden stecken kann und wie wir sie abklären, lesen Sie auf unserer Seite LWS-Syndrom. Sitzt Ihr Schmerz einseitig tief über dem Gesäß, schauen Sie auch auf die ISG-Übungen – die Programme ergänzen sich.
Erst abklären, dann üben
Vor Beginn sollte die Ursache der Rückenschmerzen ärztlich abgeklärt sein – insbesondere bei ausstrahlenden Schmerzen ins Bein, Kribbeln oder Taubheit. Sofort ärztlich vorstellen sollten Sie sich bei Lähmungserscheinungen oder Störungen von Blase und Darm. Diese Übungen ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Führen Sie alle Übungen nur schmerzfrei durch (Dehnspannung ist erlaubt); bei Verschlechterung kontaktieren Sie unsere Sprechstunde in Beckum.
Übungsprogramm für die Lendenwirbelsäule
8 Übungen – Entlastung und Mobilisation täglich, Kräftigung jeden zweiten Tag, immer schmerzfrei
Stufenlagerung (Entlastung – auch akut)
- Auf den Rücken legen – auf den Boden oder ins Bett
- Die Unterschenkel im rechten Winkel auf einen Stuhl, Hocker oder Kissenstapel legen (Hüfte und Knie je ca. 90°)
- Die Arme locker neben dem Körper ablegen, ruhig und tief in den Bauch atmen
- 5–15 Minuten liegen bleiben
Die Stufenlagerung nimmt Druck von Bandscheiben und Wirbelgelenken – die wirksamste Sofort-Entlastung, auch beim akuten Hexenschuss.
Knie zur Brust (beidseitig)
- Rückenlage, beide Beine anwinkeln
- Beide Knie mit den Händen umfassen und sanft Richtung Brust ziehen
- Der untere Rücken rundet sich leicht – ein angenehmes Ziehen ist erwünscht
- 20–30 Sekunden halten, langsam lösen
Dehnt die Strecker des unteren Rückens und entlastet die Wirbelgelenke – hier bewusst mit beiden Beinen (die einbeinige Variante gehört zum ISG-Programm).
Katzenbuckel & Pferderücken (Cat-Cow)
- Vierfüßlerstand, die Hände unter den Schultern, die Knie unter den Hüften
- Mit dem Ausatmen den Rücken Wirbel für Wirbel zum Katzenbuckel aufrunden, der Kopf sinkt
- Mit dem Einatmen den Rücken langsam durchhängen lassen, der Blick geht nach vorne
- Fließend im Atemrhythmus wechseln
Mobilisiert die gesamte Wirbelsäule in Beugung und Streckung – die Grundübung gegen die morgendliche Steifigkeit der LWS.
Beckenkippen im Liegen
- Rückenlage, die Beine angewinkelt, die Füße hüftbreit aufgestellt
- Den unteren Rücken aktiv flach in den Boden drücken – das Becken kippt dabei leicht nach hinten
- Die Bauchspannung spüren, 5 Sekunden halten
- Locker lassen und ins leichte Hohlkreuz zurückkippen, dann wiederholen
Schult die bewusste Ansteuerung von Becken und tiefer Bauchmuskulatur und entlordosiert die LWS – die Vorstufe jeder Stabilisationsübung.
Vierfüßlerstand mit Arm- und Beinheben (Bird Dog)
- Vierfüßlerstand, der Rücken gerade wie eine Tischplatte
- Den rechten Arm nach vorne und das linke Bein nach hinten ausstrecken – beide waagerecht
- Rumpf und Becken bleiben völlig ruhig – kein Hohlkreuz, kein Verdrehen
- 5–10 Sekunden halten, langsam zurück, dann die Gegenseite
Der Klassiker der Rumpfstabilisation: kräftigt Rückenstrecker und tiefe Bauchmuskeln, ohne die Bandscheiben zu belasten.
Brücke
- Rückenlage, die Beine angewinkelt, die Füße hüftbreit aufgestellt
- Das Becken langsam anheben, bis Oberschenkel und Rumpf eine Linie bilden
- Gesäß und Bauch fest anspannen, 5 Sekunden halten
- Wirbel für Wirbel langsam abrollen
Kräftigt Gesäß- und Rückenstreckmuskulatur – eine starke Hüftmuskulatur nimmt der LWS im Alltag einen Großteil der Last ab.
Seitstütz auf den Knien
- Seitlage, auf den Unterarm stützen – der Ellenbogen liegt direkt unter der Schulter
- Die Knie bleiben angewinkelt am Boden
- Das Becken anheben, bis Kopf, Rumpf und Oberschenkel eine Linie bilden
- 10–20 Sekunden halten, langsam absenken, Seitenwechsel
Trainiert die seitliche Rumpfmuskulatur, die die Wirbelsäule wie ein Korsett führt – in Stabilisationsprogrammen eine der effektivsten Übungen.
Kindhaltung mit langem Ausatmen
- Aus dem Vierfüßlerstand das Gesäß auf die Fersen absenken
- Die Arme lang nach vorne ausstrecken, die Stirn Richtung Boden sinken lassen
- Mit jedem langen Ausatmen den unteren Rücken weiter in die Länge sinken lassen
- 30–60 Sekunden halten
Streckt und entspannt die Lendenwirbelsäule – der ideale Abschluss des Programms und eine schnelle Hilfe nach langem Sitzen.
📄 Übungen für zu Hause mitnehmen
Tipps für einen belastbaren unteren Rücken
So wird aus dem Programm ein dauerhaft stabiler Rücken
So klappt es im Alltag
- Bewegung schlägt Schonung: Bettruhe verzögert die Heilung – bleiben Sie auch mit Schmerzen in moderater Bewegung.
- Sitzpausen: Mindestens einmal pro Stunde aufstehen; Cat-Cow und Kindhaltung eignen sich als Mini-Programm zwischendurch.
- Akut entlasten, dann aktivieren: Stufenlagerung beim akuten Schmerz – danach zügig zurück zu Mobilisation und Kräftigung.
- Heben mit Technik: Aus den Beinen heben, die Last nah am Körper, Drehbewegungen unter Last vermeiden.
- Ausdauer nutzen: Zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen 2–3× pro Woche senkt das Rückfallrisiko messbar.
- Dranbleiben: Die Rumpfmuskulatur braucht 8–12 Wochen Aufbauzeit – danach genügen 2 Einheiten pro Woche zum Erhalt.
Wenn die Beschwerden bleiben
Bessern sich die Rückenschmerzen trotz vier bis sechs Wochen konsequenten Übens nicht, sollte die Ursache genauer eingegrenzt werden – vom LWS-Syndrom über den Bandscheibenvorfall bis zur ISG-Blockierung, für die es ein eigenes Übungsprogramm gibt. Je nach Befund ergänzen Manuelle Therapie, Traktionsbehandlung oder Akupunktur die Übungen.
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Antworten auf die wichtigsten Fragen bei Lendenwirbelsäulen-Beschwerden
Wie oft soll ich die LWS-Übungen durchführen?
Darf ich bei einem akuten Hexenschuss sofort üben?
LWS- oder ISG-Übungen – was passt zu mir?
Gelten die Übungen auch bei Bandscheibenvorfall oder Spinalkanalstenose?
Welche Sportarten sind bei LWS-Beschwerden empfehlenswert?
Was hilft zusätzlich zu den Übungen bei LWS-Beschwerden?
Wann sollte ich wegen meiner Rückenschmerzen einen Orthopäden aufsuchen?
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