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Übungen für die Halswirbelsäule (HWS) & den Nacken
8 Übungen gegen Nackenschmerzen und Verspannung: mobilisieren, dehnen und die tiefen Nackenmuskeln kräftigen – bürotauglich, einfach erklärt und zum Ausdrucken
Welche Übungen helfen bei Nackenschmerzen? Sanfte Mobilisation, Dehnung der verspannten Muskulatur und die Kräftigung der tiefen Nackenbeuger – regelmäßig und in kurzen Einheiten, gern direkt am Schreibtisch. Studien zeigen: Aktives Üben lindert Nackenschmerzen wirksamer als jede passive Maßnahme allein.
Das Programm ist bewusst bürotauglich aufgebaut: Die meisten Übungen gelingen im Sitzen und dauern unter einer Minute – ideal als Mikro-Pause alle 20–30 Minuten Bildschirmarbeit. Den Kern bildet der Chin Tuck, der die tiefen Halsmuskeln kräftigt, die den Kopf über der Wirbelsäule zentrieren. Für die angrenzenden Abschnitte gibt es eigene Programme: die BWS-Übungen zur Aufrichtung bei Rundrücken – oft die eigentliche Ursache der Nackenlast – und die LWS-Übungen für den unteren Rücken.
Erst abklären, dann üben
Vor Beginn sollte die Ursache der Nackenschmerzen ärztlich abgeklärt sein – besonders bei Ausstrahlung in den Arm, Kribbeln, Taubheit, nach einem Unfall (Schleudertrauma) oder bei neu aufgetretenem Schwindel. Diese Übungen ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Führen Sie alle Übungen langsam und schmerzfrei durch – der Nacken mag keine ruckartigen Bewegungen. Bei Verschlechterung, Schwindel oder Missempfindungen brechen Sie ab und kontaktieren unsere Sprechstunde in Beckum.
Übungsprogramm für HWS & Nacken
8 Übungen – die meisten direkt am Schreibtisch machbar, immer langsam und schmerzfrei
Schulterkreisen & Arme zur Decke (Warm-up am Platz)
- Aufrecht sitzen oder stehen, die Arme hängen locker
- Die Schultern 10× langsam und groß nach hinten kreisen
- Dann beide Arme lang zur Decke strecken, abwechselnd rechts und links etwas höher greifen
- 10 Wiederholungen, dabei ruhig weiteratmen
Bringt Durchblutung in Nacken- und Schultergürtelmuskulatur und unterbricht die starre Bildschirmhaltung – der ideale Einstieg in jede Mikro-Pause.
Chin Tuck im Sitzen (Kinn-Retraktion)
- Aufrecht sitzen, geradeaus schauen
- Das Kinn waagerecht nach hinten ziehen – als wollten Sie ein „Doppelkinn" machen
- Der Kopf bleibt gerade, der Blick horizontal – nicht nach unten nicken
- 5 Sekunden halten, locker lassen
Die wichtigste Einzelübung bei Nackenschmerzen und Handynacken: Sie zentriert den Kopf über der Wirbelsäule und aktiviert die tiefen Halsbeuger.
HWS-Rotation mit Nicken
- Aufrecht sitzen, den Kopf langsam so weit wie angenehm zur Seite drehen
- In der gedrehten Position 5× sanft nicken – als kleines „Ja"
- Langsam zur Mitte zurück, dann die andere Seite
- Alles ohne Schwung, im Atemrhythmus
Kombiniert Drehung und Nicken und mobilisiert damit gezielt die oberen Kopfgelenke – dort entstehen viele Verspannungs-Kopfschmerzen.
Seitneigung mit Schulterdepression
- Aufrecht sitzen, das rechte Ohr langsam Richtung rechte Schulter neigen
- Gleichzeitig die linke Hand aktiv Richtung Boden schieben – die linke Schulter senkt sich
- Das Ziehen an der linken Halsseite bis zur Schulter spüren, 20–30 Sekunden halten
- Langsam zurück, dann die Gegenseite
Dehnt gezielt Schulterblattheber und oberen Trapezius – die beiden Muskeln, die bei Schreibtischarbeit am hartnäckigsten verspannen.
Isometrisches Drücken in vier Richtungen
- Aufrecht sitzen, eine Handfläche gegen die Stirn legen – der Kopf drückt gegen die Hand, ohne sich zu bewegen (5–10 Sek.)
- Dann beide Hände an den Hinterkopf – der Kopf drückt nach hinten gegen die Hände
- Anschließend eine Hand an die rechte Schläfe, der Kopf drückt zur Seite – danach links
- Zwischen den Richtungen kurz lockern
Kräftigt die gesamte Halsmuskulatur ohne Bewegung – besonders geeignet, wenn Bewegung noch schmerzt, und unauffällig im Büro machbar.
Chin Tuck im Liegen mit Halten (tiefe Nackenbeuger)
- Rückenlage, die Beine angewinkelt, ohne Kissen (oder mit sehr flachem Kissen)
- Das Kinn sanft Richtung Kehlkopf ziehen – der Hinterkopf schiebt dabei lang über den Boden
- Die Spannung 10 Sekunden halten, der Kopf bleibt liegen
- Steigerung nach einigen Wochen: den Hinterkopf millimeterweise abheben und halten
Trainiert die tiefen Nackenbeuger gegen die Schwerkraft – das Kräftigungs-Kernelement, dessen Wirkung bei Nackenschmerzen am besten untersucht ist.
Nacken-Mobilisation: Beugen & Strecken
- Aufrecht sitzen, das Kinn langsam zur Brust senken
- Das Ziehen im Nacken kurz wirken lassen
- Den Kopf langsam aufrichten und sanft in den Nacken bewegen – nur so weit, wie es angenehm bleibt
- Fließend wiederholen, ohne Schwung
Erhält die Beweglichkeit in Beugung und Streckung – gerade bei verschleißbedingter Steifigkeit die Basis-Mobilisation.
Aufrichten über die Stuhllehne
- Auf dem Stuhl nach vorne rutschen, die Lehne endet etwa auf Schulterblatthöhe
- Die Hände hinter dem Kopf verschränken, die Ellenbogen öffnen
- Den oberen Rücken über die Lehnenkante nach hinten strecken – der Blick geht schräg zur Decke
- 10 Sekunden halten, langsam zurück
Streckt die Brustwirbelsäule – ein runder oberer Rücken zwingt den Nacken in die Überstreckung und ist oft die eigentliche Ursache der Verspannung. Mehr Aufrichtungs-Übungen: BWS-Programm.
📄 Übungen für zu Hause mitnehmen
Tipps für einen entspannten Nacken
So bleibt der Nacken auch im Büroalltag locker
So klappt es im Alltag
- Mikro-Pausen-Prinzip: Alle 20–30 Minuten eine kurze Übung am Platz – zehn langsame Wiederholungen genügen, um die Haltung zu „resetten".
- Bildschirm auf Augenhöhe: Die Oberkante des Monitors etwa auf Augenhöhe, das Handy höher halten – das entlastet den Nacken sofort.
- Wärme nutzen: Bei Verspannung wirkt Wärme (Kissen, Dusche) entspannend – ideal vor den Dehnübungen.
- Schlafposition: Ein Kissen, das die Lücke zwischen Schulter und Kopf füllt (Seitenlage) – der Nacken bleibt gerade; Bauchlage möglichst meiden.
- Stress mitbehandeln: Der Nacken ist der klassische Stress-Speicher – bewusste Atempausen senken die Grundspannung messbar.
- Haltungskette beachten: Aufrichtung beginnt in der Brustwirbelsäule – die BWS-Übungen ergänzen dieses Programm ideal.
Wenn die Beschwerden bleiben
Bessern sich die Nackenschmerzen trotz vier bis sechs Wochen konsequenten Übens nicht, grenzen wir die Ursache genauer ein – vom muskulären HWS-Syndrom über Wirbelgelenk-Blockierungen bis zur Nervenwurzelreizung mit Ausstrahlung in den Arm. Je nach Befund ergänzen Manuelle Therapie, physikalische Therapie oder Akupunktur das Übungsprogramm.
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Antworten auf die wichtigsten Fragen bei Nackenschmerzen und Verspannungen
Was hilft schnell bei akuter Nackenverspannung?
Wie oft soll ich die Nacken-Übungen machen?
Was ist ein Handynacken – und was hilft dagegen?
Können Nackenverspannungen Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen?
Gelten die Übungen auch beim HWS-Syndrom mit Verschleiß?
Welche weiteren Behandlungen helfen bei Nackenschmerzen?
Wann sollte ich wegen meiner Nackenschmerzen einen Orthopäden aufsuchen?
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