Übungen bei Bursitis trochanterica & Tractus-iliotibialis-Syndrom
Gezielte Dehn- und Stabilisierungsübungen für die Außenseite der Hüfte – bei Trochanterschmerzen, ITB-Syndrom und Schleimbeutelentzündung. Vom Orthopäden empfohlen.
Wichtiger Hinweis vor Beginn der Übungen
Vor Durchführung dieses Übungsprogramms ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Die folgenden Übungen ersetzen keine professionelle Behandlung. Führen Sie alle Bewegungen nur schmerzfrei aus. Bei starker Reizung, Schwellung oder neu auftretenden Schmerzen ins Bein brechen Sie ab und wenden Sie sich an unsere Praxis.
Bursitis trochanterica & Tractus-iliotibialis-Syndrom – kurz erklärt
Bei der Bursitis trochanterica ist der Schleimbeutel am großen Rollhügel (Trochanter major) entzündet. Das verursacht Schmerzen an der Außenseite der Hüfte, oft nachts und beim Liegen auf der betroffenen Seite. Häufig bei Frauen mittleren Alters, aber auch bei aktiven Sportlern.
Das Tractus-iliotibialis-Syndrom (ITB-Syndrom) entsteht durch Überreizung des Iliotibialbandes – eines kräftigen Bindegewebsstrangs, der vom Beckenkamm über den Trochanter major bis zum äußeren Schienbeinkopf verläuft. Typisch ist ein brennender Schmerz an der Außenseite von Hüfte oder Knie, besonders bei Läufern und Radfahrern. Ein schwacher Gluteus medius (mittlerer Gesäßmuskel) gilt als wichtigste Ursache beider Erkrankungen – er kann das Becken beim Einbeinstand nicht ausreichend stabilisieren. Das Übungsprogramm setzt genau hier an: Tractus-Dehnung + Gluteus-medius-Kräftigung.
Weitere Informationen: Bursitis trochanterica – Diagnose & Behandlung →
Übungsprogramm: Dehnung & Stabilisierung
Tractus-iliotibialis-Dehnung · Gluteus-medius-Kräftigung · Beckenstabilisierung
1. Stehende Tractus-iliotibialis-Dehnung (ITB-Stretch)
- Aufrechter Stand nahe einer Wand (Sicherheit)
- Das zu dehnende Bein hinter dem anderen Bein überkreuzen (z. B. rechtes Bein hinter links)
- Beide Füße auf dem Boden, das hintere Bein gestreckt
- Hüfte zur Seite des hinteren Beins schieben (nach rechts)
- Dehnung an der Außenseite des hinteren Oberschenkels und der Hüfte spüren
- 30–45 Sekunden halten, ruhig atmen
- Seite wechseln
2. Seitliegende Tractus-Dehnung
- Seitenlage auf dem Boden
- Oberes Bein nach hinten führen und Knie beugen
- Den Fuß des oberen Beins mit der Hand halten (oder mit einem Handtuch)
- Knie des oberen Beins Richtung Boden senken – Dehnung an der Außenseite des Oberschenkels spüren
- 30 Sekunden halten
- Seite wechseln
3. Hüftbeuger-Dehnung mit Seitneigung (kombiniert)
- Kniefall: vorderes Bein aufgestellt, hinteres Knie auf der Matte
- Becken nach vorne schieben (Hüftbeuger-Dehnung)
- Den gleichseitigen Arm des hinteren Beins nach oben strecken
- Leicht zur Gegenseite neigen – die Dehnung wandert an die Außenseite des Beckens und den Tractus
- 30 Sekunden halten
- Seite wechseln
4. Clamshell – Gluteus-medius-Kräftigung
- Seitenlage, Beine übereinander, Hüfte ca. 45° gebeugt, Knie ca. 90°
- Füße bleiben übereinander
- Oberes Knie langsam nach oben öffnen – wie eine Muschel
- Gezielt den seitlichen Gesäßmuskel anspannen, 3 Sekunden halten
- Kontrolliert zurück – nicht fallen lassen
- 15 Wiederholungen, dann Seite wechseln
5. Seitlage-Beinheben – Hüftabduktion
- Seitenlage, Beine gestreckt übereinander
- Oberes Bein gestreckt 30–40 cm anheben
- Fußspitze leicht nach innen drehen
- 2 Sekunden oben halten, dann kontrolliert absenken
- 12 Wiederholungen, dann Seite wechseln
6. Einbeinstand – Beckenstabilisierung (Trendelenburg-Übung)
- Aufrechter Stand nahe einer Wand
- Ein Bein leicht anheben, Einbeinstand
- Standbein leicht gebeugt (nie überstreckt)
- Becken waagerecht halten – die Seite des angehobenen Beins darf nicht absacken
- 20–30 Sekunden halten, Seite wechseln
- Steigerung: geschlossene Augen oder weiches Kissen unter dem Standfuß
7. Seitliche Brücke (Side Bridge / Seitstütz)
- Seitenlage auf dem Unterarm abstützen (Ellenbogen unter der Schulter)
- Beine gestreckt übereinander (Einstieg: Knie gebeugt, auf Knie stützen)
- Becken vom Boden anheben, bis Körper eine gerade Linie bildet
- 10–20 Sekunden halten
- Kontrolliert absenken, kurze Pause, Seite wechseln
Tipps für nachhaltigen Erfolg bei Bursitis trochanterica & ITB-Syndrom
- Dehnübungen täglich (auch 2x täglich) – besonders die stehende ITB-Dehnung nach dem Sport
- Kräftigungsübungen jeden zweiten Tag – der Gluteus medius braucht Erholungszeit
- In der Akutphase: Eis-Auflage (10–15 Min.) auf den Trochanter kann den Reiz lindern
- Schlafposition: Kissen zwischen den Knien (Seitenlage) reduziert den Druck auf den Trochanter
- Lauftraining anpassen: Untergrund wechseln, Laufstrecke reduzieren, keine Camber-Läufe (einseitig geneigte Straße)
- Bei Schuhhöhenunterschied oder Beinlängendifferenz: Einlagenanpassung in unserer Praxis sinnvoll
- Vor Beginn des Übungsprogramms ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich
Persönliche Beratung bei Bursitis trochanterica
Diese Übungen sind allgemeine Empfehlungen. Bei anhaltenden Außenhüftschmerzen empfehlen wir eine individuelle orthopädische Untersuchung zur Abklärung von Bursitis, Sehnenveränderungen oder einem Tractus-iliotibialis-Syndrom. Zur Diagnose & Behandlung →
Bei Fragen zu den Übungen sprechen Sie uns gerne in der Sprechstunde an!
Häufige Fragen zu Bursitis trochanterica & ITB-Syndrom
Antworten auf die wichtigsten Fragen bei Außenhüftschmerzen
Was ist der Unterschied zwischen Bursitis trochanterica und Tractus-iliotibialis-Syndrom?
Wie oft sollte ich die Übungen durchführen?
Darf ich bei Bursitis trochanterica Sport treiben?
Wann sind die Übungen beim ITB-Syndrom am wichtigsten?
Wann sollte ich wegen Außenhüftschmerzen einen Arzt aufsuchen?
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