Infiltrationstherapie: Kortison, Test-Infiltration & Quaddeln
Gezielte Spritzen an den Ort der Beschwerden – zur Entzündungshemmung, zur Eingrenzung der Schmerzquelle und bei myofaszialen Triggerpunkten. Landmarken- und ultraschallgesteuert (inkl. Facettengelenke), für Patientinnen und Patienten aus Beckum und Umgebung.
Was ist eine Infiltration?
Eine Infiltration ist eine gezielte Spritze an den Ort der Beschwerden – zum Beispiel an ein Gelenk, einen Sehnenansatz, einen Muskel-Triggerpunkt oder ein Facettengelenk der Wirbelsäule. Je nach Ziel setzen wir ein entzündungshemmendes Kortison-Präparat oder ein Lokalanästhetikum ein. So lassen sich Entzündungen lokal dämpfen, Schmerzquellen eingrenzen und akute Beschwerden kurzfristig lindern.
Der Eingriff ist minimalinvasiv, erfolgt ambulant und dauert nur wenige Minuten. Wir arbeiten unter streng aseptischen Bedingungen und – wo sinnvoll – unter Ultraschallkontrolle, um das Präparat präzise zu platzieren.
Was wir anbieten – und was nicht
Wir infiltrieren anhand anatomischer Landmarken und unter Ultraschallkontrolle – auch an den Facettengelenken der Wirbelsäule. CT-gesteuerte Infiltrationen und die periradikuläre Therapie (PRT) bieten wir nicht an, da wir keine Bildwandler-/CT-Technik vorhalten. Ist eine solche wirbelsäulennahe, bildgesteuerte Infiltration erforderlich, zeigen wir Ihnen den passenden Weg – bei gesetzlich Versicherten über eine schmerztherapeutische Vorstellung und anschließend CT-gesteuert beim Radiologen oder direkt beim Neurochirurgen.
Wie wirken Infiltrationen?
Je nach eingesetztem Wirkstoff verfolgt die Infiltration ein anderes Ziel – von der Entzündungshemmung bis zur Diagnostik.
Kortison – lokale Entzündungshemmung
Kortison (Corticosteroid) hemmt entzündliche Prozesse dort, wo sie entstehen. Die Wirkung setzt meist innerhalb weniger Tage ein und kann einige Wochen anhalten. Kortison wird gezielt und zurückhaltend eingesetzt – nicht als Dauerlösung.
Lokalanästhetikum – Schmerzquelle testen
Ein Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain) an einer verdächtigen Struktur zeigt diagnostisch, ob diese wirklich die Schmerzquelle ist: Lässt der Schmerz deutlich nach, ist die Diagnose bestätigt – etwa an einem Facettengelenk.
Triggerpunkt & Quaddeln
Therapeutisch kann ein Lokalanästhetikum an myofaszialen Triggerpunkten oder als Quaddel unter die Haut gesetzt werden. Das kann verspannungsbedingte Schmerzen kurzfristig lindern und die Muskelentspannung unterstützen.
Was sagt die Wissenschaft?
Kortison-Infiltrationen können Schmerzen bei entzündlichen und arthrotischen Reizzuständen wirksam lindern – der Effekt ist jedoch überwiegend kurzfristig. Leitlinien und Studien raten deshalb zu zurückhaltendem, begrenzt wiederholtem Einsatz: Bei Kniearthrose hält die Wirkung meist rund drei Monate an, und die Empfehlung wurde wegen eines möglichen Einflusses auf den Knorpel herabgestuft (AAOS 2021). An der Hüfte ist bei hohen Dosen oder mehrfachen Injektionen ein Risiko einer rasch fortschreitenden Gelenkerkrankung beschrieben. Bei Sehnenerkrankungen wie dem Tennisellenbogen wirkt Kortison kurzfristig, ist langfristig aber der Physiotherapie unterlegen (Coombes 2010). Lokalanästhetika und Quaddeln können kurzfristig lindern; die Evidenz für einen dauerhaften Nutzen ist begrenzt, weshalb wir sie ergänzend im Gesamtkonzept einsetzen. Die Ultraschallsteuerung erhöht die Treffsicherheit – an den Facettengelenken erreicht sie eine mit der CT vergleichbare Genauigkeit, ganz ohne Röntgenstrahlung.
Anwendungsgebiete
Infiltrationen kommen bei lokalen Entzündungen, zur Diagnostik und bei myofaszialen Beschwerden zum Einsatz.
Bewährte Kortison-Indikationen
Kortison-Infiltrationen können im Rahmen der orthopädischen Behandlung eingesetzt werden bei:
- Schultersteife (Frozen Shoulder)
- Subakromiales Impingement (Schulter)
- Schleimbeutelentzündungen (Bursitis)
- Sehnenscheidenentzündungen (z. B. De-Quervain)
- Schnappfinger (Triggerfinger)
- Akute Entzündungsschübe bei Knie- oder Hüftarthrose
- Karpaltunnelsyndrom (ergänzend, kurzfristig)
Facettengelenke & Wirbelsäule
An den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenken) können wir landmarken- und ultraschallgesteuert infiltrieren – sowohl diagnostisch (Test-Infiltration zur Eingrenzung der Schmerzquelle) als auch therapeutisch beim Facettensyndrom. CT-gesteuerte oder PRT-Infiltrationen gehören nicht zu unserem Angebot.
Triggerpunkte & myofasziale Schmerzen
Druckschmerzhafte Muskelverhärtungen (Triggerpunkte) können in entferntere Körperbereiche ausstrahlen. Eine Infiltration mit Lokalanästhetikum – auch als Quaddel – kann myofasziale Beschwerden kurzfristig lindern, besonders in Kombination mit anschließender Physiotherapie.
Ablauf der Infiltration
Indikationsprüfung & Aufklärung
Wir prüfen anhand von Befund und Bildgebung, ob eine Infiltration sinnvoll ist, und besprechen Nutzen, mögliche Nebenwirkungen und Alternativen.
Vorbereitung
Die Einstichstelle wird sorgfältig desinfiziert. Auf Wunsch betäuben wir die Haut vorab. Bei Bedarf stellen wir die Zielstruktur per Ultraschall dar.
Injektion
Das Präparat wird landmarken- oder ultraschallgesteuert präzise an die Zielstruktur gebracht. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten.
Nachsorge & Verlauf
Am Behandlungstag sollten Sie die Region schonen. Den Effekt beurteilen wir im Verlauf und passen das weitere Vorgehen individuell an.
Kurzübersicht
- Dauer pro Injektion: wenige Minuten
- Wirkung Kortison: Eintritt meist in wenigen Tagen, Dauer einige Wochen
- Nebenwirkungen: meist mild und lokal begrenzt
- Wiederholung Kortison: zurückhaltend, mit ausreichenden Abständen
- Kontraindikationen: Infektion im Einstichbereich, Gerinnungsstörungen, bekannte Überempfindlichkeit
Kosten & Kostenübernahme
Gesetzliche Krankenkassen (GKV)
Eine medizinisch indizierte Kortison-Infiltration ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen – wir rechnen sie nicht als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab. Auch eine gezielte Behandlung mit Lokalanästhetika kann als Kassenleistung möglich sein.
Lediglich eigenständige Methoden wie die Neuraltherapie bzw. Quaddelbehandlung werden in der Regel als IGeL privat abgerechnet. Über eventuell anfallende Kosten informieren wir Sie vorab transparent.
Private Krankenkassen (PKV)
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten Infiltrationen in der Regel im Rahmen des Vertrags. Auf Wunsch stellen wir Ihnen einen Kostenplan zur Vorlage bei Ihrem Versicherungsträger aus.
Häufige Fragen zur Infiltrationstherapie
Die wichtigsten Antworten für unsere Patienten
Wie oft können Kortison-Injektionen gegeben werden?
Welche Nebenwirkungen kann eine Kortison-Infiltration haben?
Was sind Quaddeln und wann werden sie eingesetzt?
Was ist eine diagnostische Test-Infiltration?
Bieten Sie CT-gesteuerte oder PRT-Infiltrationen an?
Ist die Infiltration schmerzhaft, und was sollte ich danach beachten?
Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?
Für welche Region bieten Sie Infiltrationen an?
Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns an!
Ob Terminbuchung, Rückfragen zu Behandlungen oder eine erste Einschätzung – wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wählen Sie den Weg, der für Sie am besten passt.
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