Wirbelgleiten im Wachstumsalter – Ursachen, Diagnose und Behandlung
Spondylolisthese bedeutet, dass ein Wirbel im unteren Rücken nach vorne gleitet. Das betrifft häufig Kinder und Jugendliche, besonders wenn sie viel Sport treiben. Die Ursache ist meist ein kleiner Bruch oder eine Schwachstelle im sogenannten „Pars interarticularis", einem Teil des Wirbels. Wenn beide Seiten betroffen sind, kann der Wirbel verrutschen.
Etwa 4–5 % der Kinder haben eine sogenannte Spondylolysis, und bei einem Teil dieser Kinder entwickelt sich daraus eine Spondylolisthese. Besonders betroffen sind sportlich aktive Kinder, zum Beispiel beim Turnen, Gewichtheben oder Fußball. Die meisten Fälle treten an der unteren Lendenwirbelsäule (meist L5) auf.
Was Eltern wissen sollten
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für eine Spondylolisthese im Wachstumsalter.
Kinder klagen meist über Rückenschmerzen, die bei Bewegung stärker werden und in Ruhe nachlassen.
Wie wir Wirbelgleiten bei Ihrem Kind erkennen
Zunächst wird der Rücken klinisch untersucht. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:
Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sollten ärztlich abgeklärt werden – besonders bei sportlich aktiven Kindern. Die kinderorthopädische Vorsorgeuntersuchung kann Veränderungen an der Wirbelsäule frühzeitig erkennen, noch bevor ausgeprägte Beschwerden auftreten. Eine rechtzeitige Diagnose ermöglicht eine gezielte Behandlung und kann dazu beitragen, ein Fortschreiten der Spondylolisthese zu vermeiden. Sprechen Sie uns gerne an – unsere Kinderorthopäden beraten Sie individuell.
Bewährte Therapieansätze für Kinder und Jugendliche
Schonung und Verzicht auf belastende Sportarten für einige Wochen. Die Beschwerden bessern sich dadurch häufig deutlich.
Gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit. Ein flexionsbetontes Trainingsprogramm wird empfohlen.
Die Anwendung eines Korsetts und Ruhigstellung über 3–4 Monate kann die knöcherne Heilung initialer Spondylolysen fördern. Die Evidenz für den Nutzen ist jedoch nicht eindeutig, da Studien ähnliche Ergebnisse mit und ohne Orthese zeigen.
Nur in seltenen, schweren Fällen erforderlich – etwa wenn der Wirbel mehr als 50 % verrutscht ist oder starke Schmerzen und neurologische Ausfälle bestehen. In diesen Fällen wird eine Wirbelsäulenversteifung empfohlen.
Gute Aussichten für Ihr Kind
Spondylolisthese ist bei Kindern und Jugendlichen in der Regel gut behandelbar. Die meisten jungen Patientinnen und Patienten können nach erfolgreicher Behandlung wieder Sport treiben. Wichtig sind eine frühe Diagnose, Schonung und gezielte Übungen. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle – idealerweise bei einem Kinderorthopäden bzw. einer Kinderorthopädin – ist wichtig, um ein Fortschreiten frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls ergänzend zu behandeln.
Hilfreiche Ressourcen für Eltern und junge Patientinnen und Patienten
Gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur können die Behandlung der Spondylolisthese unterstützen. Auf unserer Übungsseite finden Sie kindgerechte Anleitungen.
Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Britta Bröking sind auf Kinderorthopädie spezialisiert und beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um Wirbelgleiten bei Kindern.
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Bei einer Spondylolisthese rutscht ein Wirbel im unteren Rücken nach vorne. Die Ursache ist meist ein kleiner Bruch oder eine Schwachstelle im sogenannten „Pars interarticularis". Besonders betroffen sind sportlich aktive Kinder und Jugendliche, vor allem bei Sportarten mit häufigem Strecken und Drehen des Rückens.
Kinder klagen meist über Rückenschmerzen, die bei Bewegung stärker werden und in Ruhe nachlassen. Manchmal bestehen die Beschwerden bereits seit Wochen oder Monaten. In schweren Fällen kann es zu Taubheitsgefühlen oder Schwäche in den Beinen kommen.
Nach der körperlichen Untersuchung werden bildgebende Verfahren eingesetzt: Röntgenaufnahmen im Stehen zeigen den verrutschten Wirbel. Ein MRT kann frühe Veränderungen erkennen, bevor ein Bruch sichtbar ist. CT und Knochenszintigrafie werden bei unklaren Fällen eingesetzt, wegen der Strahlenbelastung aber möglichst vermieden.
Die Behandlung umfasst in der Regel Schonung und Verzicht auf belastende Sportarten, gezielte muskuläre Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sowie gegebenenfalls eine Rückenorthese. Eine Operation ist nur in seltenen, schweren Fällen erforderlich – etwa bei einem Verrutschen von mehr als 50 % oder bei neurologischen Ausfällen.
In der Regel können Kinder und Jugendliche nach erfolgreicher Behandlung wieder Sport treiben. Regelmäßige ärztliche Kontrollen, idealerweise bei einem Kinderorthopäden bzw. einer Kinderorthopädin, sind wichtig, um ein Fortschreiten frühzeitig zu erkennen.
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