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Übungen für das Iliosakralgelenk (ISG)
8 Übungen bei ISG-Syndrom und ISG-Blockade: sanft mobilisieren, per Muskel-Reset lösen und das Becken dauerhaft stabilisieren – einfach erklärt und zum Ausdrucken
Welche Übungen helfen beim ISG-Syndrom? Sanfte Mobilisation, isometrische Anspannungs-Übungen als „Muskel-Reset" und die Stabilisation der Becken- und Gesäßmuskulatur – so lässt sich eine ISG-Blockierung oft selbst lösen und ein Rückfall verhindern.
Das Iliosakralgelenk verbindet Kreuzbein und Becken und bewegt sich nur wenige Millimeter – gerät dieses feine Spiel aus dem Takt, entsteht der typische einseitige, tief sitzende Schmerz über dem Gesäßgrübchen. Das Programm folgt der Logik lösen → beruhigen → stabilisieren: erst Mobilisation und Muskel-Reset gegen die akute Blockierung, dann Kräftigung von Gesäß- und Beckenmuskulatur gegen den Rückfall. Alles zu Ursachen und Diagnostik: ISG-Syndrom. Sitzt Ihr Schmerz eher quer über dem unteren Rücken, starten Sie mit den LWS-Übungen – beide Programme ergänzen sich.
Erst abklären, dann üben
Ob wirklich das ISG die Schmerzquelle ist, sollte ärztlich geklärt sein – Lendenwirbelsäule, Hüfte und Nervenwurzeln können sehr ähnliche Beschwerden auslösen. Diese Übungen ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Führen Sie alle Übungen langsam und schmerzfrei durch (ein angenehmes Ziehen ist erlaubt); bei Ausstrahlung unters Knie, Taubheit, nächtlichem Schmerz mit Morgensteifigkeit oder Verschlechterung kontaktieren Sie unsere Sprechstunde in Beckum.
Übungsprogramm für das ISG
8 Übungen nach dem Prinzip lösen → beruhigen → stabilisieren, immer schmerzfrei
Knie zur Brust – einzeln (ISG-Mobilisation)
- Rückenlage, beide Beine zunächst angewinkelt aufstellen
- Ein Knie mit beiden Händen umfassen und sanft schräg Richtung gleichseitige Schulter ziehen
- Das andere Bein bleibt aufgestellt oder gleitet lang – das Becken kippt dabei leicht mit
- 20–30 Sekunden halten, langsam lösen, dann die Gegenseite
Die einbeinige Ausführung bewegt gezielt die eine Beckenhälfte gegen das Kreuzbein und mobilisiert so das ISG – die beidbeinige Variante gehört zum LWS-Programm.
Rotation in Rückenlage
- Rückenlage, beide Beine angewinkelt, die Arme seitlich ausbreiten
- Beide Knie langsam und gemeinsam zu einer Seite sinken lassen – nur so weit, wie es angenehm bleibt
- Die Schultern bleiben am Boden, der Kopf dreht zur Gegenseite
- 20–30 Sekunden halten, langsam zur Mitte zurück, dann die andere Seite
Die sanfte Verwringung zwischen Schultergürtel und Becken mobilisiert das ISG und den lumbosakralen Übergang in der Drehung.
Gegenläufige Becken-Mobilisation
- Rückenlage, ein Knie mit den Händen zur Brust ziehen
- Gleichzeitig das andere Bein lang ausstrecken und die Ferse aktiv vom Körper weg in die Unterlage schieben
- Die Gegenbewegung der beiden Beckenhälften 5 Sekunden halten
- Locker lassen, mehrfach wiederholen, dann die Seiten tauschen
Die gegenläufige Bewegung – eine Beckenhälfte kippt nach hinten, die andere nach vorne – bewegt das ISG gezielt durch seinen kleinen Bewegungsspielraum.
Isometrischer Adduktoren-Reset (Kissen zwischen den Knien)
- Rückenlage, die Beine angewinkelt aufstellen
- Ein festes Kissen oder einen Ball zwischen die Knie klemmen
- Die Knie 5–10 Sekunden kräftig gegen das Kissen zusammendrücken, dabei weiteratmen
- Vollständig locker lassen – die Entspannungsphase ist Teil der Übung
Der klassische „Blockade-Löser": Die kräftige An- und Entspannung der Oberschenkel-Innenseite setzt direkt am Beckenring an und löst die muskuläre Schutzspannung ums ISG.
Isometrischer Abduktoren-Reset (Hände gegen die Knie)
- Rückenlage, die Beine angewinkelt, die Knie hüftbreit
- Die Hände von außen an die Knie legen
- Die Knie 5–10 Sekunden nach außen gegen den Widerstand der Hände drücken
- Vollständig locker lassen; im Wechsel mit Übung 4 ausführen
Der Gegenspieler-Reset: Erst das Wechselspiel aus Zusammendrücken (Übung 4) und Auseinanderdrücken bringt den Beckenring muskulär wieder ins Gleichgewicht.
Piriformis-Dehnung in Rückenlage
- Rückenlage, beide Beine angewinkelt
- Den rechten Außenknöchel auf das linke Knie legen („Vierer-Position")
- Den linken Oberschenkel mit beiden Händen umfassen und Richtung Brust ziehen
- Das Ziehen tief im rechten Gesäß spüren, 30 Sekunden halten, dann Seitenwechsel
Der Piriformis liegt direkt über dem ISG und verspannt bei dessen Störungen fast immer mit – seine Dehnung nimmt Druck vom Gelenk und vom Gesäß.
Brücke mit Ball zwischen den Knien
- Rückenlage, die Beine angewinkelt, einen Ball oder ein festes Kissen zwischen die Knie klemmen
- Den Ball leicht zusammendrücken und halten
- Das Becken langsam anheben, bis Oberschenkel und Rumpf eine Linie bilden
- 5 Sekunden halten, langsam abrollen – der Ball bleibt die ganze Zeit unter Druck
Die Ball-Variante aktiviert Adduktoren und Beckenboden zusätzlich zum Gesäß und stabilisiert so gezielt den Beckenring – die klassische Brücke finden Sie im LWS-Programm.
Seitliches Beinheben in Seitenlage (Gluteus medius)
- Seitenlage, der Körper bildet eine gerade Linie, das untere Bein leicht angewinkelt
- Das obere Bein gestreckt und leicht nach hinten versetzt anheben – die Fußspitze zeigt nach vorne, nicht zur Decke
- 2 Sekunden halten, langsam absenken, ohne abzulegen
- Das Becken bleibt stabil – nicht nach hinten wegkippen
Der mittlere Gesäßmuskel ist der wichtigste seitliche Beckenstabilisator – ist er schwach, gerät das ISG bei jedem Schritt unter Scherlast.
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Tipps für ein stabiles Becken
So bleibt das ISG dauerhaft ruhig
So klappt es im Alltag
- Lösen und stabilisieren gehören zusammen: Nur mobilisieren ohne Kräftigung führt fast immer zum Rückfall.
- Akut-Programm merken: Bei beginnender Blockierung sofort Übung 1, 4 und 5 – oft lässt sich die volle Blockade so abfangen.
- Asymmetrien meiden: Einseitiges Sitzen (Bein untergeschlagen, Portemonnaie in der Gesäßtasche) und einseitiges Tragen reizen das ISG.
- Gehen ist Therapie: Zügiges, gleichmäßiges Gehen bewegt das ISG rhythmisch – besser als langes Sitzen oder Stehen.
- Beim Heben: Frontal vor die Last stellen, aus den Beinen heben – Drehung unter Last ist der klassische Blockierungs-Auslöser.
- Dranbleiben: Die Beckenstabilisatoren brauchen 8–12 Wochen Aufbauzeit – danach genügen 2 Einheiten pro Woche.
Wenn die Beschwerden bleiben
Kehrt die Blockierung immer wieder oder bleibt der Schmerz trotz vier Wochen konsequenten Übens, klären wir die Ursache: mit Provokationstests, ggf. Bildgebung und – wenn nötig – einer diagnostischen ISG-Infiltration. Alles zur Erkrankung: ISG-Syndrom. Für die dauerhafte Stabilität kombinieren Sie das Programm mit der Rumpfkräftigung der LWS-Übungen.
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Antworten auf die wichtigsten Fragen bei Iliosakralgelenk-Beschwerden
Woran erkenne ich, dass der Schmerz vom ISG kommt?
Kann ich eine ISG-Blockade selbst lösen?
Wie oft soll ich die ISG-Übungen machen?
ISG-Schmerzen in der Schwangerschaft – was hilft?
Soll ich die ISG-Übungen mit den LWS-Übungen kombinieren?
Welche weiteren Behandlungen helfen beim ISG-Syndrom?
Wann sollte ich wegen meiner ISG-Schmerzen einen Orthopäden aufsuchen?
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