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Skoliose bei Kindern und Jugendlichen

Wirbelsäulenverkrümmung früh erkennen – Anzeichen, Selbsttest und Behandlung von Eigenübungen bis Korsett

Was ist Skoliose?

Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule von mindestens 10° (Cobb-Winkel), meist mit einer Verdrehung um die eigene Achse. Die häufigste Form bei Kindern und Jugendlichen ist die idiopathische Skoliose (ohne bekannte Ursache), die vor allem im pubertären Wachstumsschub auftritt und fortschreiten kann. Je nach Ausmaß reicht die Behandlung von Beobachtung und Eigenübungen über ein Korsett bis – selten – zur Operation. Entscheidend ist die frühe Erkennung im Wachstum.

Der Schweregrad wird als Cobb-Winkel auf einer Röntgenaufnahme gemessen. Betroffen sind etwa 1–2 % aller Kinder und Jugendlichen; Mädchen entwickeln häufiger eine behandlungsbedürftige Skoliose, und das Verhältnis steigt mit dem Schweregrad. Der Großteil der Fälle ist mild und benötigt nur regelmäßige Kontrollen und Eigenübungen – nur ein kleiner Anteil braucht ein Korsett, noch seltener eine Operation.

Anzeichen erkennen – der Selbsttest für zu Hause

Der Vorbeugetest (Adams-Test) hilft, eine Skoliose früh zu bemerken

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Vorbeugetest (Adams-Test)

So prüfen Sie den Rücken Ihres Kindes selbst:

  • Kind beugt sich mit hängenden Armen langsam nach vorne
  • Sie betrachten den Rücken von hinten auf gleicher Höhe
  • Einseitiger Rippenbuckel oder Lendenwulst? → Hinweis auf Skoliose
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Weitere Anzeichen

  • Ungleiche Schulterhöhe, asymmetrische Schulterblätter
  • Schiefe Taillenlinie, einseitig betontes Taillendreieck
  • Ungleicher Beckenstand
  • Rumpf wirkt insgesamt „verdreht"
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Wann sollten Sie Ihr Kind untersuchen lassen?

  • Auffälliger Vorbeugetest (Rippenbuckel/Lendenwulst)
  • Sichtbare Asymmetrie von Schultern, Taille oder Becken
  • Rasche Veränderung während eines Wachstumsschubs
  • Rückenschmerzen in Verbindung mit einer Verkrümmung

Buchen Sie dazu gern online einen Termin. Je früher eine Skoliose erkannt wird, desto besser lässt sich ein Fortschreiten verhindern.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum entsteht eine Skoliose?

Die Ursache der idiopathischen Skoliose ist trotz intensiver Forschung nicht abschließend geklärt – diskutiert werden ein Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, hormonellen Einflüssen und einer Wachstums-Imbalance der Wirbelsäule. Eine familiäre Häufung ist bekannt. Der enge Zusammenhang mit dem pubertären Wachstumsschub erklärt, warum eine Skoliose gerade dann auftritt und fortschreiten kann.

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Mögliche Einflussfaktoren

  • Genetische Veranlagung / familiäre Häufung
  • Weibliches Geschlecht (höheres Risiko für Fortschreiten)
  • Schnelles Wachstum in der Pubertät
  • Wachstums-Imbalance der Wirbelsäule
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Gut zu wissen für Eltern

  • Skoliose entsteht nicht durch schwere Schulranzen
  • Schlechte Haltung allein verursacht keine Skoliose
  • Sie ist kein Resultat von Fehlverhalten
  • Früherkennung ermöglicht rechtzeitige Behandlung

Sekundäre Skolioseformen

Neben der idiopathischen gibt es sekundäre Formen, bei denen eine Grunderkrankung die Verkrümmung verursacht – etwa neuromuskuläre Skoliosen (z. B. bei Zerebralparese, Muskeldystrophie, Spina bifida). Diese schreiten oft rascher fort und erfordern eine engmaschigere Überwachung. Die Unterscheidung idiopathisch vs. sekundär ist ein wichtiger Teil der kinderorthopädischen Diagnostik.

Diagnostik in unserer Praxis

Schweregrad sicher einschätzen – Grundlage der Therapie

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Klinische Untersuchung

  • Inspektion im Stand (Schulter-, Taillen-, Beckenstand)
  • Vorbeugetest (Adams) + Messung mit dem Skoliometer
  • Ab Rippenbuckel/Lendenwulst von etwa 5° folgt zur Sicherung ein Röntgenbild
  • Neurologische Basisuntersuchung
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Bildgebung

  • Röntgen der gesamten Wirbelsäule im Stehen
  • Messung des Cobb-Winkels (Schweregrad)
  • Beurteilung der Knochenreife (Risser-Zeichen) und des Restwachstums
  • Bei Bedarf MRT (Strahlenschutz beachten)

Früherkennung: orthopädische Vorsorge (ca. 9–12 Jahre)

Da eine Skoliose besonders im pubertären Wachstumsschub auftritt und rasch fortschreiten kann, empfehlen wir eine gezielte orthopädische Vorsorgeuntersuchung im Alter von etwa 9 bis 12 Jahren. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten. Mehr zur Vorsorgeuntersuchung →

Behandlung – vom Beobachten bis zum Korsett

Individuell nach Cobb-Winkel, Wachstum und Verlauf

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Ab dem ersten Grad selbst aktiv werden: Eigenübungen ab 10°

Sobald eine Skoliose (ab 10° Cobb-Winkel) festgestellt ist, gehören regelmäßige Eigenübungen von Anfang an dazu – in jedem Stadium. Warten Sie damit nicht auf ein Physiotherapie-Rezept: Das eigenständige Üben zu Hause ist der aktive Baustein, den Ihr Kind selbst und dauerhaft leisten kann. Es ergänzt die ärztliche Kontrolle und ggf. das Korsett, ersetzt sie aber nicht. → Zu den Skoliose-Übungen

Die Behandlung richtet sich nach dem Cobb-Winkel, dem verbleibenden Wachstum und dem Verlauf – die Entscheidung ist stets individuell. Im Wachstum kontrollieren wir alle 4–6 Monate klinisch.

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Beobachtung & Eigenübungen

Bei leichten Krümmungen (unter ~25° thorakal bzw. ~20° lumbal, mit Restwachstum): regelmäßige Kontrollen alle 4–6 Monate plus Eigenübungen. Physiotherapie kann ergänzend erfolgen.

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Physiotherapie (Schroth)

Ab ~25° thorakal bzw. ~20° lumbal wird Skoliose-spezifische Physiotherapie (z. B. Schroth) empfohlen – begleitend zu Eigenübungen und Korsett. Sie unterstützt Haltung, Kraft und Atmung, begradigt die Wirbelsäule aber nicht.

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Korsett

Ab ~25° thorakal bzw. ~20° lumbal und noch offenem Wachstum: Korsett, möglichst viele Stunden pro Tag. Die konsequente Tragedisziplin bestimmt den Erfolg. Eigenübungen bleiben wichtig.

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Operation (selten)

Ab ~50° thorakal bzw. ~40° lumbal oder bei deutlichem Fortschreiten. Ab ~40° empfiehlt die Leitlinie eine Beratung im operativen Skoliose-Zentrum – wir vermitteln gezielt.

Ehrlich eingeordnet: Was Übungen leisten – und was nicht

Skoliose-spezifische Übungen und Sport sind wichtig und werden ausdrücklich empfohlen. Wichtig zu wissen: Eine alleinige Physiotherapie bessert den Cobb-Winkel in der Regel nicht dauerhaft – eine Skoliose lässt sich also nicht „wegtrainieren". Übungen ersetzen daher weder die ärztliche Verlaufskontrolle noch, ab einem gewissen Ausmaß, das Korsett. Elektrostimulation wird nicht empfohlen; manuelle Therapie/Osteopathie nur bei Schmerzen, nicht zur Korrektur der Krümmung.

Eigenübungen & aktiver Alltag

Der Baustein, den Ihr Kind selbst in der Hand hat

Eigenübungen sind bei jeder Skoliose (ab 10°) der Grundbaustein – ob mit oder ohne Korsett. Regelmäßiges, eigenverantwortliches Üben stärkt die Rumpfmuskulatur, schult die Körperwahrnehmung und unterstützt die Haltung. Ergänzt wird das durch einen aktiven Alltag und Sport. Verordnete (Schroth-)Physiotherapie kann die Eigenübungen anleiten und ergänzen – aber die tägliche Konsequenz zu Hause macht den Unterschied.

Prognose und Langzeitaussichten

Die große Mehrheit der Skoliosen im Kindes- und Jugendalter ist mild und hat eine gute Langzeitprognose ohne wesentliche Alltagseinschränkungen. Bei mittelschweren Krümmungen kann eine konsequente Korsettbehandlung das Fortschreiten wirksam bremsen; Eigenübungen und Sport tragen ergänzend zur Stabilisierung und Lebensqualität bei. Eine Skoliose lässt sich zwar nicht „heilen", ihr Fortschreiten aber in den allermeisten Fällen aufhalten – je früher sie erkannt wird, desto besser. Deshalb sind regelmäßige Verlaufskontrollen im Wachstum (alle 4–6 Monate) wichtig.

Ihre Kinderorthopäden für Skoliose

Dr. Britta Bröking hat einen Schwerpunkt in der Skoliose bei Kindern und Jugendlichen; gemeinsam mit Dr. Jan Niklas Bröking begleiten wir Ihr Kind von der Früherkennung über die Eigenübungen bis zur Verlaufskontrolle. Beide vertieften ihre Expertise am Universitätsklinikum Münster.

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Dr. med. Britta Bröking

Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

  • Manuelle Medizin / Chirotherapie
  • Akupunktur
Dr. Britta Bröking ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit fundierter kinderorthopädischer Erfahrung aus dem Universitätsklinikum Münster.
Dr. med. Jan Niklas Bröking

Dr. med. Jan Niklas Bröking

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

  • Zusatzbezeichnung Kinderorthopädie
  • Fußchirurgie – Departmentleiter St. Elisabeth-Hospital Beckum
  • Manuelle Medizin / Chirotherapie
  • Zertifikat Fußballmedizin (DFB)
Dr. Jan Niklas Bröking ist Ihr Facharzt für Kinderorthopädie und Fußchirurgie in Beckum – mit langjähriger Erfahrung aus dem Universitätsklinikum Münster.

Häufige Fragen zur Skoliose bei Kindern

Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern

Was ist Skoliose?
Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule von mindestens 10 Grad (Cobb-Winkel), meist mit zusätzlicher Verdrehung um die eigene Achse – also eine dreidimensionale Verformung. Die häufigste Form im Kindes- und Jugendalter ist die adoleszente idiopathische Skoliose, die meist zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr auftritt. „Idiopathisch" bedeutet, dass die genaue Ursache nicht bekannt ist.
Woran erkennt man eine Skoliose bei Kindern? Gibt es einen Selbsttest?
Ja: Beim Vorbeugetest (Adams-Test) beugt sich Ihr Kind mit hängenden Armen langsam nach vorne, während Sie den Rücken von hinten betrachten. Zeigt sich dabei ein einseitiger Rippenbuckel oder Lendenwulst, kann das auf eine Skoliose hinweisen. Weitere Zeichen sind ungleiche Schulterhöhe, asymmetrische Schulterblätter oder eine schiefe Taille. Bei einem auffälligen Selbsttest sollte eine kinderorthopädische Abklärung erfolgen.
Sollte mein Kind bei Skoliose Eigenübungen machen – oder reicht Physiotherapie?
Eigenübungen gehören bei jeder festgestellten Skoliose (ab 10 Grad) von Anfang an dazu – und zwar in jedem Stadium. Warten Sie damit nicht auf ein Physiotherapie-Rezept: Das regelmäßige, eigenständige Üben zu Hause ist der aktive Baustein, den Ihr Kind selbst und dauerhaft leisten kann. Verordnete (Schroth-)Physiotherapie ergänzt die Eigenübungen, ersetzt sie aber nicht. Eine Anleitung finden Sie auf unserer Skoliose-Übungsseite.
Können Übungen eine Skoliose „wegtrainieren"?
Nein. Skoliose-spezifische Übungen (z. B. nach Schroth) unterstützen Haltung, Rumpfkraft, Atmung und Wohlbefinden und sind ein wichtiger aktiver Baustein. Eine alleinige Physiotherapie bessert den Krümmungswinkel (Cobb-Winkel) in der Regel jedoch nicht dauerhaft und „begradigt" die Wirbelsäule nicht. Deshalb bleiben die ärztliche Verlaufskontrolle und – ab einem gewissen Ausmaß – das Korsett wichtig.
Ab wann braucht mein Kind ein Korsett?
Bei noch bestehendem Wachstum wird ein Korsett ab etwa 25 Grad (Brustwirbelsäule) bzw. ab etwa 20 Grad (Lenden-/Übergangsbereich) empfohlen, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern. Es wird möglichst viele Stunden am Tag getragen; die konsequente Tragedisziplin bestimmt den Erfolg maßgeblich. Eigenübungen sind auch während der Korsettbehandlung wichtig.
Wann muss eine Skoliose operiert werden?
Eine Operation wird in der Regel ab etwa 50 Grad (Brustwirbelsäule) bzw. ab etwa 40 Grad (Lenden-/Übergangsbereich) oder bei deutlichem Fortschreiten trotz Behandlung erwogen. Ab etwa 40 Grad empfiehlt die Leitlinie eine individuelle Beratung in einem operativen Skoliose-Zentrum. Dank früher Erkennung und konsequenter Therapie lässt sich eine Operation in vielen Fällen vermeiden; bei Bedarf vermitteln wir an spezialisierte Zentren.
Ist Skoliose heilbar?
Eine Skoliose lässt sich nicht „heilen", ihr Fortschreiten aber in den allermeisten Fällen wirksam aufhalten – vorausgesetzt, sie wird früh erkannt und im Wachstum regelmäßig kontrolliert. Die große Mehrheit der Kinder mit milder Skoliose hat eine gute Langzeitprognose ohne wesentliche Einschränkungen.
Gibt es eine orthopädische Vorsorgeuntersuchung für Kinder?
Ja, einige Krankenkassen bieten eine orthopädische Vorsorgeuntersuchung für Kinder an, bei der Wirbelsäule, Gelenke und Bewegungsapparat untersucht werden, um Fehlstellungen wie Skoliose früh zu erkennen. Wir empfehlen diese Vorsorge und führen sie durch. Mehr auf unserer Seite zur Vorsorgeuntersuchung.
Wann sollten Sie bei Verdacht auf Skoliose zum Arzt?
Bei sichtbarer Asymmetrie des Rückens, einseitiger Schulter- oder Beckenhöhe oder einem Rippenbuckel/Lendenwulst beim Vorbeugen sollte zeitnah eine kinderorthopädische Abklärung erfolgen. Besonders während der pubertären Wachstumsschübe kann eine Skoliose rasch fortschreiten. In der Orthopädischen Praxis Beckum sichern wir die Diagnose und beraten zur Therapie.

Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns an!

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