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Morbus Perthes

Durchblutungsstörung des Hüftkopfes bei Kindern – Stadien, Diagnostik, Behandlung und Verlauf

Was ist Morbus Perthes?

Morbus Perthes (Legg-Calvé-Perthes-Krankheit) ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes bei Kindern: Ein Teil des Hüftkopfes wird vorübergehend nicht durchblutet, der Knochen stirbt ab und wird über mehrere Jahre wieder aufgebaut. Ziel der Behandlung ist, dass der Hüftkopf dabei möglichst rund und beweglich ausheilt.

Betroffen sind überwiegend Jungen (etwa 4- bis 5-mal häufiger als Mädchen), meist im Alter von 4 bis 8 Jahren (Gipfel um 5–6 Jahre); das Erkrankungsalter kann zwischen 2 und 14 Jahren liegen. In etwa 10–15 % der Fälle sind beide Hüften betroffen, meist zeitversetzt. Morbus Perthes ist selten – und die Häufigkeit nimmt in den letzten Jahrzehnten sogar ab.

Als Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen begleiten wir Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland bei Diagnose, Beratung und langfristiger Nachsorge von Morbus Perthes.

Krankheitsverlauf – die fünf Stadien

Morbus Perthes folgt einem charakteristischen, mehrjährigen Verlauf (Waldenström)

Unabhängig von Schweregrad und Behandlung durchläuft Morbus Perthes stets dieselbe Abfolge von Stadien. Das aktuelle Stadium ist entscheidend: In den frühen Stadien ist der Hüftkopf besonders verformbar und lässt sich schützen; ab dem Fragmentationsstadium können bleibende Formveränderungen entstehen. Deshalb zählt eine frühe Diagnose.

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Initialstadium

Die Durchblutungsstörung führt zum Absterben von Knochengewebe. Im Röntgen zeigen sich ein Gelenkerguss und eine verzögerte Entwicklung des Hüftkopfkerns; das Röntgen kann anfangs noch unauffällig sein.

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Kondensationsstadium

Der abgestorbene Knochen verdichtet sich, der Hüftkopf erscheint im Röntgen weißer (Sklerosierung). Dauer etwa ¼ bis ½ Jahr.

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Fragmentationsstadium

Der abgestorbene Knochen wird abgebaut, der Hüftkopfkern zerfällt schollig. In dieser Phase (ab ca. 1 Jahr) ist der Hüftkopf am verformungsanfälligsten.

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Reparationsstadium

Neuer Knochen wird aufgebaut, die Durchblutung kehrt zurück (ab 2–3 Jahren). Jetzt „modelliert" sich der Hüftkopf um – seine Form entscheidet über das Ergebnis.

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Ausheilungsstadium

Abschluss des knöchernen Umbaus – entweder mit rundem Hüftkopf oder mit einer bleibenden Formveränderung als dauerhaftem Ergebnis.

Ursachen und Risikofaktoren

Was löst Morbus Perthes aus?

Die genaue Ursache ist bis heute nicht geklärt. Sicher ist, dass die Blutversorgung des Hüftkopfes unterbrochen wird – in dem Alter, in dem der Hüftkopf besonders empfindlich versorgt ist. Warum das geschieht, ist unklar; vieles deutet auf Umweltfaktoren hin. Eine reine Vererbung gilt heute als unwahrscheinlich: Zwillingsstudien sprechen dafür, dass eine familiäre Häufung eher auf gemeinsame Lebensumstände als auf die Gene zurückgeht.

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Diskutierte Risikofaktoren

  • Rauchen in der Schwangerschaft (dosisabhängig)
  • Niedriges Geburtsgewicht bzw. geringe Geburtslänge
  • Verzögerte Skelettreifung / Kleinwuchs
  • Zusammenhang mit Überaktivität diskutiert
  • Gerinnungsstörungen werden diskutiert, sind aber nicht gesichert
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Gut zu wissen für Eltern

  • Das Auftreten ist kein Versagen der Eltern
  • Es lässt sich in der Regel weder vorhersagen noch verhindern
  • Eine direkte Vererbung ist unwahrscheinlich
  • Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt insgesamt ab

Anzeichen und Beschwerden

Worauf Eltern achten sollten

Typische Anzeichen

  • Hinken ohne erkennbaren Anlass – oft zunächst schmerzlos
  • Schmerz nur bei Belastung, ohne Fieber oder Krankheitsgefühl
  • Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Oberschenkel
  • Eingeschränkte Hüftbeweglichkeit (Abspreizen, Innendrehung)

Verlauf der Beschwerden

  • Beschwerden wechseln, verstärken sich nach Belastung
  • Bessern sich oft unter Schonung – kehren aber wieder
  • Bei etwa ¼ der Kinder Schmerz ins Knie ausstrahlend
  • Wiederkehrende Beschwerden sind ein Warnzeichen
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Wann sollten Sie Ihr Kind untersuchen lassen?

Jedes Kind zwischen 2 und 14 Jahren, das ohne erklärbare Ursache hinkt, sollte zeitnah kinderorthopädisch vorgestellt werden:

  • Hinken ohne Vorgeschichte – gerade auch schmerzloses Hinken
  • Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Oberschenkel
  • Knieschmerzen ohne Verletzung – der Schmerz kann von der Hüfte kommen; die Hüfte immer mituntersuchen
  • Eingeschränkte Hüftbeweglichkeit (Abspreizen, Innendrehung)

Buchen Sie dazu gern online einen Termin oder rufen Sie uns an.

Diagnostik in unserer Praxis

Wie wird die Erkrankung festgestellt?

Bei Verdacht auf Morbus Perthes verbinden wir die klinische Untersuchung mit gezielter Bildgebung – das sichert die Diagnose und erlaubt zugleich, das Stadium einzuordnen und den Verlauf zu kontrollieren.

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Klinische Untersuchung

Beurteilung von Gangbild und Hüftbeweglichkeit. Hinken und eine eingeschränkte Abspreiz- und Innendrehfähigkeit sind typische Befunde.

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Röntgen in zwei Ebenen

Wichtigste Untersuchung – sie sichert die Diagnose und dient zugleich der Stadien-Einteilung, Klassifikation und Verlaufskontrolle. Ergänzend zeigt der Ultraschall Erguss und Reizung.

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MRT nur bei Bedarf

Kann ein Frühstadium bei noch unauffälligem Röntgen und schwierige Abgrenzungen erkennen. Kein Routineverfahren – sie ersetzt die Röntgenbeurteilung nicht.

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Warum jedes anhaltende Hinken abgeklärt gehört

Ein Hinken kann viele Ursachen haben – vom harmlosen Hüftschnupfen (Coxitis fugax) bis zu Morbus Perthes. Halten die Beschwerden nach einem „Hüftschnupfen" über mehrere Wochen an, muss ein frühes Perthes-Stadium ausgeschlossen werden; bei beidseitigem Befall sind zudem seltene Knochen-/Skeletterkrankungen abzugrenzen. Je früher die Diagnose steht, desto größer ist der Spielraum, den Hüftkopf zu schützen. Termin vereinbaren →

Behandlung von Morbus Perthes

Individuell nach Alter, Stadium und Schweregrad

Ziel jeder Behandlung ist das Containment: den Hüftkopf gut zentriert in der Pfanne und das Gelenk beweglich zu halten („motion and containment"), damit der Hüftkopf möglichst rund ausheilt und eine bleibende Verformung sowie eine frühe Hüftarthrose vermieden werden. Grundlage jeder Entscheidung ist die Klassifikation des Befundes (Waldenström-Stadien, Catterall und die prognostisch aussagekräftige Herring-Klassifikation) sowie Risikozeichen („head at risk") im Röntgen – etwa eine Lateralisation (Subluxation) des Hüftkopfes, eine seitliche Verkalkung oder Zysten im Schenkelhals. Größere Operationen führen spezialisierte Zentren durch; Beratung und Nachsorge übernehmen wir vor Ort in Beckum.

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Konservative Behandlung

  • Häufig ausreichend bei Kindern unter ~6 Jahren mit guter Beweglichkeit
  • Physiotherapie zum Erhalt von Abspreizen und Drehung
  • Belastungsanpassung – keine strikte Entlastung, kein Sportverbot
  • Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen) nur in der akuten Phase
  • Abduktionsorthesen nur in Einzelfällen; ihr Nutzen ist umstritten
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Operative Behandlung

  • Vor allem bei älteren Kindern (ab ~8 Jahren) mit mittlerem bis schwerem Befund (Herring B/C oder C)
  • Umstellung am Oberschenkel (Varisationsosteotomie) und/oder Becken
  • Voraussetzung: ausreichende Beweglichkeit (mind. ~30° Abspreizen)
  • Vor der OP muss ein „hinge abduction" ausgeschlossen werden

Bewegung im Alltag – was möglich ist

  • Schwimmen und Radfahren: gelenkschonend und erwünscht
  • Kurze Spaziergänge, angepasst an den Befund
  • Springen, Stoß- und Kontaktsport (z. B. Trampolin, Ballsport) in frühen Stadien meiden
  • Kein komplettes Sportverbot – individuelle Empfehlung durch den Kinderorthopäden

Hinweis zur Evidenz: Für die einzelnen Behandlungen gibt es bislang nur wenige hochwertige Studien; auch der Nutzen von Containment-Operationen wird in aktuellen Untersuchungen unterschiedlich beurteilt. Umso wichtiger sind eine individuelle Entscheidung und die Begleitung durch einen erfahrenen Kinderorthopäden.

Prognose, Spätfolgen und Nachsorge

Was beeinflusst den Langzeitverlauf?

Entscheidend für die Langzeitaussicht ist, wie rund der Hüftkopf ausheilt, und das Erkrankungsalter: Kinder unter 6 Jahren haben wegen des größeren Umbaupotenzials meist die günstigsten Aussichten. Insgesamt haben über 80 % der Betroffenen bis ins mittlere Erwachsenenalter gute Ergebnisse. Bleibt der Hüftkopf jedoch verformt, können langfristig Beschwerden und eine vorzeitige Hüftarthrose (Coxarthrose) entstehen, die im späteren Leben ein künstliches Hüftgelenk erforderlich machen kann. Deshalb sind auch nach dem Ausheilen langfristige Kontrollen sinnvoll.

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Günstige Prognosefaktoren

  • Erkrankungsalter unter 6 Jahren
  • Geringer Schweregrad (Lateral Pillar A oder B)
  • Erhaltene Hüftbeweglichkeit
  • Runder Hüftkopf nach Ausheilung
  • Frühzeitige Diagnose und Behandlung
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Ungünstige Prognosefaktoren

  • Erkrankungsalter über 8 Jahre
  • Weibliches Geschlecht (besonders über 8 Jahre)
  • Schwerer Befall (Lateral Pillar C), Übergewicht
  • Head-at-risk-Zeichen (z. B. Subluxation)
  • Deformierter Hüftkopf nach Ausheilung, späte Diagnose
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Regelmäßige Verlaufskontrollen bei uns

Morbus Perthes entwickelt sich über Jahre, und Risikozeichen können erst im Verlauf auftreten. Deshalb begleiten wir den gesamten Verlauf engmaschig bei Ihnen vor Ort:

  • Kontrollen alle 3 bis 6 Monate – klinisch und je nach Befund radiologisch, abhängig von Stadium und Verlauf
  • Frühe Erkennung einer drohenden Verformung, um die Behandlung rechtzeitig anzupassen
  • Auch nach dem Ausheilen weiter sinnvoll, um Spätfolgen früh zu erfassen

Ihre Kinderorthopäden bei Morbus Perthes

Als kinderorthopädisch erfahrene Fachärzte begleiten Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Britta Bröking Ihr Kind über den gesamten, mehrjährigen Verlauf – von der Diagnose über die Therapieplanung bis zur langfristigen Nachsorge. Größere Operationen vermitteln wir gezielt an spezialisierte Zentren in der Region.

Dr. med. Jan Niklas Bröking

Dr. med. Jan Niklas Bröking

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

  • Zusatzbezeichnung Kinderorthopädie
  • Fußchirurgie – Departmentleiter St. Elisabeth-Hospital Beckum
  • Manuelle Medizin / Chirotherapie
  • Zertifikat Fußballmedizin (DFB)
Dr. Jan Niklas Bröking ist Ihr Facharzt für Kinderorthopädie und Fußchirurgie in Beckum – mit langjähriger Erfahrung aus dem Universitätsklinikum Münster.
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Dr. med. Britta Bröking

Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

  • Manuelle Medizin / Chirotherapie
  • Akupunktur
Dr. Britta Bröking ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit fundierter kinderorthopädischer Erfahrung aus dem Universitätsklinikum Münster.

Häufige Fragen zu Morbus Perthes

Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern

Was ist Morbus Perthes?
Morbus Perthes (Legg-Calvé-Perthes-Krankheit) ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes bei Kindern, bei der Knochengewebe im Hüftkopf vorübergehend abstirbt und anschließend wieder aufgebaut wird. Die Erkrankung betrifft überwiegend Jungen, meist zwischen dem 4. und 8. Lebensjahr, und verläuft selbstlimitierend über mehrere Jahre in charakteristischen Stadien.
Welche Stadien durchläuft Morbus Perthes?
Der Verlauf folgt der Waldenström-Einteilung in fünf Stadien: Initialstadium, Kondensationsstadium, Fragmentationsstadium, Reparationsstadium und Ausheilungsstadium. In den frühen Stadien ist der Hüftkopf besonders verformbar; ab dem Fragmentationsstadium können bleibende Formveränderungen entstehen. Deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig. Der gesamte Verlauf dauert in der Regel 2 bis 4 Jahre.
Welche Symptome hat Morbus Perthes?
Das häufigste erste Anzeichen ist ein Hinken, das anfangs oft schmerzlos ist oder nur bei Belastung schmerzt – ohne Fieber oder Krankheitsgefühl. Dazu können Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Oberschenkel kommen. Bei etwa einem Viertel der Kinder strahlt der Schmerz ins Knie aus („übertragener Schmerz"). Die Hüftbeweglichkeit – vor allem Abspreizen und Innendrehung – ist häufig eingeschränkt.
Wie wird Morbus Perthes diagnostiziert?
Grundlage sind die klinische Untersuchung und Röntgenaufnahmen der Hüfte in zwei Ebenen – sie dienen zugleich der Stadien-Einteilung und Verlaufskontrolle. Der Ultraschall zeigt Gelenkerguss und Reizung. Eine MRT kann ein Frühstadium bei noch unauffälligem Röntgen und schwierige Abgrenzungen erkennen, ist aber kein Routineverfahren und ersetzt die Röntgenbeurteilung nicht.
Wie wird Morbus Perthes behandelt?
Ziel ist das „Containment" – den Hüftkopf gut in der Pfanne zentriert und beweglich zu halten, damit er möglichst rund ausheilt. Bei jüngeren Kindern (meist unter 6 Jahren) mit guter Beweglichkeit genügen häufig Beobachtung, Belastungsanpassung und Physiotherapie. Eine strikte Entlastung oder ein komplettes Sportverbot sind nicht erforderlich. Bei älteren Kindern oder ungünstigem Befund kann eine Operation (Umstellung am Oberschenkel und/oder Becken) sinnvoll sein.
Helfen Übungen und Physiotherapie?
Ja – der Erhalt der Hüftbeweglichkeit ist ein zentrales Behandlungsziel („motion and containment"). Die Physiotherapie zielt vor allem darauf, Abspreizen und Drehung frei zu halten, und wird individuell angeleitet. Anders als bei vielen anderen Fußfehlstellungen stehen also nicht beliebige Heimübungen im Vordergrund, sondern ein gezielt auf das Stadium abgestimmtes Bewegungsprogramm unter fachlicher Kontrolle.
Wie lange dauert die Erkrankung?
Der gesamte Verlauf – vom Absterben bis zum vollständigen Wiederaufbau des Hüftkopfes – dauert in der Regel 2 bis 4 Jahre. Regelmäßige kinderorthopädische Verlaufskontrollen – je nach Befund und Verlauf meist alle 3 bis 6 Monate – sind in dieser Zeit wichtig, um Risikozeichen früh zu erkennen und die Behandlung anzupassen.
Welche Sportarten sind bei Morbus Perthes möglich?
Gelenkschonende Bewegung wie Schwimmen und Radfahren ist in der Regel möglich und erwünscht – ein komplettes Sportverbot ist nicht nötig. Stark belastende Aktivitäten mit Springen, Stoßbelastung oder Kontakt (z. B. Trampolin, Ballsport) sollten vor allem in den frühen, verformungsgefährdeten Stadien vermieden werden. Die konkrete Empfehlung stimmt der behandelnde Kinderorthopäde individuell auf Alter und Stadium ab.
Wie ist die Prognose – und welche Spätfolgen sind möglich?
Die Aussichten hängen vor allem vom Erkrankungsalter und davon ab, wie rund der Hüftkopf ausheilt. Kinder unter 6 Jahren haben meist die günstigsten Aussichten. Über 80 % der Betroffenen haben bis ins mittlere Erwachsenenalter gute Ergebnisse. Bleibt der Hüftkopf verformt, können jedoch langfristig Beschwerden und eine vorzeitige Hüftarthrose (Coxarthrose) auftreten, die im späteren Leben ein künstliches Hüftgelenk nötig machen kann. Deshalb sind langfristige Kontrollen sinnvoll.
Wann sollten Sie bei Verdacht auf Morbus Perthes zum Arzt?
Bei wiederkehrendem oder anhaltendem Hinken eines Kindes zwischen 2 und 14 Jahren – besonders bei zunächst schmerzlosem Hinken – sollte zeitnah eine kinderorthopädische Abklärung erfolgen. Auch Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Knie sowie eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit sind Warnzeichen. In der Orthopädischen Praxis Beckum sichern wir die Diagnose und begleiten die Behandlung.

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