Coxitis fugax und septische Coxitis – Symptome erkennen, richtig handeln
Wenn ein Kind plötzlich über Hüftschmerzen klagt, hinkt oder sich weigert zu laufen, stehen Eltern oft vor einer verunsichernden Situation. Häufig steckt dahinter der sogenannte „Hüftschnupfen" (Coxitis fugax) – eine gutartige, selbstlimitierende Gelenkentzündung, die nach einigen Tagen von selbst ausheilt. Seltener aber liegt eine bakterielle Hüftgelenkentzündung (septische Coxitis) vor, die als Notfall sofort behandelt werden muss.
Diese Zeichen können auf eine bakterielle Hüftgelenkentzündung (septische Coxitis) hinweisen – ein orthopädischer Notfall, der innerhalb weniger Stunden zu bleibenden Gelenkschäden führen kann.
Die wichtigste Aufgabe bei Hüftschmerzen im Kindesalter ist daher die schnelle Unterscheidung zwischen diesen beiden Erkrankungen. Diese Seite erklärt, woran Sie die Unterschiede erkennen können und wann Sie unverzüglich ärztliche Hilfe suchen sollten.
🏥 Als Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen beraten wir Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland bei Hüftbeschwerden im Kindesalter – von der Diagnostik bis zur Nachsorge.
Die häufigste Ursache für akute Hüftschmerzen bei Kindern
Die Coxitis fugax – auch „transiente Synovitis" oder umgangssprachlich „Hüftschnupfen" genannt – ist eine vorübergehende Entzündung der Gelenkinnenhaut des Hüftgelenks. Sie ist die häufigste Ursache für akute Hüftschmerzen bei Kindern und betrifft vor allem Jungen im Alter von etwa 3 bis 10 Jahren.
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine Immunreaktion nach einem Virusinfekt: Viele betroffene Kinder hatten in den Wochen vor den Hüftschmerzen eine Erkältung oder einen anderen Infekt der Atemwege. Es handelt sich um eine sterile Entzündung – das heißt, es sind keine Bakterien im Gelenk beteiligt.
Die Diagnose erfolgt durch den Ausschluss schwerwiegenderer Erkrankungen. Folgende Untersuchungen kommen zum Einsatz:
Die Behandlung ist rein symptomatisch – das Gelenk heilt von selbst aus:
Die Coxitis fugax verläuft in aller Regel gutartig. Die große Mehrheit der betroffenen Kinder ist innerhalb von etwa einer Woche wieder beschwerdefrei, das Gelenk heilt ohne bleibende Schäden aus. In seltenen Fällen kann die Erkrankung einmal wiederkehren; auch dann verläuft sie üblicherweise folgenlos. Bessern sich die Beschwerden nach 7 bis 10 Tagen nicht, sollte eine erneute ärztliche Untersuchung erfolgen.
Ein orthopädischer Notfall, der sofort behandelt werden muss
Die septische Coxitis ist eine bakterielle Infektion des Hüftgelenks und stellt einen orthopädischen Notfall dar. Bakterien gelangen dabei meist über die Blutbahn ins Gelenk (hämatogene Streuung) und lösen dort eine aggressive Entzündung aus. Ohne schnelle Behandlung können die Gelenkknorpel und der Hüftkopf innerhalb weniger Stunden dauerhaft geschädigt werden.
Das Hüftgelenk ist bei Kindern eines der am häufigsten von einer septischen Arthritis betroffenen Gelenke. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder. Typische Auslöser sind je nach Alter unterschiedliche Bakterienarten – bei Kleinkindern häufig Kingella kingae, bei älteren Kindern zunehmend Staphylococcus aureus.
Bei Verdacht auf septische Coxitis ist schnelles Handeln entscheidend:
Die septische Coxitis erfordert eine sofortige stationäre Therapie:
Die Prognose hängt entscheidend von der Schnelligkeit der Behandlung ab:
Hüftschnupfen vs. bakterielle Hüftgelenkentzündung – die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Die Unterscheidung zwischen Coxitis fugax und septischer Coxitis ist klinisch entscheidend – und kann lebensverändernd sein. In der Praxis nutzen Fachärzte neben der körperlichen Untersuchung auch Laborwerte und Bildgebung, um zwischen beiden Erkrankungen zu unterscheiden. Als Orientierung für Eltern gilt: Je höher das Fieber, je schlechter der Allgemeinzustand und je stärker die Schmerzen, desto dringender ist die sofortige ärztliche Abklärung.
Was Sie bei unserem Termin erwartet
Wir erheben die Krankengeschichte, fragen nach Beginn und Art der Schmerzen, Fieber und kürzlich durchgemachten Infekten. Die körperliche Untersuchung gibt erste wichtige Hinweise auf Schwere und Ursache der Beschwerden.
Ein Ultraschall des Hüftgelenks zeigt, ob ein Gelenkerguss vorliegt. Blutuntersuchungen liefern Informationen zu den Entzündungswerten. Bei Bedarf ergänzen Röntgenaufnahmen oder ein MRT die Diagnostik.
Ergibt die Untersuchung Hinweise auf eine harmlose Coxitis fugax, erhalten Sie eine klare Empfehlung zur Behandlung und Nachkontrolle. Bei Verdacht auf eine septische Coxitis leiten wir sofort die notwendigen Schritte ein.
Ihr Ansprechpartner im Herzen von Westfalen
In unserer Orthopädischen Praxis in Beckum stehen Ihnen unsere Kinderorthopäden Dr. med. Jan Niklas Bröking und Dr. med. Britta Bröking als erfahrene Ansprechpartner bei Hüftbeschwerden im Kindesalter zur Verfügung. Beide haben ihre Expertise in der Kinderorthopädie am Universitätsklinikum Münster vertieft und begleiten Familien aus der Region umfassend – von der ersten Diagnose bis zur abschließenden Nachsorge.
Bei Hüftschmerzen im Kindesalter ist die schnelle Unterscheidung zwischen einem harmlosen Hüftschnupfen und einem Notfall entscheidend. Unsere Kinderorthopäden verfügen über die diagnostische Erfahrung, um diese Abgrenzung fachkundig vorzunehmen, und begleiten Sie mit klaren Handlungsempfehlungen. Bei Verdacht auf eine septische Coxitis leiten wir umgehend die notwendigen Schritte ein und unterstützen Sie bei der Suche nach einem geeigneten Behandlungsplatz.
Für Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest, Ennigerloh, Wadersloh und dem gesamten Münsterland sind wir Ihr erster kinderorthopädischer Ansprechpartner für alle Fragen rund um Hüftbeschwerden bei Kindern und Jugendlichen.
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Der Hüftschnupfen (Coxitis fugax, transiente Synovitis) ist eine gutartige, vorübergehende Entzündung der Gelenkinnenhaut des Hüftgelenks. Er tritt vor allem bei Kindern zwischen 3 und 10 Jahren auf und ist die häufigste Ursache für akute Hüftschmerzen in dieser Altersgruppe. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Die Erkrankung heilt in aller Regel vollständig aus – ohne bleibende Gelenkschäden.
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine Immunreaktion nach einem Virusinfekt – häufig ein Infekt der oberen Atemwege – die Entzündung im Hüftgelenk auslöst. Es handelt sich ausdrücklich um eine sterile Entzündung: Bakterien sind nicht beteiligt. Dies ist der wesentliche Unterschied zur gefährlichen septischen Coxitis.
Die septische Coxitis ist eine bakterielle Infektion des Hüftgelenks. Bakterien gelangen meist über die Blutbahn ins Gelenk und lösen dort eine schwere, aggressive Entzündung aus. Ohne schnelle Behandlung können der Gelenkknorpel und der Hüftkopf innerhalb weniger Stunden dauerhaft geschädigt werden – mit möglichen Folgen wie Gelenkversteifung, Wachstumsstörungen oder anhaltenden Schmerzen. Deshalb ist die septische Coxitis ein orthopädischer Notfall.
Als Elternteil können Sie auf einige Zeichen achten: Beim Hüftschnupfen ist das Kind zwar eingeschränkt, wirkt aber insgesamt noch gut. Es hat wenig oder kein Fieber und kann das Bein meist noch belasten. Bei der septischen Coxitis hingegen wirkt das Kind ernsthaft krank, hat hohes Fieber (oft über 38,5 °C) und ist nicht in der Lage, das Bein zu belasten. Starke, zunehmende Schmerzen und ein schlechter Allgemeinzustand sind weitere Warnsignale. Im Zweifelsfall gilt: Immer sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme.
Gehen Sie sofort in die Notaufnahme, wenn Ihr Kind hohes Fieber (über 38,5 °C) in Kombination mit Hüftschmerzen hat, das betroffene Bein überhaupt nicht belasten kann, sehr starke und zunehmende Schmerzen zeigt oder sich allgemein sehr krank und abgeschlagen fühlt. Warten Sie bei diesen Zeichen nicht ab – eine septische Arthritis muss sofort behandelt werden.
Die Coxitis fugax wird symptomatisch behandelt – sie heilt von selbst aus. Empfohlen werden Schonung und Entlastung des Gelenks in der akuten Phase sowie bei Bedarf eine entzündungshemmende Schmerzmedikation nach ärztlicher Empfehlung. Wichtig sind außerdem regelmäßige Temperaturkontrollen, um ein eventuelles Fieber nicht zu übersehen. Bei ausbleibender Besserung nach etwa einer Woche sollte das Kind erneut untersucht werden.
Die septische Coxitis erfordert eine sofortige stationäre Behandlung. Sobald Proben zur Erregerbestimmung entnommen wurden, wird umgehend eine Antibiotika-Therapie eingeleitet – zunächst intravenös, nach Kenntnis des Erregers gezielt angepasst. In den meisten Fällen ist zusätzlich eine Gelenkspülung notwendig, um das infizierte Gelenk zu reinigen. Engmaschige Kontrollen der Entzündungswerte begleiten die Therapie. Die Behandlungsdauer beträgt nach aktuellen medizinischen Empfehlungen in unkomplizierten Fällen etwa 10 bis 14 Tage.
Ja, in seltenen Fällen kann eine Coxitis fugax erneut auftreten. Auch ein Rückfall ist in aller Regel folgenlos und verläuft ebenso harmlos wie die erste Episode. Dennoch sollte jede erneute Hüftsymptomatik ärztlich abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen.
In der Orthopädischen Praxis Beckum bieten Ihnen unsere Kinderorthopäden Dr. med. Jan Niklas Bröking und Dr. med. Britta Bröking eine umfassende kinderorthopädische Beratung bei Hüftbeschwerden im Kindes- und Jugendalter. Wir begleiten Sie von der Diagnostik bis zur Nachsorge und leiten bei dringendem Handlungsbedarf sofort geeignete Maßnahmen ein. Wir sind Ihr erster Ansprechpartner für Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland.
Vereinbaren Sie einen Termin in unserer kinderorthopädischen Sprechstunde. Wir beraten Sie ausführlich und begleiten Sie mit klaren Handlungsempfehlungen.