Hüftkopfabrutsch (Epiphyseolysis capitis femoris)
Ein kinderorthopädischer Notfall bei Jugendlichen – Warnzeichen, Diagnostik und Nachsorge
Was ist ein Hüftkopfabrutsch?
Ein Hüftkopfabrutsch (Epiphyseolysis capitis femoris) ist ein kinderorthopädischer Notfall: Der Hüftkopf löst sich an der noch offenen Wachstumsfuge vom Schenkelhals und gleitet ab – meist bei Jugendlichen in der Vorpubertät bis frühen Pubertät (etwa 9–16 Jahre). Bei Verdacht gilt: das betroffene Bein nicht mehr belasten und sofort abklären lassen, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Der Abrutsch kann langsam über Wochen bis Monate (Ecf lenta) oder plötzlich (Ecf acuta) erfolgen – aus einer schleichenden Form kann jederzeit ein akutes Abrutschen werden. Betroffen sind Jungen häufiger als Mädchen; der Altersgipfel liegt bei Mädchen um das 12., bei Jungen um das 14. Lebensjahr. Wesentlicher Risikofaktor ist Übergewicht. In bis zu 80 % der Fälle ist im Verlauf auch die zweite Hüfte betroffen.
Als Ihre Kinderorthopädie im Herzen von Westfalen begleiten wir Familien aus Beckum, Ahlen, Oelde, Warendorf, Hamm, Soest und dem gesamten Münsterland. Unser Schwerpunkt beim Hüftkopfabrutsch liegt auf der korrekten, frühen Diagnostik und der Nachsorge – die Operation selbst erfolgt in einem spezialisierten Zentrum.
Sofort handeln – wann in die Notaufnahme?
- Das Bein kann nicht mehr belastet werden (Kind kann nicht auftreten) – Hinweis auf einen akuten Hüftkopfabrutsch
- Hohes Fieber (über 38,5 °C) zusammen mit Hüftschmerzen – Hinweis auf eine eitrige (septische) Hüftgelenkentzündung
- Sehr starke oder rasch zunehmende Schmerzen, ggf. mit Schwellung der Hüfte
- Deutlich schlechter Allgemeinzustand – das Kind wirkt ernsthaft krank
Diese Zeichen können auf einen akuten Hüftkopfabrutsch oder eine eitrige Hüftgelenkentzündung (septische Coxitis) hinweisen – beides sind Notfälle mit der Gefahr bleibender Gelenkschäden. Das betroffene Bein bis dahin nicht belasten. Im Notfall: Notruf 112 oder direkt zur Notfall-Information.
In weniger dringenden Fällen – etwa bei länger bestehendem Hinken oder belastungsabhängigen Hüft- oder Knieschmerzen ohne die genannten Notfallzeichen – können Sie bei uns online einen Termin buchen.
Anzeichen und Warnzeichen
Worauf Eltern bei Jugendlichen achten sollten
Typische Anzeichen
- Hinken (oft ein „hinkendes", außenrotiertes Gangbild)
- Schmerzen in Hüfte, Leiste, Oberschenkel oder Knie
- Betroffenes Bein nach außen gedreht
- Eingeschränkte Innendrehung der Hüfte
- Nicht mehr auftreten können → instabile, akute Form
Formen und Verlauf
- Beginnend: leichte, belastungsabhängige Hüft- oder Knieschmerzen – häufig verharmlost
- Langsam (lenta): Hüft-/Knieschmerzen über Wochen bis Monate
- Akut (acuta): plötzlich starke Schmerzen, oft nach einem Bagatelltrauma
- Kein Fieber – sonst an eine Entzündung denken
Ursachen und Risikofaktoren
Warum die Wachstumsfuge nachgibt
Während der Pubertät verbreitert sich der Wachstumsknorpel und wird mechanisch weniger belastbar. Wirken dann hohe Scherkräfte auf die Fuge – etwa durch Übergewicht –, kann der Hüftkopf abgleiten. Neben mechanischen spielen auch hormonelle Faktoren eine Rolle; die genaue Ursache ist nicht einheitlich.
Risikofaktoren
- Übergewicht (wesentlicher Faktor)
- Wachstumsschub in der Vorpubertät/Pubertät
- Hormon-/Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion)
- An eine hormonelle Ursache denken bei untypischem Alter (unter 10 oder über 16 Jahre)
Gut zu wissen für Eltern
- In bis zu 80 % ist im Verlauf auch die zweite Hüfte betroffen
- Familiäre Häufung bei etwa 5–10 %
- Das Auftreten ist kein Versagen der Eltern
- Vorbeugend wirken Normalgewicht und Vermeiden von Überlastung
Diagnostik – unser Schwerpunkt
Früh und korrekt erkennen, bevor Schaden entsteht
Das Hauptproblem beim Hüftkopfabrutsch ist die verspätete Diagnose – häufig, weil zuerst nur das Knie untersucht oder die richtige Röntgenaufnahme nicht angefertigt wird. Genau hier liegt unsere Stärke: daran denken, gezielt untersuchen und richtig abbilden.
Klinische Untersuchung
Beurteilung von Gangbild (Hinken), Beinstellung und Beweglichkeit – typisch ist eine eingeschränkte Innendrehung und ein positives Drehmann-Zeichen. Knie und Wirbelsäule untersuchen wir mit.
Röntgen beider Hüften
Aufnahmen in zwei Ebenen – Beckenübersicht (a.p.) und axial (Lauenstein). Die axiale Aufnahme deckt einen beginnenden Abrutsch auf und erlaubt die Bestimmung des Gleitwinkels.
Ergänzende Verfahren
Ultraschall (Gelenkreizung) und im Einzelfall MRT können ein sehr frühes Stadium sichtbar machen. Labor dient der Abgrenzung anderer Ursachen.
Bei Knie- oder Hüftschmerz plus Hinken: an die Hüfte denken
Jedes hinkende Kind zwischen etwa 9 und 16 Jahren mit Schmerzen in Hüfte, Leiste, Oberschenkel oder Knie gehört zeitnah abgeklärt – auch wenn die Beschwerden zunächst harmlos wirken. Je früher der Abrutsch erkannt wird, desto größer ist die Chance, den Hüftkopf zu schützen. Termin vereinbaren →
Behandlung – Operation im spezialisierten Zentrum
Warum konservative Entlastung nicht genügt
Ein langfristiges Entlasten mit Krücken, Orthesen oder Gips ist ungeeignet, weil es das weitere Abrutschen nicht sicher verhindert. Standard ist deshalb die operative Stabilisierung des Hüftkopfes: eine Fixation in situ mit Schraube oder Drähten, damit nichts weiter abgleitet. Bei stärkerem Abrutsch kann zusätzlich eine korrigierende Umstellung nötig sein. Ein akuter Hüftkopfabrutsch ist ein Notfall und erfordert die sofortige Klinikeinweisung.
Diese Operationen führen wir nicht selbst durch – sie gehören in die Hand spezialisierter kinderorthopädischer Zentren. Unsere Aufgabe ist die rasche, richtige Diagnose, die sofortige Weichenstellung und die anschließende Nachsorge vor Ort.
🤝 Kurze Wege in spezialisierte Zentren
Die eigentliche Operation erfolgt in einem spezialisierten kinderorthopädischen Zentrum. Durch unsere hervorragenden persönlichen Verbindungen zu diesen Zentren sorgen wir für eine schnelle, reibungslose Überweisung ohne Zeitverlust – und begleiten Ihr Kind vorher (Diagnostik) und danach (Nachsorge) wohnortnah in Beckum.
Nachsorge – unser Schwerpunkt
Begleitung nach der Operation, wohnortnah
Nach der Operation begleiten wir Ihr Kind über den gesamten Verlauf: Wir steuern die schrittweise Rückkehr zu Alltag und Sport (in der Regel über etwa sechs Monate), überwachen den Heilungsverlauf und erkennen mögliche Komplikationen früh.
Verlaufskontrollen
- Kontrolle von Position und Stabilität der Fixation
- Die Fixation kann durch das Wachstum „herauswachsen" – dann ist ein erneuter Eingriff nötig
- Steuerung der stufenweisen Belastungs- und Sportfreigabe
Die Gegenseite im Blick
- Hohes Risiko, dass auch die zweite Hüfte abrutscht (bis 80 %)
- Gezielte Kontrolle, bis die Wachstumsfugen geschlossen sind
- Frühe Warnzeichen ernst nehmen – erneut sofort abklären
Komplikationen früh erkennen
- Durchblutungsstörung des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose)
- Knorpelschaden, Beinlängenunterschied
- Langfristig Risiko einer vorzeitigen Hüftarthrose
Langfristige Begleitung bei uns
Ein Hüftkopfabrutsch braucht auch nach der Operation Aufmerksamkeit über Jahre – für die betroffene und die zweite Hüfte. Diese Nachsorge übernehmen wir wohnortnah in Beckum und stimmen uns bei Bedarf eng mit dem operierenden Zentrum ab.
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Als kinderorthopädisch erfahrene Fachärzte legen Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Britta Bröking den Schwerpunkt auf die schnelle, korrekte Diagnostik und die langfristige Nachsorge. Die Operation erfolgt in einem spezialisierten Zentrum – dorthin vermitteln wir dank enger persönlicher Verbindungen rasch und reibungslos.

Dr. med. Jan Niklas Bröking
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
- Zusatzbezeichnung Kinderorthopädie
- Fußchirurgie – Departmentleiter St. Elisabeth-Hospital Beckum
- Manuelle Medizin / Chirotherapie
- Zertifikat Fußballmedizin (DFB)
Häufige Fragen zum Hüftkopfabrutsch
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Was ist ein Hüftkopfabrutsch (Epiphyseolysis capitis femoris)?
Ist ein Hüftkopfabrutsch ein Notfall?
Welche Warnzeichen sollten Eltern kennen?
Warum tut beim Hüftkopfabrutsch oft das Knie weh?
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Wird die andere Hüfte auch betroffen?
Wann darf mein Kind wieder Sport machen?
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