Epiphyseolysis capitis femoris (Hüftkopfabrutsch)
Hüftschmerzen bei Jugendlichen – Ursachen, Diagnose und Behandlung
Was ist ein Hüftkopfabrutsch?
Der Hüftkopfabrutsch (medizinisch: Epiphyseolysis capitis femoris, auch SCFE – Slipped Capital Femoral Epiphysis) ist die häufigste Hüfterkrankung bei Jugendlichen. Dabei rutscht der Hüftkopf auf der Wachstumsfuge ab. Dies geschieht meist im Alter zwischen 9 und 16 Jahren, häufig während Wachstumsschüben. Übergewicht erhöht das Risiko deutlich, ebenso bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion. In unserer kinderorthopädischen Sprechstunde in Beckum betreuen wir Familien aus dem gesamten Münsterland und Westfalen bei Verdacht auf einen Hüftkopfabrutsch.
Medizinisch geprüft von Dr. med. Jan Niklas Bröking, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Kinderorthopädie.
Beschwerden und Diagnose
So erkennen wir einen Hüftkopfabrutsch bei Ihrem Kind
Typische Beschwerden
Typische Beschwerden sind Schmerzen in der Hüfte, im Knie oder im Oberschenkel, die beim Gehen oder dauerhaft auftreten können.
- Schmerzen in Hüfte, Knie oder Oberschenkel
- Hinken oder verändertes Gangbild
- Nach außen gedrehte Beinachse
- Eingeschränkte Innenrotation der Hüfte
- Belastungsabhängige oder dauerhafte Beschwerden
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch bildgebende Verfahren und eine gründliche klinische Untersuchung.
- Ausführliche Erhebung der Krankengeschichte
- Körperliche Untersuchung durch den Facharzt
- Röntgenaufnahmen beider Hüften in jeweils zwei Ebenen
- Bei unklaren Fällen: MRT-Untersuchung
Behandlung des Hüftkopfabrutschs
Sofortige Maßnahmen und operative Versorgung
Behandlungsablauf
- Sofortige Entlastung des betroffenen Beins (Krücken, keine Belastung)
- Umgehende ärztliche Vorstellung – ein Hüftkopfabrutsch ist ein orthopädischer Notfall
- Operative Stabilisierung des Hüftkopfes mit einer Schraube (Standardverfahren)
- Verhinderung eines weiteren Abrutschens durch die Fixierung
- Schrittweise Rückkehr zu normalen Aktivitäten über ca. sechs Monate
- Engmaschige Nachsorge und ärztliche Begleitung
Warum ist eine schnelle Behandlung wichtig?
Ein Hüftkopfabrutsch erfordert sofortiges Handeln
Orthopädischer Notfall
Wird ein Hüftkopfabrutsch nicht rasch erkannt und behandelt, können schwerwiegende Komplikationen auftreten — insbesondere Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes (avaskuläre Nekrose) oder dauerhafte Gelenkschäden. Eine frühe Diagnose und zeitnahe Behandlung sind daher entscheidend, um langfristige Folgen zu vermeiden. Bei Verdacht auf einen Hüftkopfabrutsch sollte das betroffene Bein sofort entlastet und umgehend eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Empfehlungen für Patienten und Eltern
Wichtige Hinweise für den Umgang mit dem Hüftkopfabrutsch
Frühzeitig erkennen
Bei Hüft-, Oberschenkel- oder Knieschmerzen im Jugendalter sollte immer an einen Hüftkopfabrutsch gedacht werden. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist wichtig.
Risikofaktoren beachten
Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für den Hüftkopfabrutsch. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können vorbeugend wirken.
Schrittweise Rückkehr
Nach einer Operation erfolgt die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten schrittweise und unter ärztlicher Anleitung. Die vollständige Genesung dauert in der Regel etwa sechs Monate.
Bei Verdacht sofort handeln
Bei Verdacht auf einen Hüftkopfabrutsch: sofortige ärztliche Untersuchung und das betroffene Bein nicht belasten. Nutzen Sie Krücken zur Entlastung.
Häufige Fragen zum Hüftkopfabrutsch
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern
Was ist ein Hüftkopfabrutsch (Epiphyseolysis capitis femoris)?
Welche Symptome hat ein Hüftkopfabrutsch?
Wie wird ein Hüftkopfabrutsch diagnostiziert?
Ist ein Hüftkopfabrutsch ein Notfall?
Wie wird ein Hüftkopfabrutsch behandelt?
Warum ist eine schnelle Behandlung wichtig?
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